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Liquiditätsschwemme beruhigt Konjunktursorgen und Staatsschuldenkrise

Konjunkturaussichten weiterhin gedämpft +++ Aktien interessant, aber Gewinnschätzungen gehen nach unten +++ Emerging-Markets-Anleihen bleiben eine attraktive Alternative Economics | 02.10.2012 10:25 Uhr

Weiterhin bleibt der Ausblick für die globale Konjunktur sehr verhalten – Staatsschuldenkrise und Rezession in der Eurozone, Wachstumsverlangsamung in den USA und selbst in den Emerging Markets nur moderate Expansion der Wirtschaft. In der Eurozone leiden die Peripherieländer unter mangelnder Wettbewerbsfähigkeit, die Konjunkturaussichten in Südeuropa sind schlecht und haben auch Auswirkungen auf das exportabhängige Deutschland. Es ist daher für die deutsche Konjunktur sehr wichtig, dass die Probleme in Südeuropa rasch gelöst werden. Das BIP dürfte in der Eurozone 2012 um 0,5 % sinken. Für 2013 ist mit einem Nullwachstum – allerdings mit Abwärtsrisiken – zu rechnen. Auch in den USA ist die Konjunktur ins Stocken geraten, die Erholung am Arbeitsmarkt verläuft langsam und die Stimmung bei den US-Unternehmen hat sich über den Sommer eingetrübt. Die Unternehmensinvestitionen waren so schwach wie seit drei Jahren nicht mehr. Erfreulich ist die Erholung des US-Immobilienmarkts, Zinsbelastungen für die einzelnen Haushalte und die Leistbarkeit neuer Immobilien haben wieder ein vernünftiges Niveau erreicht.
 
Abkühlung in Fernost sowie moderates Wachstum in den Emerging Markets

In Japan laufen die Aufhol- und Normalisierungseffekte nach der Erdbebenkatastrophe 2011 langsam aus, weshalb erneut eine sehr verhaltene Konjunkturentwicklung zum Vorschein kommt. Nach einem BIP-Wachstum von etwa zwei Prozent für 2012 dürfte das Wirtschaftswachstum im kommenden Jahr nur mehr rund ein Prozent ausmachen. Trotz zuletzt enttäuschender Konjunkturdaten sollte China im heurigen Jahr sein wenig ambitioniertes Wachstumsziel von 7,5 % erreichen. Auch in den meisten anderen Emerging Markets wächst die Wirtschaft aktuell moderater. Allerdings stehen diese Länder im Vergleich zu den etablierten Märkten fundamental wesentlich besser da.
 
Notenbanken als Hoffnungsträger

Dass sich die Finanzmärkte bislang zuversichtlich präsentieren, ist dem entschlossenen Handeln der Notenbanken zu verdanken. Einzelne Investoren sind zurecht davon ausgegangen, dass die globalen Notenbanken und – mit Einschränkung – auch die Politik mit gezielten Maßnahmen das Ruder herumreißen können. In der Tat haben in den vergangenen Wochen EZB und Fed massive Stimulus-Maßnahmen gesetzt, welche die Lage einige Zeit beruhigen sollten.
 
Aktien interessant, aber nicht mehr extrem günstig

Die bisherigen drei Quartale verliefen an den Aktienmärkten sehr volatil. Im September gab es trotz konjunkturellem Gegenwind neue Jahreshöchststände, obwohl die Gewinnschätzungen laufend nach unten revidiert werden und die Bewertungen vieler Aktien beziehungsweise Indizes sich entsprechend verschlechtern. Verantwortlich für die Kursgewinne war unter anderem die EZB, welche mit ihren Maßnahmen mittelfristig das Risiko eines Eurozerfalls deutlich reduziert hat. Ein weiterer positiver Aspekt der Notenbankmaßnahmen ist das derzeit extrem niedrige Zinsumfeld, aufgrund dessen der Risikoaufschlag von Aktien im Verhältnis zu Anleihen mit rund fünf Prozent historisch hoch ist. Auch die Dividendenrendite bei europäischen Unternehmen ist mit durchschnittlich 3,5 % erfreulich. Wir bewerten die internationalen Aktienmärkte in Summe neutral, auf Sektorebene haben wir die Untergewichtung bei Finanzwerten abgebaut und finden Technologie- und Industriewerte interessant.
 
