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Economics Forum | Helikoptergeld & Co.: QE der EZB auf dem Prüfstand

Wie ist die bisherige Wirkung des EZB QE-Programms zu beurteilen und inwieweit sollten sich Investoren auf die Einführung weiterer unkonventioneller Notenbankmaßnahmen (Stichwort "Helikoptergeld") vorbereiten? Einschätzungen von 24 bedeutenden Ökonomen und Kapitalmarktstrategen im Vergleich: Economics | 08.04.0016 12:00 Uhr
©  e-fundresearch.com / fotomek - Fotolia / pure-life-pictures - Fotolia
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Aktuelle Frage im e-fundresearch.com Economics Forum:  

„Wie beurteilen Sie die bisherige Wirkung des EZB QE-Programms und inwieweit rechnen Sie mit der Einführung weiterer unkonventioneller Notenbankmaßnahmen (Stichwort "Helikoptergeld")?“    


Current Question in the e-fundresearch.com Economics Forum:   

 “How do you assess the effect of ECB’s QE-program to date and how realistic is the rollout of further unconventional central bank measures (e.g.“Helicopter Money“)?”   

Lesen Sie in nachfolgender Galerie die Prognosen und Einschätzungen von 24 führenden Ökonomen und Kapitalmarktstrategen:   

Dr. Ulrich Kater, Chefvolkswirt, DekaBank (31.03.2016):


„Aufgrund der wirtschaftlichen Unterauslastung und des geringen Wachstums dürfte es noch einige Jahre dauern, bis sich die Inflation wieder dem Zielwert der EZB von knapp 2 % annähert. In der Zwischenzeit ist die Eurozone anfällig für Zweitrundeneffekte niedriger Inflationsraten, d.h. zusätzlichen Abwärtsdruck auf die Verbraucherpreise infolge fallender Inflationserwartungen. Die Entwicklung der beiden großen Abwärtsrisiken Wirtschaftswachstum und Zweitrundeneffekte in den kommenden Monaten wird entscheidend dafür sein, ob die EZB noch einmal tätig werden wird. Die Wahrnehmung dieser beiden Risiken wird wohl langsam abnehmen, daher wird die EZB keine weitere Lockerung mehr vornehmen, ihre Politik aber noch für lange Zeit sehr expansiv halten. Bei auch nur leicht steigenden Risiken würde sie jedoch schnell unter Druck geraten, noch mehr zu tun, wobei sich aus heutiger kaum abschätzen lässt, auf welche Instrumente sie dabei zurückgreifen würde.“


„Die Effektivität der Zentralbankpolitik hat abgenommen, sie ist aber dennoch vorhanden. Während die Leitzinsen sich mittlerweile um null Prozent befinden, ist der Inflationsdruck weiterhin zu niedrig. Immerhin haben die expansiven Maßnahmen der EZB zu einem höheren Kreditwachstum beigetragen. Sollten die jüngsten Maßnahmen nicht ausreichen, wird die EZB vorerst nur die bestehenden ausweiten. Allein die Erwähnung über die Möglichkeit von Helikoptergeld hat ein Signal ausgesendet, dass die Zentralbank noch genügend Instrumente hat, um ihre Ziele zu erreichen. Drastische Maßnahmen wie Helikoptergeld werden erst dann eingesetzt werden, wenn absehbar ist, dass die derzeitigen nicht ausreichen. Ein solcher Umstand könnte nach der nächsten Rezession eintreten. Helikoptergeld hat den Charme, dass Ausgaben und Investitionen nicht indirekt über ein höheres Schuldenwachstum sondern direkt via Zentralbankgeld angeregt werden. Solange die Zentralbank beim Aushändigen von „Schecks“ die Erreichung des Inflationsziels im Auge behält, erhöht sich sogar ihre Glaubwürdigkeit.“


„Nicht zu Unrecht kritisierte in der Pressekonferenz vom März 2016 Mario Draghi die „Nein zu Allem“-Einstellung der „Falken“ im EZB-Rat. Das Modell der Kritiker, dass niedrige Zinsen automatisch zum Überschießen der Inflationsraten führen, ist mittlerweile von der Realität widerlegt. Das QE erscheint aus heutiger Sicht als „zu spät und nicht beherzt genug“. Der Begriff „Helikoptergeld“ ist nicht scharf definiert und wird vor allem von Kritikern des aktuellen Kurses der EZB abwertend und als Beschreibung für unterschiedliche Maßnahmen – auch bereits bestehende - verwendet. Wir würden, sollte die EZB weiterhin auch auf mittelfristige Sicht weit hinter ihrem Inflationsziel zurückbleiben, eher mit Ausweitungen der bestehenden Instrumente (Ankaufprogramm, Bankenfinanzierungen) rechnen als mit neuen Instrumenten.“


