Unterbrechungen der Energieversorgung, der Produktion und der Infrastruktur im Nahen Osten – insbesondere rund um die Straße von Hormus – haben zu einer Verknappung des Angebots und einem Anstieg der Preise geführt. Obwohl die Risiken weiterhin hoch sind, haben die Großmächte und regionalen Akteure starke Anreize, die Krise einzudämmen und die Lieferungen wiederherzustellen. Das Timing ist entscheidend: Jeden Tag gehen Ölvorräte verloren, die Umleitungskapazitäten sind begrenzt und strategische Ölreserven können den Schock nur vorübergehend abfedern. In unserem Basisszenario gehen wir davon aus, dass die Lage angespannt, aber beherrschbar bleibt, wobei eine anhaltende Unterbrechung das Hauptrisiko für Wachstum und Inflation darstellt.
Wichtige Erkenntnisse
- Angesichts des anhaltenden Konflikts im Nahen Osten wird die Dauer der Störung entscheidend dafür sein, wie lange die Ölpreise erhöht bleiben – und wie stark die Auswirkungen auf die Weltwirtschaft ausfallen.
- Die Straße von Hormus bleibt eine zentrale Transportroute für Öl und Flüssigerdgas (LNG; Liquefied Natural Gas). Eine länger anhaltende Einschränkung würde das globale Angebot verknappen und den Preisdruck weiter erhöhen.
- Mit zunehmender Dauer des Konflikts steigt das Risiko von Schäden an kritischer Energieinfrastruktur, deren Ausfall die regionale Produktionskapazität längerfristig beeinträchtigen könnte.
- Bei anhaltenden Störungen könnte sich das globale Angebot deutlich verknappen. Strategische Reserven, Nachfragerückgänge und Produktionsreaktionen anderer Anbieter wirken zwar stabilisierend – das Risiko nimmt jedoch mit der Dauer der Unterbrechung zu, nicht mit kurzfristigen Preisspitzen.
- Vor dem Hintergrund der hohen Unsicherheit haben wir unsere Präferenzen über Anlageklassen hinweg taktisch angepasst, bleiben jedoch hinsichtlich des übergeordneten Risikoumfelds weiterhin konstruktiv.