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Investitionen: Jungbrunnen für eine alternde Wasserinfrastruktur

Man könnte meinen, dass in den USA die Frage der Wasserinfrastruktur kein außergewöhnliches Problem darstellen sollte. Aber das ist nicht der Fall. Einige Wasserleitungen sind hundert Jahre alt, Dämme sind in gefährlichem Zustand und Bleirohre bereiten Politikern und Bürgern gleichermaßen Sorgen. Der daraus resultierende Investitionsdruck ist immens. Dabei sind die USA nur ein Beispiel für den weltweiten Bedarf, die Wasserinfrastruktur auszubauen oder zu verbessern. Lesen Sie in unserer Analyse mehr über die Chancen und Risiken der US-Wasserinfrastruktur und ihre Bedeutung für Investoren. Allianz Global Investors | 15.06.2021 15:00 Uhr
© Photo by Luis Tosta on Unsplash
© Photo by Luis Tosta on Unsplash

Investitionen: Jungbrunnen für eine alternde Infrastruktur

Eine ausreichende Wasserversorgung gehört zu den Grundvoraussetzungen – und zwar nicht nur für unser aller Leben, sondern auch für eine florierende Wirtschaft und florierende Unternehmen. Sie entwickelt sich jedoch zunehmend von einem Grundrecht zu einem Luxusgut. Weltweit zeichnet sich eine Wasserkrise ab: Wasser steht nur begrenzt zur Verfügung, die Wasserqualität gibt Anlass zur Sorge, und die Infrastruktur ist veraltet, geht kaputt oder ist (z.B. in den Entwicklungsländern) gar nicht erst vorhanden. Wenn die Wasserinfrastruktur unzureichend ist und es an qualitativ hochwertigem Trinkwasser mangelt, hat dies weitreichende Konsequenzen für praktisch alle Menschen, alle Volkswirtschaften und alle Unternehmen rund um die Welt.

“Eine moderne, belastbare Wasserinfrastruktur ist für die wirtschaftliche Entwicklung eines Landes von zentraler Bedeutung. Sie stellt nicht nur die Wasserversorgung sicher, sondern verhindert auch die Ausbreitung von Krankheiten, fördert das Wachstum und gewährleistet einen besseren Lebensstandard.”

Daher sind Investitionen in eine neue, moderne Wasserinfrastruktur erforderlich, damit die Versorgung mit qualitativ hochwertigem Wasser gesichert ist und bleibt und Abwässer sowohl heute als auch in Zukunft effektiv aufbereitet werden können. Solche Investitionen tragen zum Aufbau einer widerstandsfähigen Infrastruktur bei, die besser für die aktuellen und künftigen Herausforderungen wie

  • Bevölkerungswachstum,
  • Urbanisierung,
  • Klimawandel und nicht zuletzt
  • Cyber-Angriffe.

gerüstet ist.

35 Milliarden USD für wasserbezogene Investitionen - für den Anfang

Vor diesem Hintergrund hat der US-Senat vor kurzem den US Drinking Water and Wastewater Infrastructure Act of 2021 verabschiedet, der 35 Milliarden US-Dollar für Investitionen im Wassersektor, insbesondere die Modernisierung der

  • Abwasser-,
  • Niederschlagswasser-,
  • Trinkwasser- und
  • Wasseraufbereitungssysteme

im gesamten Land, bereitstellt. Es handelt sich um einen der wenigen Bereiche, in dem in den USA ein parteiübergreifender Konsens besteht. Dies allein zeigt, wie dringlich Investitionen in den Wassersektor sind.

Vertrocknen die Investitionen?

Das Sanierungspaket für die US-Wasserinfrastruktur, das noch vom Repräsentantenhaus gebilligt werden muss, ist nur ein Bestandteil des umfassenden Infrastrukturpakets mit einem Volumen von zwei Billionen US-Dollar. Auch wenn Einigkeit darüber herrscht, dass die Trinkwasser-, Abwasser- und Niederschlagswassersysteme der größten Volkswirtschaft der Welt zukunftssicher gemacht werden müssen – es besteht nach wie vor ein beträchtliches Investitionsdefizit, denn 35 Milliarden US-Dollar sind lediglich ein Tropfen auf den heißen Stein.