„ Mit der Ankündigung, das Anleihekaufprogramm um europäische Unternehmensanleihen mit Investment Grade Status auszuweiten, hatte Mario Draghi die Märkte überrascht. Seine Ziele sind ganz klar: für mehr Risikobereitschaft zu motivieren und Unternehmensfinanzierungen über Banken und den Kapitalmarkt zu fördern. Europäische Unternehmenskredite werden davon profitieren, wenngleich südeuropäische Unternehmen daraus den größten Nutzen ziehen dürften. Darüber hinaus werden Anleiheemittenten außerhalb dieses Programms begünstigt: Hochzinsanleihen und noch wichtiger, die Banken, deren Profitabilität ganz oben auf der Agenda der EZB steht. Dies ist keine unwichtige Nachricht: eine effektive Transmission geldpolitischer Impulse kann nur durch enge Verknüpfung mit Anreizen für die Banken gelingen. Das TLTRO II – ein Instrument zur Ankurbelung der langfristigen Kreditvergabe von Banken – und die Richtlinie, dass Einlagenzinssätze nicht noch weiter in negatives Territorium abrutschen sollen, dürften dieses Segment der Anleihemärkte unterstützen.“


„ Despite the ECB’s efforts Eurozone economic activity remains modest at best and underlying price measures are still very weak reflecting the slack in the labour market. Albeit somewhat late compared to the Fed and the BoJ, counterfactual analysis suggests the ECB was right to adopt QE. That said, the ECB is still likely to experience major difficulties in getting inflation up to its target of 2%. A more expansive fiscal policy would probably prove far more efficient. At the same time, budgetary policymakers may not be fully convinced of this necessity so that financial markets continue to look in the direction of monetary policymakers to do more. Helicopter money should be considered but in my opinion only after a more expansive fiscal policy (infrastructure, R&D) has been tried. It’s good that the debate about HM is on the table but a swift implementation does not seem realistic.“


„The ECB’s unconventional measures have been successful in the sense that they weakened the euro in effective terms, reduced the financial fragmentation in the region and probably allowed to avoid deflation in the Eurozone. But monetary policy alone cannot do everything and one should admit that the evolution of credit to the private sector remains extremely weak and that growth figures are unimpressive. To see an improvement of the growth and inflation outlook, the solution lies in a mix of structural reforms, fiscal policies and banks' restructuring. For the time being, it is difficult to imagine the ECB to announce further unconventional measures as its March forecasts were already very pessimistic, more pessimistic than that of the consensus and of other international institutions. It will only do so in case of major external shock.“

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Viktor Nossek, Director of Research, WisdomTree Europe (05.04.2016):

 


„ Der Stimulus durch die EZB hat vor allem den Banken geholfen. Vergeben sie Kredite an den Privatsektor, bekommen sie das Geld von der EZB ohne Zins. Übertreffen Sie die Kreditziele, kassieren sie sogar 40 Basispunkte als Geschenk. Das ist der Deal und der ist nicht nur für die Banken großartig.
Regierungen, Haushalte und die Unternehmen profitieren von den niedrigen Zinsen. Ein Risiko bleibt die Volatilität an den Börsen. Geraten Bankaktien unter Druck, könnte sich die Kreditvergabe wieder einbremsen. In einigen Monaten sehen wir, ob die Kreditvergabe weiter läuft und das QE-Programm funktioniert hat.
Doch vieles spricht für Stabilität. China stimuliert die Konjunktur, die Wirtschaft in der Eurozone wächst wie geplant und auch die US-Konjunktur zeigt sich robust. Solange die Volatilität nicht steigt, wird es zu keinen unkonventionellen Maßnahmen durch die Notenbanken kommen.“


