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Nach RICH und BRIC kommt BRICK

Anleger, die Investitionen in den so genannten BRIC-Länder (Brasilien, Russland, Indien und China) und damit in den vermeintlichen Wirtschaftsmächten des 21. Jahrhunderts erwägen, sollten Korea in ihre Überlegungen einbeziehen, meint Henry Chan, Manager des Baring Korea Trust, und empfiehlt auf BRICK zu bauen. Research | 06.09.2005 17:20 Uhr

Viel wurde schon über die Perspektiven der so genannten BRIC-Länder (Brasilien, Russland, Indien und China) geschrieben. Diese Länder werden von Vielen als die Wirtschaftsmächte des 21. Jahrhunderts gehandelt, die in den kommenden 30 Jahren mehr zur weltweiten Produktion beitragen dürften als die sechs derzeit führenden Industrienationen.

Chancen für langfrist orientierte Investoren

Derartige Prognosen mögen zwar optimistisch sein, doch selbst wenn sich nur ein kleiner Teil davon bewahrheitet, ist klar, dass die Volkswirtschaften dieser Länder und die ihrer Handelspartner in aller Welt ein rasches und nachhaltiges Wirtschaftswachstum erfahren werden, das Chancen für Anleger bietet, die bereit sind, ihren Anlagehorizont langfristig auszurichten.

Ein "K" für Korea

Unser Fokus richtet sich seit langem verstärkt auf die schneller wachsenden asiatischen Volkswirtschaften und entfernt sich zunehmend von den stärker entwickelten westlichen Ländern. In Bezug auf die Aussichten für China und, in geringerem Maße, für Hongkong sind wir bereits jetzt optimistisch. Anleger, die Investitionen in den BRIC-Ländern erwägen, sollten jedoch ein weiteres Land in Betracht ziehen, das hervorragende Wachstumsaussichten bietet. Es handelt sich um Korea, und fügt man dem Akronym den Buchstaben "K" hinzu, so sind Anleger unseres Erachtens gut beraten, ihre Investment-Portfolios zumindest teilweise aus BRICKs (engl. für "Baustein") aufzubauen.

Konkurrenzfähigkeit mit Preis und Qualität

Die jüngsten statistischen Daten zeigen, dass die koreanische Wirtschaft sich eines gesunden Wachstums erfreut und das Verbrauchervertrauen stark ansteigt. Und obgleich der Koreanische Won gegenüber den Währungen der Handelspartner zugelegt hat, konnten Exportunternehmen dieser Entwicklung trotzen und ihre Umsätze erheblich steigern. Im Jahr 2004 verdoppelte sich der Handelsbilanzüberschuss Koreas, wobei die Nachfrage nach LCD-Fernsehgeräten und -Computermonitoren besonders stark war. LG Electronics meldete für Februar 2005 einen im Vorjahresvergleich sieben Mal so hohen Umsatz bei LCD-Fernsehern. Dieses Exportwachstum wurde zum Teil auch dadurch erzielt, dass sich die Unternehmen auf andere Möglichkeiten als nur auf den Preis konzentriert haben, um im Ausland dem Wettbewerb gewachsen zu sein. Wie eine aktuelle Studie zeigt, waren die fünf größten koreanischen Exporteure weniger von Wechselkursschwankungen betroffen, da sie nun in Bezug auf Qualität und Preis konkurrenzfähig sind und häufig einen technologischen Vorsprung haben.

Das führende koreanische Elektronikunternehmen Samsung verbesserte nach der asiatischen Währungskrise seine Produktlinien, um direkt mit Japans Elektronikriese Sony um das Premium-Marktsegment zu konkurrieren. Der derzeitige Unterschied zwischen diesen beiden Unternehmen spricht Bände über den wachsenden Erfolg vieler koreanischer Exporteure und die Herausforderungen, denen sich viele große japanische Konzerne nach wie vor gegenüber sehen. Die Gewinnmarge von Samsung liegt deutlich über der von Sony, das kürzlich für das zweite Quartal 2005 einen leichten Umsatzrückgang auf USD 14,1 Mio. vorlegte. Samsung fuhr dagegen im selben Zeitraum bei deutlich geringerem Umsatz einen Gewinn von USD 1,673 Mio. ein.

7. Platz bei weltweiten Patentanmeldungen

Während Sony offenbar die Bürokratie im eigenen Unternehmen zu schaffen macht, hat Samsung erfolgreich eine schlanke Konzernstruktur bewahrt, in deren Rahmen
Kompetenzen an Front-Line-Manager delegiert werden und fast ein Viertel der Mitarbeiter im Forschungs- und Entwicklungsbereich tätig ist, um gegenüber der Konkurrenz einen technologischen Vorsprung zu halten. Dieser Fokus auf Innovation und Produktivität spiegelt sich im Aufstieg Koreas in der Länderrangliste der weltweiten Patentanmeldungen wider und steigert unsere Zuversicht in Bezug auf die langfristige Wettbewerbsfähigkeit Koreas. Korea stellte im vergangenen Jahr 20% mehr Patentanträge als 2003 und liegt damit nach Angaben der World Intellectual Property Organisation hinsichtlich der Anzahl internationaler Patentanmeldungen mittlerweile an siebter Stelle.