“Allein im Jahr 2019 belief sich die Investitionslücke bei der Wasserinfrastruktur auf insgesamt 81 Milliarden US-Dollar.Anderen Berechnungen zufolge werden in den kommenden 20 Jahren jährlich über 100 Milliarden US-Dollar benötigt.ii

Das Finanzierungsdefizit hat beträchtliche Folgen für Unternehmen und private Haushalte, die von einer verlässlichen Wasserversorgung abhängig sind. Wiederholte Versorgungsunterbrechungen oder eine mangelnde Wasserqualität sind ein Ärgernis für die Kommunen und dämpfen das Wirtschaftswachstum. Die Finanzierungslücke muss dringend geschlossen werden, damit die Wasserinfrastruktur in den USA ordnungsgemäß funktioniert und darüber hinaus auf den künftigen Bedarf vorbereitet ist.

Klaffende Lücken

Aktueller Zustand der US-Wasserinfrastruktur

Die öffentlichen Trinkwasser-, Abwasser- und Niederschlagswassersysteme in den USA ähneln einem Flickenteppich, der seine besten Jahre hinter sich hat. Die Rohre und Leitungen stammen aus unterschiedlichen Jahrhunderten und sind auch nur in unterschiedlichem Umfang einsatzfähig. 

“Zahlreiche Leitungen und Pumpen sind nahezu hundert Jahre alt und werden intensiver genutzt als eigentlich vorgesehen. Sie haben ihre Lebensdauer überschritten, weisen zahlreiche Lecks auf und entsprechen häufig schlicht nicht mehr modernen Bedürfnissen und Standards.”

Damit stehen die Kommunen vor der Frage, ob sie diese Systeme

  • modernisieren,
  • ersetzen oder
  • aufrüsten sollen und
  • wie die Wasserinfrastruktur zukunftsfähig gemacht werden kann, damit sie auch mit klimawandelbedingten Wetterereignissen fertig werden kann.

Darüber hinaus sind sie mit der Aufgabe konfrontiert, alle US-Haushalte an ein reguliertes und sicheres Wassernetz anzuschließen. Derzeit nutzt rund ein Fünftel aller US-Haushalte Klärgruben und nicht das öffentliche Abwassernetz, und mehr als zwei Millionen private Haushalte verfügen nicht über einen regulären Trinkwasser- und Abwasseranschluss.iii Etwa ein Viertel aller Amerikaner sind hinsichtlich der Trinkwasserqualität in ihrer Kommune besorgt oder gar sehr besorgt.iv

Lebensader mit Lecks

Eine moderne, belastbare Wasserinfrastruktur ist für die wirtschaftliche Entwicklung des Landes von zentraler Bedeutung. Sie stellt nicht nur die Wasserversorgung sicher, sondern verhindert auch die Ausbreitung von Krankheiten, fördert das Wachstum und gewährleistet einen besseren Lebensstandard.

  • Wenn aufbereitetes Wasser durch Lecks aus der Wasserinfrastruktur austritt, fließt Kapital sprichwörtlich ungenutzt ab. Dies wirkt sich negativ auf die Einwohner und die lokale Wirtschaft einer Gemeinde aus.
  • Die Wettbewerbsfähigkeit wird ebenfalls in Mitleidenschaft gezogen, denn ein in einer Region mit guter Wasserversorgung und Infrastruktur ansässiges Unternehmen ist wettbewerbsfähiger, was gut für das langfristige Wachstum ist.
  • Der 2021 Infrastructure Report Card der ASCE (American Society of Civil Engineers) zufolgev versickern täglich rund 6 Milliarden Gallonen (ca. 22,7 Milliarden m³) an aufbereitetem Wasser, weil es praktisch jede Minute zu Wasserrohrbrüchen kommt. Auf das Jahr aufsummiert gehen so 2,1 Billionen Gallonen (rund 7,9 Milliarden m³) verloren.

“Innerhalb der kommenden vier Jahre werden knapp drei Viertel aller Dämme über 50 Jahre alt. Wenn sie nicht modernisiert und aufgerüstet werden, könnte es zu Katastrophen kommen, die Menschenleben kosten und beträchtliche materielle Schäden, nicht zuletzt an der vorhandenen Infrastruktur, verursachen können.”