„Die wichtigste Massnahme der EZB war die Senkung des Hauptrefinanzierungssatzes auf 0% und des Strafzinses für Bankeinlagen beim Frankfurter Institut auf –0.40%. Zudem wurde entschieden, das unter dem Namen «Quantitative Lockerung » bekannte Anleihenkaufprogramm neu auch auf Unternehmensanleihen ausserhalb des Bankensektors auszuweiten. Das Programm wird überdies um EUR 20 Mrd pro Monat aufgestockt und umfasst neu EUR 80 Mrd. Diese Massnahmen haben zu einer Senkung der Risikoaufschläge bei den europäischen Unternehmensanleihen und besonders bei den Anleihen der Peripherieländer geführt. Noch bedeutender für die globalen Finanzmärkte sind die Fed-Entscheidungen nach der letzten Sitzung des Instituts Mitte März. Wie erwartet hat das Fed die Leitzinsen unverändert gelassen. Allerdings hat die Fed-Führung die eigenen Projektionen zu den erwarteten Leitzinserhöhungen im laufenden und in den nächsten zwei Jahren unerwartet deutlich revidiert. Somit geht das Fed für das aktuelle Jahr nicht mehr von vier, sondern neu von zwei Leitzinserhöhungen aus.“


„ Die QE-Bilanz der EZB fällt nach einem Jahr ernüchternd aus. Die angestrebte Reflationierung gelang nicht. Die Inflation liegt heute wie vor 12 Monaten bei -0,1%. Auch die Stimulierung der Vermögenswerte fiel ins Wasser. Die europäischen Aktienmärkte weisen im Vorjahresvergleich ein Minus von 10% bis 20% auf. Sicherlich kam der EZB auch das globale Umfeld in die Quere – der massive Ölpreisverfall und die politischen Unruhen sorgten für Gegenwind. Dennoch stehen Aufwand (Anleihekäufe von über 800 Mrd. EUR) und Ertrag bislang in keinem günstigen Verhältnis. Dies wird die Notenbank indes nicht davon abhalten, notfalls nachzulegen und das Anleihekaufprogramm erneut auszuweiten. Noch weitergehende Massnahmen (»Helikoptergeld)« halten wir für unwahrscheinlich. Nur wenn eine schwere Depression droht, dürfte auch dieses Tabu fallen. Es wäre allerdings die endgültige Bankrotterklärung an die Stabilitätskultur.“


„The ECB’s mandate to achieve price stability is defined by an inflation rate close to but below 2 %. Needless to say that in spite of an unprecedented loose monetary policy, this goal is far from being achieved. Low inflation is a global phenomenon which finds its origin in the decline in global prices such as commodity and manufacturing prices, all traded worldwide. The ECB is unlikely to curb its trend. But as long as inflation remains that low, the ECB will be forced to do more and additional unconventional measures will follow.
However, the very loose monetary conditions have helped highly indebted European governments to roll over their debts at incredibly low costs, easing by this means the euro crisis and softening the economic downturn.“


„ Das QE-Programm der EZB hat bisher gemischten Erfolg gezeigt. Der Euro-Wechselkurs hat sich nicht weiter abgeschwächt und der Auftrieb an den Aktienmärkten scheint bereits zum Erliegen gekommen zu sein. Allerdings haben sich die Kreditmärkte stabilisiert und die Renditen von Staatsanleihen sind gefallen. Die Regierungen dürften die unerwarteten Erträge aus den niedrigeren Renditen von Staatsanleihen dafür nutzen, ihre Fiskalpolitik zu lockern. Dies könnte man als eine weiche Form von ‚Helikoptergeld‘ betrachten. Das Wachstum wird voraussichtlich weiterhin bei rund 1,5 Prozent liegen, was zu einem weiteren Sinken der Arbeitslosigkeit führen sollte. Dagegen ist es unwahrscheinlich, dass das Inflationsziel auf absehbare Zeit erreicht werden wird. Die EZB wird wahrscheinlich ihre Politik weiter lockern, aber eine transparentere Form von ‚Helikoptergeld‘ bleibt wegen der damit behafteten politischen Risiken eher unwahrscheinlich.“

"The European Central Bank (ECB) has unleashed a monetary policy bazooka to lift chronically low inflation and boost the economic recovery. The package of rate cuts, additional asset purchases, and low-cost loans for the region's banks exceeded even the most bullish of market expectations. From a European corporate credit market perspective, the atest stimulus measures are particularly supportive – and here's why.

