Hohe Arbeitslosigkeit
Für die Eurozone geht Schilbe für 2012 von einem Minus von 0,6 Prozent aus. „Hohe Arbeitslosenzahlen und restriktive Fiskalpolitik drücken in den südlichen Peropheriestaaten auf den Konsum“, meint er. Inflationsgefahr sieht er deshalb derzeit nicht. Für 2012 sieht er eine Inflationsrate von 2,3 Prozent. „Für einen positiven Muliplikatoreffekt auf den Konsum müssten sich erst die Arbeitslosenzahlen stabilisieren.“
Deutschland profitiert
„Dass der Euro unter Druck steht, hat die Wettbewerbsfähigkeit deutscher Unternehmen verbessert“, spricht Schilbe einen positiven Nebeneffekt des aktuellen Umfelds für die deutsche Wirtschaft an. Das würde sich auch in dem für das Gesamtjahr zu erwartenden BIP-Wachstum von 0,8 Prozent widerspiegeln. 2013 erwartet der Chefvolkswirt dann ein Plus von 1,5 Prozent.
USA: Keine nachhaltige Arbeitsmarktbelebung
Auch wenn Schilbe heuer in den USA mit einem BIP-Wachstum von 1,8 Prozent rechnet, glaubt er nicht, dass dies auch eine nachhaltige Belebung des US-Arbeitsmarktes mit sich bringen wird. Bekanntlich ist die Arbeitslosigkeit in der größten Volkswirtschaft der Welt nach wie vor hoch. Dementsprechend erwarte er auch in den kommenden Monaten weitere stimulierende Maßnahmen der Fed.
Gewinnerwartungen zu optimistisch
Bis zum Jahresende erwartet Christian Heger, Mitglied der Geschäftsführung und CIO bei HSBC Global Asset Management (Deutschland) in der Eurozone keine Steigerung der Unternehmensgewinne. „Für 2013 erscheint uns ein erwartetes Gewinnwachstum von 10 Prozent als zu optimistisch, da noch nicht absehbar ist, ob die Eurozone bis dahin aus der Rezession kommt“, sagt er. In Deutschland sei im kommenden Jahr eine Steigerung von bis zu 5 Prozent möglich – vorausgesetzt die Weltwirtschaft wachse nicht weniger als 2 Prozent.
Keine Gewinneinbrüche
„Auch wenn die Gewinne deutscher und europäischer Unternehmen kurzfristig unter Druck geraten können, Einbrüche erwarten wir nicht“, sagt Heger weiter. Gemeinsam mit den attraktiven Bewertungen sei das der Hauptgrund, der für ein Investment in Aktien spreche. „Die Bewertungen liegen in Europa derzeit zwischen 20 und 25 Prozent unter ihren langjährigen Durchschnitt“, sagt der CIO.
Weltwirtschaft wächst 2012 um 2 Prozent
Mit einem volatilen Umfeld müssten Anleger – dem Newsflow seitens der Eurokrise sei dank – allerdings weiterhin rechnen. Auch die Geldpolitik werde weiterhin expansiv bleiben. Optimistisch stimmt den Experten das für 2012 erwartete Weltwirtschaftswachstum von +2 Prozent. „Die globale Konjunktur ist zwar schwach, eine Rezession wie 2009 sehen wir jedoch nicht“, so Heger.
Staatsanleihen: Zinsen zu niedrig
Neben Deutschland und der EU gefallen Heger auch die Bewertungen in den Emerging Markets. Im Übrigen gebe es derzeit keinen Markt, in dem die Bewertungen über ihren historischen Durchschnitt liegen würden. Auf der Bondseite habe er eine „eindeutige Präferenz“ für Unternehmensanleihen, ebenso wie Schwellenländeranleihen. „Staatsanleihen haben wir aufgrund der niedrigen Verzinsung untergewichtet“, sagt er.
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