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Geheuchelter Zypern-Aufschrei Gedanken zur Sparerbeteiligung

Die Finanzminister der Eurozone begangen am Freitag also einen Tabubruch. Spareinlagen werden in Zypern mit einer Zwangsabgabe belegt, sofern das Parlament dies in seiner auf heute – Dienstag – verschobenen Sitzung, beschließt. Ein Gastkommentar von Mag. Markus Schuller, MBA, MScFE, Panthera Solutions. Economics | 19.03.2013 10:38 Uhr

Die Finanzminister der Eurozone begangen am Freitag also einen Tabubruch. Spareinlagen werden in Zypern mit einer Zwangsabgabe belegt, sofern das Parlament dies in seiner auf morgen – Dienstag – verschobenen Sitzung, beschließt.

Sehen wir uns den Deal aus der Nähe an.  Gemäß aktuellem Verhandlungsstand von heute Nachmittag ist für Spareinlagen bis EUR 100k eine Abgabe von 3% vorgesehen, Von Einlagen bis EUR 500k sollen nun 10% und über EUR 500k gleich 15% einbehalten werden. Zuvor war eine Abgabe von 6,75% auf Einlagen bis EUR 100k und 9,9% für darüber hinausgehende angesetzt.

In der derzeitigen Fassung läuft es auf eine progressive Vermögenssteuer hinaus.

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Eine gute Idee.

Der Aufschrei vieler Experten ist erstaunlich.

Wie allseits bekannt, positionierte sich Zypern als Schwarzgeldbunker für russisches Kapital. Die heute mürrisch artikulierte Ablehnung Putins bestätigt lediglich die enge Verbindung zwischen beiden Ländern.  Der Chart unten zeigt Zyperns Ausnahmestellung als mit Abstand größter Auslandsinvestor in Russland. Ist auch plausibel erklärbar, bei einer Bevölkerung von 1,1 Millionen und eine 2012 (e) GDP von USD 24 Milliarden. Ironie Ende.

Folgt man vagen FT Schätzungen, liegen derzeit zwischen EUR 8 und 35 Milliarden an russischem Kapital auf zypriotischen Konten. Wäre Zypern nicht Teil der Europäischen Union, könnte es als zweiundzwanzigste russische Republik wahrgenommen werden.

Nun wird der Aufschrei damit begründet, dass diese Vorgehensweise spill-over Effekte auf andere Peripherieländer in der Eurozone haben könnte. Ein Gedanke hierzu: man darf  Rat/IMF/ESM/EFSF durchaus zugutehalten, dass sie in der Strukturierung der Finanzierungsseite durchaus länderspezifische Lösungen fand. Wie eben auch in Zypern unter Einbeziehung der Einlagen. Einzig in der Kombination Strukturreformen und Austeritätsprogramme blieben sie konsistent, ob dies nun Spanien, Irland oder Zypern betraf.

Ergebnis: Ich gehe davon aus, dass der Einbezug der Spareinlagen nicht zum Role Model für weitere Auffangprogramme in der Eurozone wird. Auch wird sich die Kapitalflucht in Zypern mittels ECB Geldtransporten und temporären Kapitalschranken administrieren lassen. Es gibt hierzu Präzedenz-fälle. Die ECB sollte darauf vorbereitet seit, wie auch Asmussen heute bestätigte.

Mittelfristig wird durch die Kombination aus Strukturreformen/Austeritätsprogrammen ein Schuldenerlass notwendig sein. Weder sind die 140% der zypriotischen Staatschuldenquote (inklusive EUR 10 Mrd via ESM/IMF), noch die 156% in Griechenland (Q3/2012 – Eurostat) tragfähig. Mehr dazu erst nach der deutschen Bundestagswahl im September. In Zypern ließen sich zumindest die gegen Ende des Jahrzehnts zu sprudeln beginnenden Einnahmen aus der Gas-Exploration gegenrechnen (geschätzter Marktwert von über EUR 600 Milliarden).

Ein gewichtiger Aspekt wird übersehen
Wir befinden uns in einer finanziellen Repression. Sprich, die Spareinlagen werden durch negative Realzinsen reduziert. Eine elegante Form der langsamen, langfristigen Enteignung, die bereits in den USA und UK nach dem 2. WK gut funktionierte.

Beispielhaft sind in den beiden Charts unten die 10Y Yield von deutschen und britischen Staatsanleihen der jeweiligen Inflationsrate gegenübergestellt. Ein Proxy-Maß, dass die Repressionswirkung lediglich milde darstellt. Und trotzdem ausreichend eindringlich.



Durch direkte, wie indirekte Kapitalmarkt-interventionen induzierten die relevanten Zentral-banken der Weltwirtschaft eine artifizielle Erholung in den risky asset Preisen. Der damit einher gehende Vermögenseffekt kommt – welch Überraschung – nicht allen gleich zugute.  Beispiel USA. Für 80% der Haushalte verkleinerte sich seit 2008 der Anteil am volkswirtschaftlichen Haushaltsvermögen. Ein Trend, der bereits Ende der 90er Jahre einsetzte.

Dies bedeutet, dass sich Vermögende Dank Notenbanken gut gegen die finanzielle Repression schützen können, in dem sie in risky assets investiert sind. Bei einer Aktionärsquote in Deutschland und Österreich von unter 10% wird deutlich, wie stark die große Mehrheit der Haushalte direkt von der schleichenden Enteignung betroffen ist.


Mag. Markus Schuller, MBA, MScFE
Managing Director

Panthera Solutions

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