First, the ECB announced that as well as increasing its monthly asset purchase program from €60 billion to €80 billion, they will now include investment-grade corporate bonds. Although, we don't know the exact details of how much they will buy or what bonds will be included in the purchases, this is clearly a positive surprise. The market has reacted rapidly, and we anticipate further spread tightening going forward. For BBB- rated companies in particular, it provides an additional incentive to remain investment-grade in order to be eligible for the purchases. By contrast, A-rated corporates may use the lower yields and demand for corporates as an opportunity to engage in acquisitions and issue bonds to lock-in cheap funding for a long time. So irrespective of how a company is rated within the investment-grade universe, there's potential for it to reap benefits from this ECB announcement.

The new series of targeted longer-term refinancing operations (TLTROs) announced by the ECB is another key European-credit supportive measure. These four-year loans will be offered to banks at a deposit rate as low as -0.4% if certain conditions are met. In effect, the central bank will be paying banks to borrow if they meet certain lending criteria. Even if the conditions are not met, the terms are still attractive, with banks able to borrow at the refinancing rate of zero. This is undoubtedly positive for the region's banking sector and should help ease concerns about the impact of negative rates on banks' profit margins. It should also reduce liquidity concerns as the TLTRO provides funding for banks at extremely generous terms."

James McCann, OECD Economist bei Standard Life Investments (06.04.2016):

 


„The package of ECB monetary easing put in place over the last two years, including QE, rate cuts, forward guidance and credit easing, has helped support a cyclical recovery in the Eurozone. This has been successful in starting to reduce spare capacity, although there remains significant slack to eliminate before inflationary pressures return to normal. The ECB may well have to use more stimulus than it has already announced to achieve this goal and can deliver this through is existing tools. Moreover, the onus should increasingly shift towards a more supportive fiscal policy should the recovery disappoint.
The legal and institutional barriers to helicopter drop style policies in the Eurozone are high. These policies blur the line between monetary and fiscal operations, which would raise questions over their legality in the treaties. Helicopter money therefore is only likely to be used in Europe in the case of another painful recession or if Europe finds itself mired in genuine deflation.“


„ We believe that ECB QE, by pushing down bond yields, is allowing governments to pursue an expansionary fiscal policy without visibly deteriorating budget balances. In our view, significant fiscal stimulus this year is one of the key drivers of the relatively resilient domestic-demand led growth in the euro area. Going forward, our base case scenario is that the ECB is "done" after the substantial easing package announced in March and that it will not add more stimulus over the coming months. However, later in the year, the ECB will have to reassess the length of the QE programme and guide the markets whether, and if so how quickly, it wants to wind down the programme after March 2017. It seems unlikely to us that QE will come to a sudden stop in April 2017, not least because the ECB's 2018 inflation forecast of 1.6% is well below its target.“


„ Die europäische Zentralbank kämpft weiter mit allen Mitteln gegen die Deflation und die Konjunkturschwäche. In der März-Notenbanksitzung hat die EZB mehrere überraschende Maßnahmen angekündigt, um sich weiter gegen die Deflationsspirale zu stemmen. Sie senkte den Leitzins auf 0%, erhöhte die Strafzinsen für die Institute, die Geld bei ihr parken und eröffnete neue Linien für Langfristkredite europäischer Banken.
Aber es kam noch besser: die EZB wird noch mehr Geld in den Markt pumpen als bisher. Das Kaufprogramm von Anleihen und anderen Wertpapieren wurde kurzerhand um 20 Mrd. Euro auf 80 Mrd. Euro pro Monat aufgestockt und weitere Papiere in den Korb mit aufgenommen. Das neue Programm soll mindestens bis Ende März 2017 laufen und hoffentlich die gewünschten Impulse bringen. Es scheint wieder einmal, dass die EZB sich weiter Zeit kauft, um die Kapitalmärkte und die Politik wieder zurück zur Normalität zu führen.
Trotz aller Aktivität seitens der EZB und auch der US-Notenbank Fed zeigt der Zinsverlauf von 10-jährigen deutschen Staatsanleihen jedoch keinen Hinweis auf Normalität. Im Gegenteil, mit einem neuen 12-Monats-Tief von unter 0,10% spielen die Marktteilnehmer ein Szenario, das die EZB versucht mit allen Mitteln zu vereiteln: schwache Wirtschaftsaktivität ohne Inflation. Auch wenn die EZB gebetsmühlenartig „Wir schaffen das!“ den Marktteilnehmern eintrichtert, darf nicht übersehen werden, dass mit jeder weiteren Runde der unkonventionellen Maßnahmen und Ausweitungen des QE-Programms Mario Draghi seinen Einsatz auf dem Pokertisch fortlaufend erhöht, ohne den finalen Stich gemacht zu haben.
Auch wenn es der EZB zuzutrauen ist, dank der Kreativität von Draghi & Co noch weitere Asse aus dem Maßnahmen-Ärmel zu zaubern – ob dann damit die gewünschten Wirkungen sich zukünftig zeigen werden, ist ob dem unzureichenden realen Track Record mehr als fraglich.“


