Wir verwenden Cookies um Ihnen mehr Benutzerfreundlichkeit bieten zu können. Durch die weitere Nutzung der Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Mehr Infos

Zweimal pro Woche - Kostenlos per E-Mail.

Der Newsletter ist selbstverständlich kostenlos und kann jederzeit abbestellt werden.

Sicherung realer Vermögenswerte

Dienen Ersparnisse und der heutige Konsumverzicht nicht dem Ziel, später mehr konsumieren zu können? Dabei kann die Inflation den Konsumenten einen Strich durch die Rechnung machen. Um sich abzusichern, sollten Anleger inflationsgebundene Anleihen in Betracht ziehen, empfiehlt Bernhard Urech, Clariden Bank. Research | 02.01.2007 06:00 Uhr

Sparen heisst das Zauberwort

Für gewöhnlich analysieren die Anleger die nominalen Renditen ihrer Portfolios – in denen der durch Inflation verursachte Preisanstieg enthalten ist, obwohl jeder Anleger doch primär am realen Wert und der Kaufkraft seiner Anlagen interessiert ist. Inflationsgebundene Anleihen wurden für den spezifischen Zweck konzipiert, die langfristige Kaufkraft von Anlegern zu erhalten. Der Schutz der Anleger ergibt sich durch die Anpassung von Kapital- und Zinszahlungen an die Inflation. Auch andere Vermögenswerte wie Immobilien, Edelmetalle und Rohstoffe werden von Anlegern als Inflationsabsicherung genutzt. Inflationsgebundene Anleihen bieten jedoch eine vergleichsweise geringere Volatilität und eine stärkere positive Korrelation mit der Inflation. Somit sind inflationsgebundene Anleihen die risikoärmste Alternative, um Realwerte zu schützen und langfristige Sparziele zu erreichen. Angesichts dieser Vorteile könnte man anstatt «Sollte ich inflationsgebundene Anleihen kaufen?» genauso gut fragen: «Sollte ich  überhaupt etwas anderes kaufen?». Vielleicht ist es an der Zeit, dass alle anderen risikoreicheren Anlageklassen gegenüber inflationsgebundenen Anleihen die Beweislast antreten.

Ist Inflation Vergangenheit oder ruht sie nur?

Als das US-Schatzministerium im Mai 1996 die Emission von inflationsgebundenen Anleihen ankündigte, wurde dies von Barron’s mit einem Scherz quittiert: «Eine gute Idee, deren Zeit gekommen und wieder gegangen ist.» Wer braucht in Zeiten von Preisstabilität schon Inflationsschutz? Es stimmt: In der jüngsten Vergangenheit wurde eine geringe und relativ stabile Inflation verzeichnet. Gehen wir jedoch weiter zurück, dann lag die durchschnittliche Inflation deutlich über ihrem heutigen Stand.

So manche Marktbeobachter finden es verwunderlich, dass sich inflationsgebundene Anleihen gerade in den vergangenen Jahren einer verstärkten Nachfrage erfreuten, bewegte sich die weltweite Inflation doch auf 50-jährigen Tiefständen. Erst kürzlich begann sie wieder leicht anzusteigen. Seit jedoch allgemein akzeptiert wurde, dass Deflation ein genauso grosses soziales Übel darstellt wie Inflation, konzentriert sich die Geldpolitik weltweit zunehmend auf das Gleichgewicht zwischen Inflationsrisiko und Wachstum. Bezahlen müssen wir ein anhaltendes Wirtschaftswachstum voraussichtlich mit der Rückkehr von Inflation.

Diversifikationsvorteile

Die Vorteile eines Portfolios, das inflationsgebundene Anleihen beinhaltet, sind mittlerweile weithin anerkannt, sodass Anleger gleich welcher Art in diese Produkte investieren – teilweise mit Allokationen bis zu 30%. Inflationsgebundene Anleihen werden in Realrenditen, traditionelle Bonds in Nominalrenditen ausgedrückt. Da sich Real- und Nominalrenditen genauso wenig vergleichen lassen wie Äpfel mit Birnen, sind inflationsgebundene Anleihen eine eigenständige Anlagekategorie – und bieten als solche Diversifikationsvorteile. Realrenditen sind normalerweise weniger schwankungsanfällig als Nominalrenditen, sodass inflationsgebundene Anleihen eine geringere Ertragsvolatilität aufweisen als andere Anlagekategorien.

