EZB lässt Zinserhöhungen weiterhin offen

Die EZB hält an ihrem vorsichtigen Kurs fest: Trotz wachsender Konjunkturrisiken bleiben weitere Zinserhöhungen möglich. Warum die Notenbank im Juni und September dennoch an der Zinsschraube drehen könnte und welche Rolle Energiepreise und Inflationserwartungen dabei spielen. Allianz Global Investors | 30.04.2026 16:01 Uhr
Dr. Christian Schulz, Chefvolkswirt bei Allianz Global Investors / © e-fundresearch.com / Allianz Global Investors
Dr. Christian Schulz, Chefvolkswirt bei Allianz Global Investors / © e-fundresearch.com / Allianz Global Investors

Die heutige Sitzung der EZB bestätigt, dass der wahrscheinlichste geldpolitische Kurs weiterhin einige Zinserhöhungen vorsieht. Zwar räumte die EZB ein, dass sich die Wachstumsrisiken verschärft haben und dass die längerfristigen Inflationserwartungen weiterhin gut verankert sind, doch wies sie auch auf höhere kurzfristige Inflationserwartungen sowie anhaltende Inflationsrisiken nach oben hin, die sich aus der anhaltenden Sperrung der Straße von Hormus ergeben.

Präsidentin Lagarde bekräftigte die Reaktionsfunktion, die sie auf der ECB Watchers-Konferenz im März und in ihrer Rede im April in Berlin dargelegt hatte: Die EZB kann die energiebedingte Inflation im Basisszenario ignorieren, im ungünstigen Szenario moderat die Zinsen anheben und in einem schwerwiegenden Szenario entschlossen reagieren. Da der jüngste Anstieg der Energiepreise das ungünstige Szenario wieder in den Bereich des Möglichen rückt, ist es nicht überraschend, dass die Zinsentscheider Berichten zufolge bereits heute über eine Anhebung diskutiert haben, bevor sie sich schließlich einstimmig darauf einigten, die Zinsen unverändert zu lassen. 

Lagarde betonte, dass in den nächsten sechs Wochen wichtige neue Informationen vorliegen würden und eine Entscheidung im Juni getroffen werden solle, zusammen mit aktualisierten Szenarien der Experten.

Angesichts der Entwicklungen im Nahen Osten bleibt die Unsicherheit hoch. Derzeit ist die EZB weiterhin in Bezug auf Inflationsrisiken vorsichtig, hinkt der Entwicklung jedoch nicht hinterher.

Wir bekräftigen daher unser Basisszenario von Zinserhöhungen um 25 Basispunkte im Juni und September. Allerdings scheinen im Vergleich zu den Juni-Prognosen der EZB die Wachstumsrisiken stärker gestiegen zu sein als die Inflationsrisiken, was die Waage in Richtung weniger oder gar keine Zinserhöhungen verschiebt und die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass eine etwaige Straffung im Jahr 2027 rückgängig gemacht wird, sobald der Inflationsschub nachlässt.

Von Dr. Christian Schulz, Chefvolkswirt bei Allianz Global Investors

Performanceergebnisse der Vergangenheit lassen keine Rückschlüsse auf die zukünftige Entwicklung eines Investmentfonds oder Wertpapiers zu. Wert und Rendite einer Anlage in Fonds oder Wertpapieren können steigen oder fallen. Anleger können gegebenenfalls nur weniger als das investierte Kapital ausgezahlt bekommen. Auch Währungsschwankungen können das Investment beeinflussen. Beachten Sie die Vorschriften für Werbung und Angebot von Anteilen im InvFG 2011 §128 ff. Die Informationen auf www.e-fundresearch.com repräsentieren keine Empfehlungen für den Kauf, Verkauf oder das Halten von Wertpapieren, Fonds oder sonstigen Vermögensgegenständen. Die Informationen des Internetauftritts der e-fundresearch.com AG wurden sorgfältig erstellt. Dennoch kann es zu unbeabsichtigt fehlerhaften Darstellungen kommen. Eine Haftung oder Garantie für die Aktualität, Richtigkeit und Vollständigkeit der zur Verfügung gestellten Informationen kann daher nicht übernommen werden. Gleiches gilt auch für alle anderen Websites, auf die mittels Hyperlink verwiesen wird. Die e-fundresearch.com AG lehnt jegliche Haftung für unmittelbare, konkrete oder sonstige Schäden ab, die im Zusammenhang mit den angebotenen oder sonstigen verfügbaren Informationen entstehen. Das NewsCenter ist eine kostenpflichtige Sonderwerbeform der e-fundresearch.com AG für Asset Management Unternehmen. Copyright und ausschließliche inhaltliche Verantwortung liegt beim Asset Management Unternehmen als Nutzer der NewsCenter Sonderwerbeform. Alle NewsCenter Meldungen stellen Presseinformationen oder Marketingmitteilungen dar.

Melden Sie sich für den kostenlosen Newsletter an

Regelmäßige Updates über die wichtigsten Markt- und Branchenentwicklungen mit starkem Fokus auf die Fondsbranche der DACH-Region.

Der Newsletter ist selbstverständlich kostenlos und kann jederzeit abbestellt werden.