„Central Bank policies are not becoming less effective, but the fact that they are zero-bound generates more externalities. For instance, if you have 5% interest rates and you cut them to 4%, you know that you are providing incentives for people to borrow and banks to lend. But when interest rates are close to zero and you move into negative territories, then banks that are not encouraged to lend, but rather are being punished for holding reserves.
The lines between monetary and fiscal policies become then less defined; and fiscal policies have political implications, which is why Central Banks become more cautious in their actions.
The ECB could do more of the same: buy more assets, move rates even lower. The alternative? All the ECB would need to do is a monetary financing of fiscal expansion. The ECB’s current constitution makes it impossible for them to directly finance fiscal expansion, but that perhaps this is something that might have to be amended if Europe slips back into recession.“


„ From a markets perspective, in our view, the ECB’s extended Quantitative Easing program has had a significant impact. This has been evidenced in the behavior of risk assets and credit spreads as a surge in government bond prices has taken yields to the brink of negative territory.
On the economic front, on the other hand, we think it is still too early to judge, but the latest credit conditions data shows signs of continued, albeit gentle, improvement. Moreover, the shift in focus away from Foreign exchange as a policy tool and towards shoring up general credit conditions has also been taken on board by the markets given the recent decoupling between the dynamics of euro and credit mkts.
Looking ahead, if the macro situation remains anaemic and inflation continues to elude the ECB, then further unorthodox policy steps could be next. Indeed the introduction of helicopter money (fiscal stimulus financed by printing press) could be a possibility. However, while options like this are up for consideration, the complex political situation in Europe could hamper any action actually being taken. For unlike in Japan or the US, because of the nature of Europe, fiscal policy remains totally paralyzed and therefore the journey towards such a policy would need a clear crisis type environment which would force their hand.“


„ Das EZB QE-Programm, welches im März 2015 startete, wirkte sich zunächst vor allem an den Finanzmärkten aus. Europäische Aktien profitierten unmittelbar und notierten auch relativ fest gegenüber der US Börse. Interessanterweise kam es aber beim deutschen Bund zu Kursverlusten und damit zu steigenden Zinsen. Ähnliches war schon einige Jahr zuvor beim amerikanischen QE zu beobachten gewesen: Die massive Geldschwemme sorgte für erhöhte „Reflationserwartungen“; d.h. die Märkte rechneten mit mehr wirtschaftlichem Wachstum und höherer Inflation. Dadurch wurde allmählich der schwache Euro stabilisiert und die Wachstumshoffnungen teilweise bestätigt. Allerdings war der Einfluss bisher insgesamt eher schwach, weshalb das Kaufprogramm jetzt nochmals erhöht werden musste.“


„ Central banks looked into the abyss of spiraling negative rates this winter—but announcements in mid-March saw them pull back from the edge. The ECB seemed to reveal a new consensus on March 10. It cut its deposit rate again, but Mario Draghi not only acknowledged the danger that would pose to banks by extending free liquidity to them for five years, but also cast doubt on the need to cut rates further. The Bank of Japan held rates steady five days later, despite a gloomy economic assessment. With both turning away from the rates-and-currencies channel for stimulus, the dollar rally that tightened U.S. conditions may be over, giving the Fed room for hikes. Did the ECB lead a change in central bank philosophy, and renewed coordination? We thought we’d lost “Super Mario”, but he delivered again.“


„ The ECB’s QE has depressed yield curves further, supported investment-grade corporate bonds, and eased yields in peripheral eurozone countries. It has boosted primary markets for investment-grade corporate bonds. It is too early to analyse the effects on credit to corporates and consumers, as the new measures will only come to full fruition in H2-16. The promise of stable negative rates on banks’ reserves has temporarily stabilised confidence for banks, but at the cost of a higher euro.
“Helicopter money” risks destroying confidence in currencies and central banks: money does not come from nowhere; it reflects growth potential and the ability of a State to levy taxes. More credit easing would therefore be preferable and a better balance between monetary and budgetary policy.“


