Welt-BIP 2013: +3,5 %
„Die Weltwirtschaft wird sich 2013 leicht besser entwickeln als 2012“, sagt Koesterich. Konkret, rechnet er mit einem globalen BIP-Plus von 3,5 Prozent. „Die Entschuldung der Privathaushalte in den USA und Europa, sollte die Wirtschaft weniger belasten.“ Andererseits würden – vor allem in Europa – die Sparmaßnahmen auf die Wirtschaftsleistung drücken: „Höhere Steuern bedeuten geringeres Wachstum.“
US-Budget: Investoren gelassen
„Dass im US-Budget-Streit keine langfristige Lösung Budget gefunden werden konnte, scheint Investoren nicht zu beunruhigen, da die Fed zu günstigen Konditionen Kapital ausleihen kann.“ Bis 2017 und 2018, wenn die Baby-Boomer in großer Zahl in Pension gehen werden, sei eine Lösung unumgänglich. „Dann werden die Pensions- und Health Care-Kosten explodieren “, warnt der Experte.
USA: Keine Rezessionsgefahr
Die Gefahr einer neuerlichen Rezession in den USA sieht Koesterich nicht. 2012 und 2011 ist die größte Volkswirtschaft der Welt um 2,2 bzw. 1,8 % gewachsen. „Wir werden auch 2013 ein positives Wirtschaftswachstum in den USA sehen. Allerdings besteht das Risiko, dass sich ein Plus von 2 % nicht ausgeht“, sagt er. So könnten etwa Steuererhöhungen auf den Konsum drücken.
Europa: Lage besser
„Das Glas ist halb voll“, umschreibt Koesterich die Lage in Europa. Positiv einzuschätzen wären im Vorjahr gesehene Maßnahmen, wie die Ankündigung der ECB, unbegrenzt Krisenländer-Anleihen aufkaufen zu wollen. Das habe viel Druck von Italien, Spanien und Portugal genommen. „Weitere wichtige Schritte, wie etwa die Bankenintegration erwarte ich mir allerdings erst nach den Wahlen in Deutschland im Herbst.“
China: 7 bis 8 % BIP-Plus
„Das Wirtschaftswachstum wird in Europa 2013 flach ausfallen“, erwartet er ein weiteres schwieriges Jahr. Anders die Situation in den Schwellenländern: Hier würde die Wirtschaft wieder an Fahrt gewinnen. China würde in Zukunft ein jährliches Wachstum zwischen 7 und 8 % sehen, das stärker vom Konsum getrieben werde. „Ein jährliches BIP-Wachstum um die 10 % wäre nicht nachhaltig“, so Koesterich.
China und Indien stabiler
Wie sollen sich Anleger 2013 verhalten? Koesterich rät insgesamt auf Diversifikation zu setzen. Vor allem in kleineren Ländern, mit überschaubarem Asset-Angebot sei es empfehlenswert über die Grenzen hinaus zu blicken. „Dass China und Indien stabiler wirken als noch vor zehn Jahren, ist eine Implikation für Portfolios.“ Längerfristig sei es empfehlenswert die Allokation gegenüber den Emerging Markets zu erhöhen.
Tipp: Schwellenländeranleihen
Im Rentenbereich hat Koesterich neben Emerging Markets Anleihen auch High Yield auf der Rechnung. „Die Assetklasse schaut weiterhin attraktiv aus. Investoren werden hier ausreichend für das Risiko kompensiert, das sie eingehen“, sagt er. Gleichzeitig würden die Ausfallsraten niedrig bleiben. Chancen sieht er auch bei Anleihen der Euro-Peripheriestaaten, ebenso wie bei Kommunalanleihen.
Vorsicht bei sicheren Assets
„Investoren sollten für Sicherheit nicht zu viel bezahlen“, so Koesterich. Denn, Staatsanleihen könnten riskanter sein, als sie auf den ersten Blick ausschauen. Denn die Käufer wären hier nicht normale Investoren, sondern die Zentralbanken und diese wären wenig preissensibel. Aber auch sichere Aktien wären wenig attraktiv. Zur Vorsicht mahnt er etwa bei Versorgern. „Sie sind bereits sehr teuer“, so Koesterich.
US-Aktien: Think big
Insgesamt empfiehlt der BlackRock-Experte Anlegern im Aktienbereich auf Qualitätstitel aus den Emerging Markets zu setzen, ebenso wie Konsumwerte oder billige europäische Titel. In den USA wären die Aktien größerer Unternehmen interessant. „Sie sind nicht nur günstiger, sonder auch profitabler. Geht das Wachstum am Heimatmarkt zurück, können vom Wachstum in anderen Märkten profitieren.
Tipp: Unterinvestierte Assets
Auf der Rechnung hat der BlackRock-Investmentstratege im Aktienbereich auch unterinvestierte Assets. Dazu würden etwa japanische oder russische Aktien zählen. „Das sind zwar Märkte, in die man nicht längerfrisitig investiert sein möchte, kurzfristig macht das in taktischer Hinsicht allerdings durchaus Sinn“, erklärt der BlackRock-Chef-Investmentstratege.
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