Notenbankmaßnahmen reduzieren die Nachfrage für sichere Häfen

Sichere Staatsanleihen haben im 3. Quartal einen leichten Renditeanstieg erlebt, da Fed und EZB die Systemrisiken reduziert und damit die Inflationsgefahr erhöht haben. Die grundlegenden Probleme sind damit aber noch lange nicht gelöst und das globale Wirtschaftswachstum dürfte verhalten bleiben, weshalb sichere Häfen weiterhin Käufer finden werden. Entsprechend sollte sich die Rendite 10-jähriger deutscher Staatsanleihen im 4. Quartal in der Bandbreite von 1,2 % bis 2,2 % bewegen, wobei wir unser Quartalsziel in der Mitte dieser Bandbreite ansetzen.

Bei Unternehmensanleihen Risiken im Auge behalten

Vor dem Hintergrund der Staatsschuldenkrise bleiben Unternehmensanleihen trotz des schwachen Konjunkturumfelds im Vergleich zu Staatsanleihen interessanter. Verglichen mit dem Aktienmarkt erfreut sich diese Anlageform einer deutlich geringeren Volatilität. Derzeit sind das BBB-Segment im mittleren bis langen Laufzeitbereich sowie das BB-Segment im kürzeren Laufzeitbereich zu bevorzugen. Bei der Sektorenauswahl meiden wir im Gegensatz zur Aktienseite weiterhin Bankanleihen, da das Risiko-Rendite-Profil weniger attraktiv erscheint. Emerging-Markets-Anleihen sind hingegen nach wie vor eine sehr interessante Alternative. Das tiefe Renditeniveau in vielen Industriestaaten macht Anleihen von Ländern mit guten Verschuldungsdaten, geringem politischen Risiko und soliden ökonomischen Kennzahlen für Anleger interessant. Gerade weil die günstige Liquidität aus den Industriestaaten auch in Zukunft in die Wachstumsmärkte fließen wird, bieten EM Lokalwährungsanleihen, aber auch EM Hartwährungsanleihen attraktive Renditechancen.
 
Alternatives sind wichtiger Portfoliodiversifikator

Angesichts weiter bestehender Risikofaktoren ist eine breite Diversifikation über alle Assetklassen unverändert wichtig. Als nicht korrelierte Beimischung gefallen uns weiterhin „Insurance Linked Securities“ und Volatilitätsstrategien. Die Rohstoffpreise sind jüngst aufgrund von QE 3 und EZB-Maßnahmen deutlich gestiegen und haben ihren Abwärtstrend verlassen. Die extrem lockere Geldpolitik sollte diese Anlageklasse als Inflationsabsicherung unterstützen. Aufgrund einer in der Regel verhaltenen Nachfrageentwicklung und eines robusten Angebotswachstums verfügt aber momentan kaum ein Energie- und Industriemetallmarkt über wirklich überzeugende Fundamentaldaten mit denen Preisanstiege begründet werden können. Gold hat in den letzten Wochen wieder zulegen können. So notiert es derzeit nahe an der Marke von 1.800 USD je Unze. Geht Gold darüber, sollte sich der Aufwärtstrend in Richtung 2.000 USD beschleunigen.

ASSET ALLOCATION FÜR DAS 4. QUARTAL 2012

Asset Allocation

  • EZB entschärft zumindest temporär die von der Staatsschuldenkrise ausgehende Bedrohung
  • Konjunktur schwach, Stabilisierung der Frühindikatoren spricht gegen zu defensive Positionierung 
  • Diversifikation und Hedges aufgrund bevorstehender Schlüsselereignisse wichtig (z.B. „fiscal cliff“)

Aktien

  • Notenbanken, gesunde Unternehmensbilanzen und attraktive Risikoprämien unterstützen
  • schwacher Konjunkturausblick und Gewinnrevisionen belasten noch günstige Bewertungen 
  • verhalten optimistische Aktienpositionierung mit regionaler Übergewichtung in Europa

Anleihen

  • sichere Staatsanleihen trotz erfolgreicher Notenbankmaßnahmen und Inflationsgefahr gefragt
  • Unternehmensanleihen attraktiver als Staatsanleihen, Kreditrisikoprämien teilweise tief 
  • Emerging-Markets-Anleihen bieten gerade mit QE 3 attraktive Renditechance

Währungen

  • Euro stabilisiert, Abwärtsrisiken bleiben aber bestehen
  • Beruhigung der Eurokrise sollte Schweizer Franken-Kurs nicht übermäßig belasten

 


Die gesamte Markteinschätzung 4. Quartal 2012 finden Sie hier!

 

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