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US-Wahlen: Ein Déjà-vu-Erlebnis

"Und einmal mehr haben sich die Meinungsumfragen als falsch herausgestellt" - Nikolaj Schmidt, internationaler Chefökonom von T. Rowe Price, mit einem Gastkommentar: Economics | 01.12.2016 09:59 Uhr
Nikolaj Schmidt, internationaler Chefökonom, T. Rowe Price / ©  T. Rowe Price
Nikolaj Schmidt, internationaler Chefökonom, T. Rowe Price / © T. Rowe Price

"Einmal mehr waren die Wähler dazu angehalten, ihre Stimme abzugeben – diesmal für die Wahl des US-Präsidenten. Einmal mehr hatten die Meinungsumfragen wie beim Brexit mit einer hohen Wahrscheinlichkeit vorhergesagt, dass es keine Überraschung geben würde. Und einmal mehr haben sich die Meinungsumfragen als falsch herausgestellt: Donald Trump gewann nicht nur die Präsidentschaftswahl, die Republikanische Partei konnte auch die Mehrheit im Repräsentantenhaus und im Senat sichern. 

Da Trump einen populistischen Anti-Establishment- und Anti-Globalisierungswahlkampf führte, erwarteten die Finanzmärkte natürlich das Schlimmste, sollte er gewählt werden. Sie hatten Recht – für eine kurze Zeit jedenfalls. Zwischen 20:00 Uhr und Mitternacht (ET) am Tag der Wahl fiel der S&P 500 Index Future um 5.7%, als das Resultat bekanntgegeben wurde – nur dafür, dass der gesamte Ausverkauf über die nächsten acht Stunden wieder rückgängig gemacht wurde. 

Was ist passiert? In seiner Antrittsrede hat Trump einen versöhnlichen Ton angeschlagen und darauf hingewiesen, dass er, sobald er im Amt ist, ein umfassendes Infrastrukturprogramm lancieren und Beziehungen mit anderen Staaten aufbauen wird. Die Märkte haben darin Trost gefunden und beschlossen, die Tatsache zu ignorieren, dass man ehrlichgesagt nach wie vor sehr wenig über Trumps innen- und aussenpolitischen Strategien weiss. 

Ich gehe davon aus, dass Trump sobald er im Amt ist, die Position, die er während der Kampagne vertreten hatte, abschwächen und eine praktischere, geschäftsfreundlichere Haltung einnehmen wird. Angesichts seines Backgrounds als Geschäftsmann  wird er verstehen, dass es nicht im Interesse von „Corporate America“ ist, ein Regime von himmelhohen Zöllen und Isolationismus zu unterhalten. Sollte beispielsweise der Grenzhandel mit Mexiko zum Erliegen kommen, würde dies grosse Verluste für die US-Autohersteller bedeuten. 

Falls Trump aber seine Versprechen eines isolationistischeren Ansatzes einhält, wird dies eine einmalige Gelegenheit für China bieten, sich ins Zentrum eines neu gestalteten globalen Handelsnetzwerks zu rücken. China ist bereits daran, über ein pan-asiatisches Freihandelsabkommen zu verhandeln, das eine grosse Zahl an strategischen Verbündeten der USA wie Japan, Südkorea und Australien umfasst. Eine isolationistische USA wäre kurzfristig störend, aber langfristig würden sie gut zur Strategie der chinesischen Behörden, den Renminbi zu internationalisieren, passen und das amerikanische Geschäft ins Abseits zu schieben. 

Es war in seiner Antrittsrede spürbar, dass Trump den Erfolg seiner Kampagne dem „Movement“ und nicht der Republikanischen Partei zuschrieb. Dies ist ein weiterer Hinweis darauf, dass auch wenn der Präsident und der Kongress offensichtlich von derselben Partei sind, sie noch miteinander verhandeln müssen, um das Land in die richtige Richtung zu steuern. 

Für den Moment hoffen und erwarten wir, dass die gegenseitige Kontrolle und die Notwendigkeit mit Mainstream-Republikanern zu kooperieren, ein kraftvoller Anker für den Präsidenten bleiben wird."

Nikolaj Schmidt, internationaler Chefökonom von T. Rowe Price


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