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Schroders wöchentlicher Marktkommentar vom 27.01.2003

Politikimpuls für die Wirtschaft wird schwächer Economics |

Politikimpuls für die Wirtschaft wird schwächer

Ein Hauptgrund für unsere Vorsicht bei der Einschätzung der globalen Weltwirtschaft in 2003 ist das Nachlassen des wirtschaftspolitischen Stimulus. Unsere Analyse nimmt Indikatoren des monetären Umfelds zu Hilfe, um die Auswirkung der Zins- und Wechselkursveränderung auf das Wachstum abzuschätzen. Die Idee dahinter ist, dass eine Zins- oder Wechselkursänderung die Wirtschaftsaktivität im Zeitraum von einem Jahr beeinflusst. Die Veränderungen werden gemeinsam gewichtet, um den gesamten Einfluss auf die Aktivität berechnen zu können. Zusätzlich zur Beurteilung des Einflusses der Politik auf die Wirtschaft hat dieser Ansatz den Vorteil, das wir uns eine Meinung darüber bilden können, wie eine Veränderung, zum Beispiel des Dollars oder des Euros, sich auf die Zinsen auswirken würde.

Unsere Analyse führt zu zwei Schlussfolgerungen:

Erstens liegen in allen großen Wirtschaftsregionen die Auswirkungen der Wirtschaftspolitik bereits hinter uns. Zinskürzungen der Federal Reserve, EZB und der Bank of England von 2001 haben in 2002 die Wirtschaftsaktivitäten angekurbelt. Obwohl allgemein die Meinung vertreten wird, dass Geldpolitik nicht mehr greife, sind wir der Meinung, dass sie eine wichtige Rolle bei der Unterstützung der Wirtschaftsaktivität im letzten Jahr spielte. Die Zinskürzungen der Federal Reserve und der EZB vor nicht allzu langer Zeit werden die Wirtschaftsaktivität in diesem Jahr unterstützen, aber das Ausmaß der Lockerung ist weitaus schwächer als zu Beginn des Zyklus.

Zweitens, wenn wir uns auf die Eurozone konzentrieren, legt unsere Analyse den Schluss nahe, dass die jüngste Zinssenkung der EZB durch den Anstieg des Euros fast vollständig aufgehoben wurde. Dies erklärt, warum sie einen schwindend geringen Einfluss auf Deutschland und Frankreich hatte. Veränderungen der Zinsrate dominierten während der letzten zwei Jahre, und die Politik wurde locker gehalten. Weil die Auswirkungen der Zinssenkung verschwunden sind und der Euro an Stärke zugenommen hat, ließ der allgemeine Antrieb durch die Zinspolitik nach. Obwohl das letzte monatliche Bulletin der EZB erneut behauptete, dass deren Politik für die Gegenwart angemessen ist, kann daraus geschlossen werden, dass die EZB erneut die Zinsen senken muss, um die geldpolitische Lockerung, die sie Ende des letzten Jahres implementiert hat, wiederherzustellen.

In Großbritannien, wie auch in den USA und der Eurozone, ist der Effekt der Zinskürzung nicht mehr spürbar, und das Nachgeben des Pfund Sterling war nicht stark genug, um für einen Aufschwung zu sorgen. Zweifelhafte Änderungen in der Zinspolitik bleiben länger als ein Jahr erhalten, aber dies entspricht den Anzeichen eines beginnenden Nachgebens des Wohnungsmarktes.

Nicht nur die Geldpolitik verliert an Einfluss, sondern - den neuesten Plänen nach - auch die Steuerpolitik. Das Steuerpaket von Bush ist expansiv angelegt, kommt aber nicht dem steuerpolitischen Impuls des letzten Jahres gleich. Die Entscheidung Deutschlands an den Stabilitäts- und Wachstumspakt dieses Jahres festzuhalten, bedeutet, dass die Steuerpolitik kontraktiv sein wird. Unterdessen wird die Steuerpolitik von Großbritannien zum Wachstum beitragen, aber wie in den USA, in geringerem Umfang als in 2002. Dies kann hauptsächlich auf die Verteuerung der Sozialversicherung zurückgeführt werden, welche im April ansteht.

