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Studie: Mangelnde Altersvorsorge der Briten

Der designierte britische Premierminister Gordon Brown sieht sich einer unzureichenden Altersabsicherung der Bevölkerung in Großbritannien gegenüber. Wie eine Studie von Fidelity International ergeben hat, werden die erwerbstätigen Briten unter Berücksichtigung sämtlicher Vorsorgemaßnahmen im Alter viel weniger Rente erhalten. Research | 21.06.2007 13:10 Uhr

Und zwar lediglich 50 Prozent ihres letzten Brutto-Haushaltseinkommens vor Renteneintritt. Damit stehen die Briten im Ruhestand schlechter als die Deutschen da, die ebenfalls erhebliche Rentenlücken ausgleichen müssen.

Studie bereits zum zweiten Mal

Fidelity hat in Großbritannien bereits zum zweiten Mal eine Studie durchgeführt, um den tatsächlich zu erwartenden Versorgungsgrad der Bevölkerung im Alter zu ermitteln. In Deutschland wurde eine vergleichbare Studie in diesem Jahr erstmals veröffentlicht: Der Fidelity Renten- und Alterssicherungs-Index (Fidelity REAL-Index) 2007 ergab, dass die erwerbstätigen Deutschen 56 Prozent ihres letzten Brutto-Haushaltseinkommens als Rente erreichen werden.

"Die unzureichende Versorgung im Alter ist ein länderübergreifendes Phänomen und muss dringend angepackt werden. Sowohl Briten als auch Deutsche sollten deshalb überprüfen, ob ihre bisherigen Altersvorsorgeaktivitäten zielführend und effektiv sind", sagte Dr. Klaus Mössle, Geschäftsführer und Leiter des Institutionellen Geschäfts von Fidelity International in Deutschland.

Deutsche schätzen ihr Alterseinkommen realistischer als Briten ein
 
Bei den Briten liegen Wunsch und Wirklichkeit in Bezug auf die spätere Versorgung weit auseinander: Während sie glauben, dass sie nach Renteneintritt 76 Prozent ihres letzten Brutto-Haushaltseinkommens vor Renteneintritt erreichen, werden es nach den Berechnungen von Fidelity nur 50 Prozent sein - eine Differenz von 26 Prozentpunkten. Diese Spanne ist in Deutschland zwar geringer, beträgt angesichts eines erwarteten Rentenniveaus von 70 Prozent des letzten Brutto-Haushaltseinkommens aber immer noch 14 Prozentpunkte.

Zwar schätzen die Deutschen ihre Versorgungssituation im Alter realistischer als die Briten ein. Doch verfehlen die Menschen in beiden Ländern ihre Sparziele erheblich. Entscheidend wird es daher sein, die Anleger von einer stärker eigenverantwortlichen Vorsorge zu überzeugen", so Mössle. Ein Alterseinkommen von 50 Prozent des heutigen Durchschnittsgehalts in Großbritannien läge nur knapp oberhalb des nationalen britischen Mindestlohns, wie die Fidelity Studie zeigt.
 
Um das Versorgungsniveau zu verbessern, sollten die Anleger einige Grundregeln beachten. Dazu gehören insbesondere die Kombination verschiedener Geldanlagen zu einem effizienten Anlage-Mix, die Nutzung von renditestarken Anlagen, regelmäßiges Investieren sowie ein möglichst frühzeitiger Beginn des Sparens.

Erhebungsmethode
 
Für die Fidelity Studie in Großbritannien wurden 1.000 Erwerbstätige auf Haushaltsebene im Februar 2007 befragt. Erhoben wurden sämtliche der Altersvorsorge dienende private Mittel sowie bis dato aufgelaufene Ansprüche aus der gesetzlichen und betrieblichen Altersversorgung. Anhand der ermittelten Daten errechnete Towers Perrin mithilfe eines ökonometrischen Kapitalmarktmodells das Brutto-Haushaltseinkommen unmittelbar vor sowie nach dem Renteneintritt.  

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