„ Bislang hat das QE-Programm der EZB dazu beigetragen, die Fremdkapitalkosten zu reduzieren und die Kreditvergabe etwas zu verbessern. Das jüngste Maßnahmen-Paket der EZB, inklusive der neuen GLRGs/TLTROs, wird eine weitere Reduzierung der Fremdkapitalkosten und ein stärkeres Kreditwachstum unterstützen. Allerdings ist es unwahrscheinlich, dass die EZB-Politik signifikante Auswirkungen auf den Wachstumskurs und die Inflationsentwicklung der Eurozone haben wird. Die Auswirkungen der jüngsten QE-Politik der japanischen Zentralbank legen nahe, dass es für Zentralbanken schwierig ist, die Inflation merklich zu erhöhen. In der Konsequenz muss die EZB vermutlich bis 2020 weiter Staatsanleihen aufkaufen und wird bis dahin einen beträchtlichen Anteil der ausstehenden europäischen Staatsanleihen halten. Die Abwicklung eines solch großen Portfolios von Staatsanleihen birgt Herausforderungen und wird aller Voraussicht nach zu Zerwürfnissen auf den Märkten führen. Jedoch ist es sehr gut möglich, dass die EZB diese Anleihen nicht wieder in den privaten Sektor verkauft, was wiederum Potenzial für steigende Staatsausgaben beinhaltet.“


„ Credit to corporates and households in the Eurozone is growing steadily and it has been so since mid-2014. The growth rate in M3 is now 5%: the bank lending channel is working well, backed by the various LTRO programs. The current low Euro level – resulting from its asset purchase program – is a precious support to the Eurozone economy and the latest extension of its QE program is welcome in this respect. Credit spreads have widened and can be expected to tighten with the extension of the asset purchase to non-financial corporates. Now, the attempt of using negative rates as an unconventional monetary policy tool is clearly finding an end, as it dampens banks’ profitability. If credit conditions deteriorate the ECB could be considering extending its purchase program to financial corporates.“


„ Die EZB tut - whatever it takes... Aber sie kommt dem wahren Kern des Problems nur unmerklich näher. Die EZB schraubt am Preis und verhindert damit eine marktliche Lösung des Hauptproblems - gelähmte Banken, die eben nicht zur Transmission der Geldpolitik dienen. Nur starke Banken können nachhaltig Kredit vergeben - oder für Kapitalmarktgeschäfte die notwendigen Handelslinien stellen. Da aber die Banken dies angesichts der Flut der jetzt dann sukzessive stärker wirkenden Regulierung nicht im erforderlichen Maße leisten können, wirkt die klassische Geldpolitik nicht.
Die Interaktion zwischen Geldpolitik und Regulierung ist m.E. noch zu unzureichend berücksichtigt in den Maßnahmen der EZB - und daher wirken diese auch nicht wie gewollt. Und je tiefer der negative Einlagensatz -m.E. ein vernichtendes Instrument für die Volkswirtschaften - umso früher haben wir echte Zinserhöhungsdiskussionen - mal sehen, wie die EZB dann damit umgehen wird...“


„ The increasing number of central banks taking interest rates into negative territory has called conventional economic wisdom into question. Nevertheless, there are justified concerns that the longer extreme or unconventional monetary policy remains in place - which could apply to QE as well as negative rates - the greater the risk of damaging distortions or excesses emerging. A return to positive inflation would help, but only once economies and financial systems are on a much more stable footing can we start to believe in a return to conditions that might be characterised as normal.“

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Teilnehmende Gesellschaften im e-fundresearch.com "Economics Forum | Helikoptergeld & Co.: QE der EZB auf dem Prüfstand": Amundi, Aviva Investors, Bantleon, BNY Mellon (Insight Investments), Capital Group, Degroof Petercam, DekaBank, Erste Asset Management, Ethenea, Fisch Asset Management, Henderson Global Investors, La Financière de l’Echiquier, LBBW, Lombard Odier Investment Managers, MYRA  Capital, Neuberger Berman, Raiffeisen Capital Management, Standard Life Investments, UBP Group, UBS Investment Bank Deutschland, Unigestion, WisdomTree Europe, Zürcher Kantonalbank.          

     


Economics Forum: Investment Strategen und Ökonomen antworten

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