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Fidelity-Studie: Altersvorsorge unklar

Eine Mehrheit der Deutschen ruft nach dem Staat und fordert mehr Aufklärung und Steuervorteile, um das Sparen für das Alter zu erleichtern. Dies ergab das zweite Fidelity Vorsorge-Barometer Europa, eine repräsentative Umfrage in acht europäischen Ländern. Research | 27.03.2008 12:00 Uhr
Informationen zur Altersvorsorge spielen in keinem anderen europäischen Land eine so wichtige Rolle wie in Deutschland. Drei von vier Deutschen sind davon überzeugt, dass gute Informationen zu einer besseren Altersvorsorge führen. Im europäischen Vergleich fühlen sich die Deutschen beim Thema Altersvorsorge am besten informiert (79 Prozent).

Nicht nur Deutsche wollen Klarheit

Auch Schweden, Franzosen, Italiener und Portugiesen wünschen sich in erster Linie mehr fachliche Aufklärung, um stärker zur Vorsorge motiviert zu werden. In Deutschland spielen zudem Steuervorteile als Anreiz für eine aktivere Vorsorge eine so wichtige Rolle wie nirgendwo sonst in Europa. Hierzulande halten zwei Drittel (67 Prozent) der Menschen steuerliche Vorteile für entscheidend, um die Motivation zum Sparen für den Ruhestand zu fördern. Dahinter folgt Italien, wo 59 Prozent der Befragten die steuerliche Förderung für einen besonders wichtigen Motivationsfaktor halten.

"Zwar ist die Politik gefordert, private Vorsorgeprodukte für alle Bevölkerungsgruppen attraktiv zu machen und die betriebliche Altersvorsorge noch stärker voranzutreiben. Die Bundesbürger sollten jedoch nicht primär nach dem Staat rufen, sondern selbst aktiv werden und im Rahmen ihrer individuellen Möglichkeiten eigenverantwortlich vorsorgen. Grundlage dafür ist eine stärkere Nutzung der bestehenden Informationsangebote", sagte Dr. Klaus Mössle, Geschäftsführer und Leiter des Institutionellen Geschäfts von Fidelity International in Deutschland.
 
Arbeitgeber sollten aktiver bei der Vorsorge helfen
 
Die Erwartungen der Deutschen an den Staat, die eigenen Vorsorgemaßnahmen zu unterstützen, werden nicht erfüllt. Nur 46 Prozent der Bundesbürger glauben, dass staatliche Institutionen bereits genug für die Altersvorsorge der Bürger unternehmen. Auch die Arbeitgeber sollten aus Sicht der Bürger aktiv bei der Altersvorsorge helfen, werden diesem Anspruch aber ebenfalls noch nicht ausreichend gerecht. So sind lediglich 45 Prozent der Deutschen der Ansicht, dass die Arbeitgeber ihnen bei der Vorsorge aktiv helfen. Damit liegen sie nach Ansicht der Befragten nicht nur knapp hinter staatlichen Stellen, sondern auch deutlich hinter Finanzdienstleistern (83 Prozent) und Medien (64 Prozent). "Die deutschen Unternehmen sollten die Chance nutzen, sich erkennbar für die Vorsorge ihrer Beschäftigten zu engagieren. Denn wer sich als Arbeitgeber bei der Vorsorge klar positioniert, erzielt in Zeiten zunehmenden Fachkräftemangels Vorteile im Wettbewerb um talentierte und leistungsfähige Mitarbeiter", so Mössle.
 
Finanzberater als Informationsquelle Nummer 1
 
Bevorzugte Ansprechpartner der Deutschen bei Vorsorgefragen sind Finanzberater. 70 Prozent der Bürger vertrauen auf deren Expertenrat - so viele wie in keinem anderen europäischen Land. Hinter den Beratern folgen die Familie und Freunde, deren Tipps 41 Prozent der Bundesbürger als hilfreich erachten. Erst danach kommen die Arbeitgeber.
 
Für das Fidelity Vorsorge-Barometer Europa führte das Meinungsforschungsinstitut TNS Sofres Interviews mit rund 4.000 berufstätigen Personen über 18 Jahren durch. Außer in Deutschland befragte TNS Sofres jeweils in Frankreich, Italien, den Niederlanden, Österreich, Portugal, Schweden und der Schweiz eine repräsentative Gruppe. Das Fidelity Vorsorge-Barometer Europa wurde Ende 2006 zum ersten Mal durchgeführt und gehört zu einer Reihe von Studien, mit denen Fidelity den Versorgungszustand der Bürger sowie Probleme und Fortschritte bei der Altersvorsorge in Deutschland und Europa beleuchtet.

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