SNB: Keine Politikänderung in einem schwierigen Makroumfeld

Vor der SNB-Sitzung am 19. März steht die Schweizer Geldpolitik unter Druck: Niedrige Inflation, schwaches Wachstum und ein starker Franken belasten die Wirtschaft. Warum Devisenmarktinterventionen für die Schweizerische Nationalbank vorerst wahrscheinlicher sind als Zinssenkungen. Allianz Global Investors | 17.03.2026 12:07 Uhr
Martina Honegger-Romahn, Lead Portfolio Manager Fixed Income in der Schweiz, Allianz Global Investors / © e-fundresearch.com / Allianz Global Investors
Martina Honegger-Romahn, Lead Portfolio Manager Fixed Income in der Schweiz, Allianz Global Investors / © e-fundresearch.com / Allianz Global Investors

  • Während Inflation und Wirtschaftswachstum weiterhin gedämpft sind, haben geopolitische Spannungen zu steigenden Energiekosten und einem stärkeren CHF geführt.
  • Devisenmarktinterventionen dürften zunächst die bevorzugte erste Verteidigungslinie der SNB bleiben, bevor sie zu Zinssenkungen greift.

Zu ihrer Sitzung am 19. März sieht sich die Schweizerische Nationalbank (SNB) mit einem schwierigen Umfeld konfrontiert. Die Inflation bleibt mit 0,1% im Jahresvergleich extrem niedrig, das Wirtschaftswachstum ist moderat und die Schweizer Industrie schrumpft weiter. Gleichzeitig übt der historisch starke EUR/CHF-Wechselkurs zusätzlichen Druck auf die exportorientierte Wirtschaft des Landes aus. 

Dem gegenüber dürften steigende Energiekosten die Inflation ankurbeln. Zudem sollten sich bessernde und positive Wirtschaftssignale aus der Eurozone die Schweizer Exporte stützen und so dazu beitragen, dass sich die SNB einem geringeren Druck ausgesetzt sieht, aggressive geldpolitische Maßnahmen zu ergreifen.

Die mit den geopolitischen Spannungen im Nahen Osten verbundenen Kapitalflüsse in sichere Häfen erhöhen die Nachfrage nach dem Schweizer Franken. Daraus resultierend steigt die Wahrscheinlichkeit, dass die SNB bereits in die Devisenmärkte eingreift. Dies entspräche zumindest dem Verhaltensmuster in früheren Episoden von Marktstress, etwa im Umfeld des sogenannten „Liberation Day” am 2. April letzten Jahres, als die Vereinigten Staaten weltweit Einfuhrzölle verhängten.

Der Präsident der SNB hat wiederholt betont, dass Devisenmarktinterventionen für die Bank nach wie vor die bevorzugte erste Verteidigungslinie sind, bevor sie zu Zinssenkungen greift. Sofern der Schweizer Franken nicht wesentlich aufwertet oder sich die inländischen Wirtschaftsaussichten nicht drastisch verschlechtern, gehen wir davon aus, dass die SNB in naher Zukunft in erster Linie auf Devisenmarktinterventionen setzen und die Leitzinsen unverändert lassen wird.

Von Martina Honegger-Romahn, Lead Portfolio Manager Fixed Income in der Schweiz, Allianz Global Investors

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