  • Schätzungen der Association of State Dam Safety Officialsvi zufolge ist der Zustand von über 2.300 staatlich regulierten Dämmen mit hohem Gefahrenpotenzial schlecht bzw. nicht zufriedenstellend; diese Dämme müssten saniert werden.
  • Die Urbanisierung und das Alter der Abwasserkläranlagen führen zunehmend zur Überlastung bzw. zum Ausfall des Systems.
  • 15% der Abwasseraufbereitungsanlagen sind voll ausgelastet oder überlastet.

Dies sind nur einige Beispiele dafür, wie ernst es um die US-Wasserinfrastruktur bestellt ist und wie dringend Infrastrukturinvestitionen benötigt werden. Die Situation hat weitreichende Folgen. Die Trinkwasser-, Abwasser- und Niederschlagswassersysteme der größten Volkswirtschaft der Welt müssen dringend modernisiert und saniert werden.

Die Investitionslücken

Die derzeit im US-Kongress diskutierten Vorschläge für Infrastrukturinvestitionen sind zwar ein Schritt in die richtige Richtung, die Investitionslücke bei der US-Wasserinfrastruktur ist jedoch nach wie vor immens.

“Schätzungen zufolge müssen in den kommenden 20 Jahren insgesamt über 2 Billionen US-Dollar in den Wassersektor investiert werden, um die Finanzierungslücke zu schließen und landesweit eine angemessene Wasserinfrastruktur zu schaffen.”

Allein der Austausch der noch vorhandenen Bleirohre in den USA würde mehr kosten als die derzeit vorgesehenen 35 Milliarden US-Dollar; der Aufwand wird auf bis zu 45 Milliarden US-Dollar beziffert.

Schätzungen der Environmental Protection Agency (EPA) zufolge gibt es in den USA noch zwischen 6,5 und 10 Millionen Bleileitungen. Der Austausch einer einzigen solchen Leitung kostet im Schnitt rund 4.700 US-Dollar. Selbst wenn diese Schätzung des EPA in manchen Fällen zu hoch gegriffen wäre, wären die vorgesehenen Mittel bald aufgebraucht.#

Was bedeutet das für Anleger?

Der US Drinking Water and Wastewater Infrastructure Act of 2021 ist zweifelsohne ein erster, wichtiger Schritt zur Schließung der vorhandenen Finanzierungslücke. Dennoch reicht selbst dieses ehrgeizige Programm nicht aus, um die drängendsten Probleme bei der Wasserversorgung zu lösen. Die Mittel ermöglichen nicht einmal den Austausch der noch vorhandenen Bleirohre, die ein Sicherheitsrisiko für die US-Bürger darstellen. Nach wie vor bestehen beträchtliche Finanzierungslücken und hoher Finanzierungsbedarf. Nichtsdestotrotz wäre eine Verabschiedung des Gesetzes im Laufe des Sommers eine positive Nachricht für den Wassersektor und für Investitionen in Wasser, zumal Ausrüstung und Projektmanagement für die Sanierungen benötigt werden.

“Jeder Dollar, der in Infrastruktur investiert wird, fließt in Form einer wirtschaftlichen Rendite von 4 bis 6 Dollar an eine Kommune zurück.“vii

Ein Blick auf die verschiedenen Einzelbereiche des Wasserinfrastruktursektors zeigt, wo aktive Investitionen benötigt werden und wie diese sich auszahlen können.

Lesen Sie hier den vollständigen Artikel "Investitionen: Jungbrunnen für eine alternde Wasserinfrastruktur". 

ihttps://infrastructurereportcard.org/cat-item/wastewater/
iihttp://www.uswateralliance.org/sites/uswateralliance.org/files/publications/VOW%20Economic%20Paper_0.pdf
iiihttps://www.asce.org/uploadedFiles/Issues_and_Advocacy/Infrastructure/Content_Pieces/the-economic-benefits-of-investing-in-water-infrastructurereport.pdf 
ivhttp://uswateralliance.org/sites/uswateralliance.org/files/2021%20Value%20of%20Water%20Survey%20Analysis%20Slides.pdf
vhttps://infrastructurereportcard.org
vihttps://damsafety.org/media/statistics
viihttps://www.wwdmag.com/videos/why-invest-water-infrastructure-wwd-weekly-digest

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