Die Schlussfolgerung dieser Analyse ist, dass die Geld- und Steuerpolitik dieses Jahr das Wachstum nicht so kräftig unterstützen wird wie letztes Jahr. Die Hoffnung war, dass die Weltwirtschaft zum jetzigen Zeitpunkt schon robust genug sein würde, um auf eigenen Füßen stehen zu können, und dass die Politiker daran denken könnten, den Stimulus zurückzufahren. Statt dessen sehen wir uns zu Beginn des Jahres 2003 mit einem Nachlassen der Dynamik in der globalen Wirtschaftstätigkeit konfrontiert. Die unklare Entwicklung im Irakkonflikt verkompliziert die Situation noch und verstärkt die Unsicherheit und die Besorgnis. Eine Konsequenz wird sein, dass die Politik wieder gelockert werden muss, sonst wird das Wachstum unzweifelhaft enttäuschend ausfallen.

 

Zusammenfassung der Daten dieser und der nächsten Woche

Eine ereignislose Woche in den USA bedeutete, dass sich alle auf die inländischen Nachrichten konzentrierten. Die größte Überraschung war der Anstieg der Einzelhandelsverkaufszahlen von Dezember (+1,1 % auf Monatsbasis verglichen mit den Markterwartungen einer Entwicklung in die Breite). Während es gefährlich ist, den monatlichen Statistiken der Weihnachtsperiode zu viel Bedeutung beizumessen, suggerieren sie dennoch, dass die Angstmacherei in der Presse über eine „unvermeidbare" Kapitulation der Konsumenten in Großbritannien übertrieben war. Die Umsätze im Bekleidungsbereich waren außergewöhnlich hoch, aber nur wegen der starken Preisnachlässe, wie die Inflationszahlen von Dezember bestätigten. Die gesamte Inflationsrate verblieb für den zweiten Monat in Folge über dem Zielwert (RPIX 2,7% auf Jahresbasis im Dezember), und wir rechnen auch damit, dass es in 2003 überwiegend so bleiben wird. Schlussendlich hat Großbritannien vor allen anderen großen Wirtschaftsregionen seine Wachstumserwartungen für das Wachstum im vierten Quartal veröffentlicht. Mit 0,4% auf Quartalsbasis entsprach Großbritannien den Erwartungen und ist damit in 2002 um 1,7% gewachsen.

In der Eurozone lieferte der Bericht des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) gute Ergebnisse (Bericht des Finanzinstituts über den wirtschaftlichen Ausblick im Gegensatz zum schwachen belgischen Unternehmensvertrauensindex (-12,1 im Januar von -10,3 im Dezember). Mehr Einzelheiten können der IFO-Umfrage von dieser Woche entnommen werden, aber wir bleiben vorsichtig bei den Aussichten für die Eurozone in diesem Jahr, da die jüngste Wertsteigerung des Euros diesen Pessimismus erschüttert hat.

Alle Blicke sind diese Woche wieder auf die USA gerichtet, wo uns ein Übermaß an Daten und Informationen einen Hinweis über die Stärke der Wirtschaftsgroßmacht der Welt geben wird. Während keiner damit rechnet, dass die Fed den angestrebten Zielzinssatz am Mittwoch ändern wird, bedeuten die schlechten Wirtschaftsdaten und die Besorgnis über einen potentiellen Konflikt in der Golfregion möglicherweise, dass es zu einer weiteren Lockerung der Geldpolitik kommen könnte. Das BIP des vierten Quartals wird am Donnerstag veröffentlicht, und es wird angenommen, dass es sich im Gegensatz zu den Wachstumszahlen des dritten Quartals, welches bei 4% auf Jahresbasis lag, bedeutend verlangsamt hat. In Europa sind alle Augen auf die deutsche IFO-Analyse gerichtet, welche am 28.01.03 erscheint. Daten über eine Zunahme der Aufträge und der Industrieproduktion würden bedeuten, dass der Markt einen wenn auch bescheidenen monatlichen Anstieg erwartet.

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