Darüber hinaus korrelierten sie wenig, manchmal sogar negativ mit anderen Anlageklassen, darunter auch Aktien. Das folgende Zitat eines Anlegers bringt die Vorteile von inflationsgebundenen Anleihen auf den Punkt: «Anleger sind verrückt, wenn sie inflationsgebundene Anleihen nicht in ihr Portfolio traditioneller Aktien und Anleihen aufnehmen. Diese Diversifikation gibt es praktisch umsonst!»

Risiko-/Renditeprofil

Um das Risiko-/Renditeprofil von inflationsgebundenen Anleihen besser zu verstehen, müssen wir ihre relative Wertentwicklung mit der Performance von Nominalanleihen vergleichen und bestimmen, welche Anlage zu einem gegebenen Zeitpunkt das bessere Investment ist. Die Fisher-Gleichung besagt: Nominalzins = Realzins + Inflationserwartung + Risikoprämie. Mit der Umstellung dieser Gleichung erhalten wir einen leicht kalkulierbaren passenden Massstab für den Vergleich von Nominal- und Realrenditen: die Breakeven-Inflation. Breakeven-Inflation = Inflationserwartung + Risikoprämie = Nominalrendite – Realrendite. Die Breakeven-Inflation ist die Inflationsrate, die sich ergibt, wenn die nominale Rendite von inflationsgebundenen Anleihen jener von konventionellen Anleihen mit der gleichen Laufzeit entspricht. Ein Beispiel: eine 10-jährige Schatzanleihe rentiert nominal 4,5%, eine 10-jährige TIPS-Anleihe real mit 2,5%. Die Breakeven-Inflation beträgt somit 2%. Liegt die Breakeven-Inflation unter der tatsächlichen Inflation für die Restlaufzeit, sollten TIPS eine höhere Gesamtrendite als konventionelle Schatzanleihen mit gleicher Laufzeit bieten.

Während der Laufzeit einer inflationsgebundenen Anleihe führen steigende Breakeven Inflationsraten zu einer Outperformance dieser Kategorie gegenüber konventionellen Anleihen und umgekehrt. Betrachtet man nun alle Komponenten der Fisher-Gleichung, so wird die Realrendite letztlich von den erwartenden Renditen der Realwerte in einer Volkswirtschaft bestimmt. Es gibt also in jedem Fall eine zyklische Grösse, welche die Realrendite in Beziehung zu Wirtschaftsaktivität und –wachstum setzt. Die Inflationserwartungen hängen vor allem davon ab, wie die Anleger die künftige Geldpolitik bewerten, während sich die Risikoprämie aus der Markteinschätzung der Volatilität künftiger Inflationsraten ergibt.

Meist gleichen sich diese Grössen bis zu einem gewissen Masse aus, denn steigende Renditen (schlecht für inflationsgebundene Anleihen) gehen meist mit zunehmenden Inflationserwartungen (gut für inflationsgebundene Anleihen) und umgekehrt einher. Daher entwickeln sich inflationsgebundene Anleihen meist weniger volatil als vergleichbare konventionelle Bonds und neigen bei steigenden Renditen zur Out-, bei fallenden Renditen zur Underperformance.

Schlussfolgerung

Im Zuge der Bewertung des dem aktuellen Umfeld innewohnenden Risikos einer zurückkehrenden Inflation sind wir überzeugt, dass inflationsgebundene Anleihen eine attraktive Anlagekategorie sind und in jedem Portfolio ihren Platz haben sollten. Man kann argumentieren, dass inflationsgebundene Staatsanleihen die ultimative risikofreie Anlage darstellen, da sie die Kaufkraft erhalten und daher das Erreichen langfristiger Sparziele ermöglichen. Als eigene Anlagekategorie mit eigenständigen Risiko-/Renditemerkmalen bieten sie Diversifikationsvorteile und verbessern das Risiko-/Ertragsprofil eines jeden Portfolios. So avancieren inflationsgebundene Anleihen sowohl für Anleger als auch Emittenten unbestritten zu einer neuen bleibenden Anlagekategorie.