Koreanischer Aktienmarkt weiterhin mit Potential

Zugegebenermaßen kamen die attraktiven Aussichten für den koreanischen Aktienmarkt zum Teil bereits in den jüngsten Kursbewegungen zum Ausdruck. Der Korean Stock Exchange Composite Index liegt annähernd auf Rekordniveau und ist in den letzten zwölf Monaten um 45% in Landeswährung und um 67% in Euro gestiegen.

Der Markt hat jedoch noch längst nicht die KGV-Niveaus erreicht, die zum entsprechenden Vorjahreszeitpunkt oder Anfang 2002 zu verzeichnen waren, was darauf hindeutet, dass in den kommenden Monaten weiteres Aufwärtspotenzial für den Markt bestehen dürfte. Koreanische Anleger beginnen indes gerade erst, sich wieder auf dem Markt zu engagieren.

Koreanische Unternehmen verdienen eine Neubewertung

Derzeit haben die höheren Eigenkapitalrenditen in der Region eine deutlich stabilere Basis. Während der Phase der asiatischen Spekulationsblase hingegen verfügten Unternehmen oft über einen hohen Fremdkapitalanteil, was sich unter positiven Bedingungen als Segen, mit Verschlechterung der Bonität jedoch als ebenso großer Fluch erwies. Nun hat sich die Situation indes dank einer Reduzierung der Verschuldung und einer besseren Angebotsdisziplin verbessert. Es zeigt sich ein wesentlich nachhaltigeres Bild, und koreanische Unternehmen verdienen angesichts der nunmehr stärkeren Fundamentaldaten unseres Erachtens eine Neubewertung.

Drei Investment-Schwerpunkte

In unserer Anlagestrategie haben wir uns bisher auf drei Schwerpunkte konzentriert – Unternehmen, die vom erhöhten Binnenkonsum profitieren, unterbewertete Technologietitel und Finanzdienstleister mit gutem Management. Insbesondere der Finanzsektor profitiert von der Verringerung der Problemkredite und den höheren Verbraucherausgaben in den letzten Monaten und ist in den aktiven Positionen des Baring Korea Trust gut repräsentiert.

Inzwischen sind wir auch bezüglich der Perspektiven des Technologiesektors optimistisch, da dieses Marktsegment nun dem Ende der Abschwungsphase des Zyklus entgegen geht, nachdem es Ende letzten Jahres einige heftige Gewinnwarnungen gegeben hatte. Die Konsensschätzung für das Umsatzwachstum der Branche liegt für dieses Jahr bei derzeit 15% und für das Ertragwachstum bei lediglich 5%, was unseres Erachtens sehr konservativ ist. Da viele der weltweit führenden Technologieunternehmen ihren Sitz in Korea haben, betrachten wir Engagements am koreanischen Markt als hervorragende Möglichkeit, an der bevorstehenden Aufschwungsphase des Technologiezyklus teilzuhaben.

Markt mit hoher Volatilität

Wir machen auch durch reine Bottom-Up-Analyse attraktive Anlagen ausfindig, die vom breiteren Markt übersehen wurden und bei denen es sich häufig um Unternehmen handelt, die sich in einem Restrukturierungsprozess zur Verbesserung ihrer Eigenkapitalrendite befinden. Wenngleich wir die Perspektiven des koreanischen Marktes für attraktiv halten, ist weiterhin auf die hohe historische Kursvolatilität hinzuweisen, die sich unseres Erachtens in näherer Zukunft nicht abschwächen dürfte. Der koreanische Markt bietet in unseren Augen die Aussicht auf ein starkes Kapitalwachstum, ist jedoch unter Umständen nicht für Anleger mit schwachen Nerven geeignet.


Zum Autor:

HENRY CHAN, CFA
Asia Pacific Equity Investment Manager – Hongkong
Global Emerging Policy Team

Henry Chan ist seit September 2004 als Leiter koreanische und taiwanesische Aktien sowie als Leiter Strategie Pazifisches Becken bei Baring Asset Management in Hongkong tätig. Er ist Manager des Baring Korea Trust und Mitglied des globalen Sektorenteams Technologie von Baring Asset Management. Zuletzt arbeitete er bei Invesco, wo er sich auf den taiwanesischen Markt spezialisierte. Darüber hinaus beschäftigt er sich mit den Märkten Korea, Hongkong, China und Japan. Zuletzt war er Fondsmanager des Invesco Asia Net-Fonds sowie für Portfolios in der Assetklasse Pazifisches Becken (einschließlich Japan) und Asien (ohne Japan) verantwortlich. Henry Chan erlangte die Qualifikation zum CFA sowie zum CPA (Certified Public Accountant) und schloss 1992 ein Studium an der London School of Economics and Political Science mit dem BA-Abschluss ab. Neben Englisch spricht er Kantonesisch und Mandarin.


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