Wir rechnen mit einem anhaltendem kräftigen Wachstum dieses Marktes, wobei die Nachfrage das wachsende Angebot übersteigen dürfte. Unseres Erachtens sind inflationsgebundene Anleihen ein seltenes Beispiel für einen Markt mit struktureller Überschussnachfrage in den kommenden Jahren, dies aufgrund der Überalterung der Gesellschaft und dem damit einhergehenden kräftigen Nachfragewachstum für Produkte mit bekannten realen Cashflows.


Zur Person:

Bernhard Urech, CFA
Stellvertretender Direktor

Bernhard Urech begann bei der Clariden als Devisen- & Geldmarkthändler im Jahr 1994. 1996 wechselte er zum Handel festverzinslicher Anlagen mit der Verantwortung über neuaufkommende Marktprodukte und Handel. Danach arbeitete er als Händler im Bereich der festverzinslichen Anlagen und Wandelanleihen. Zuvor arbeitete er bei den Grossbanken Credit Suisse Group und UBS. An der Universität Zürich schloss er Volkswirtschaft ab und ist ein CFA Charterholder.


Gastkommentare werden von anerkannten Finanzmarktexperten verfasst, deren Meinungen nicht mit jener der e-fundresearch.com Redaktion übereinstimmen müssen.

Performanceergebnisse der Vergangenheit lassen keine Rückschlüsse auf die zukünftige Entwicklung eines Investmentfonds zu. Wert und Rendite einer Anlage in Fonds können steigen oder fallen. Anleger können gegebenenfalls nur weniger als das investierte Kapital ausgezahlt bekommen. Auch Währungsschwankungen können das Investment beeinflussen. Beachten Sie die Vorschriften für Werbung und Angebot von Anteilen im InvFG 2011 §128 ff. Die Informationen auf www.e-fundresearch.com repräsentieren keine Empfehlungen für den Kauf, Verkauf oder das Halten von Wertpapieren, Fonds oder sonstigen Vermögensgegenständen. Die Informationen des Internetauftritts der e-fundresearch.com AG wurden sorgfältig erstellt. Dennoch kann es zu unbeabsichtigt fehlerhaften Darstellungen kommen. Eine Haftung oder Garantie für die Aktualität, Richtigkeit und Vollständigkeit der zur Verfügung gestellten Informationen kann daher nicht übernommen werden. Gleiches gilt auch für alle anderen Websites, auf die mittels Hyperlink verwiesen wird. Die e-fundresearch.com AG lehnt jegliche Haftung für unmittelbare, konkrete oder sonstige Schäden ab, die im Zusammenhang mit den angebotenen oder sonstigen verfügbaren Informationen entstehen.

Melden Sie sich für den kostenlosen Newsletter an

Regelmäßige Updates über die wichtigsten Markt- und Branchenentwicklungen mit starkem Fokus auf die Fondsbranche der DACH-Region.

Der Newsletter ist selbstverständlich kostenlos und kann jederzeit abbestellt werden.

Für diesen Suchebgriff konnten wir leider keine Ergebnisse finden!
Fonds auf e-fundresearch.com

Weitere Informationen zu diesem Fonds Kennzahlen per 30.09.2019 / © Morningstar Direct
Bereiche auf e-fundresearch.com
NewsCenter auf e-fundresearch.com
Kontakte auf e-fundresearch.com

{{ contact.email }}

{{ contact.phonenumber }}

{{ contact.secondary_phonenumber }}

{{ contact.address }}

Weitere Informationen im {{ contact.newscenter.title }} Newscenter
Artikel auf e-fundresearch.com