Inflation: Auch 2022 ein ungewisser Dauerbrenner

Weltweit sorgt das Thema Inflation für Unsicherheiten an den Märkten. Die scheinbar unendliche ultra-expansive Geldpolitik der Notenbanken könnte doch schneller ein Ende finden als anfänglich gedacht. Doch von Einigkeit der Notenbanken kann nicht gesprochen werden. Während die Fed schon mit dem Tapering begonnen hat, kündigt die chinesische Notenbank Lockerungen bei der Geldpolitik an. Die Gründe für den Umschwung der westlichen Finanzwelt sind das Risiko einer anhaltend hohen Inflation sowie die in vielen Bereichen überhitzten Kapitalmärkte, beides direkte Folgen der vorausgegangenen monetären Aufblähung. Economics | 29.11.2021 17:05 Uhr
Inflation: Der ungewisse Dauerbrenner / © Photo by Markus Spiske on Unsplash
Inflation: Der ungewisse Dauerbrenner / © Photo by Markus Spiske on Unsplash

Notenbanken wandeln auf schmalen Grat 

„Die Notenbanken wandeln auf einem schmalen Grat. Jede noch so sinnvolle Liquiditätsverknappung und jede Zinsanhebung zur Bekämpfung inflationärer Tendenzen wird monetäre Entzugserscheinungen an den Märkten auslösen. Damit steigt die Anfälligkeit für Korrekturen im Jahresverlauf 2022“, fasst Dr. Heinz-Werner Rapp, Vorstand und Chief Investment Officer der FERI-Gruppe, den Jahresausblick 2022 für Konjunktur und Anlagemärkte zusammen.  

Vor allem die Inflation könnte der große Spielverderber an den Märkten werden. Doch hier scheiden sich die Geister die Experten. Laut EZB-Direktorin Isabel Schnabel gebe es keine Hinweise darauf, dass die Inflation außer Kontrolle gerät. „2022 könne sie (Anm. Inflation) sogar unter das Inflationsziel fallen“, meint Schnabel weiter. Rapp hingegen widerspricht dieser Einschätzung: „Im Gegensatz zu den Notenbanken gehen wir aber davon aus, dass das Inflationsniveau über der 2-Prozent-Marke bleiben wird. Im Durchschnitt des Jahres 2022 rechnen wir sowohl für die USA als auch für den Euroraum mit einer Inflationsrate von mehr als 3 Prozent.“ 

China als Unsicherheitsfaktor 

Insgesamt sei mit einem Wachstum der Weltwirtschaft im Jahr 2022 um 5 Prozent zu rechnen, was deutlich oberhalb des langjährigen Durchschnitts von etwa 3,5 Prozent liegen würde. Mit fortschreitender Normalisierung werde die Wachstumsdynamik im Laufe des Jahres allerdings abnehmen. Ein zentraler Unsicherheitsfaktor bleibe vorerst China. 

Konjunkturelle Erholung geht weiter 

Einig ist man sich hingegen bei der positiven Konjunktur. Die FERI-Gruppe sieht eine Fortsetzung der konjunkturellen Erholung im Jahr 2022. „Die pandemiebedingte Konsumzurückhaltung hat zu überschüssigen Ersparnissen in einer Größenordnung zwischen 4 und 9 Prozent des BIP geführt. Ein Teil dieser Mittel wird sukzessive konsumwirksam, zumal in vielen Dienstleistungssektoren noch erhebliches Nachholpotenzial besteht“, erläutert Axel Angermann, Chef-Volkswirt der FERI-Gruppe.  

Auch allgemein gehen die Experten, sowohl EZB als auch die FERI-Gruppe, von Entspannung am Markt aus. Die pandemiebedingten Lieferengpässe werden sich allmählich wieder auflösen und auch die Energiepreise werden nicht mit dem gleichen Tempo wie bisher weiter steigen. Die EZB versichert hierbei auch, dass sie die Rolle als Preisstabilisator sehr ernst nehmen und gibt auch entschlossen zu handeln, sollte es von Nöten sein. Auf ein frühzeitiges Erhöhen der Zinsen möchte man derzeit aber noch verzichten. Der Aufschwung der Wirtschaft soll auf keinen Fall gebremst oder behindert werden.  

Aktien mit "Pricing Power" im Fokus

Die Fortsetzung der wirtschaftlichen Erholung ist ein gutes Vorzeichen für die Aktienmärkte im Jahr 2022. Dennoch sollten Investoren damit rechnen, dass sich das sehr hohe Gewinnwachstum vieler Unternehmen abschwächt. Dahinter steht nicht zuletzt der Margendruck als Folge steigender Löhne und Güterpreise. Im Jahr 2022 wird es somit darauf ankommen, qualitativ starke Aktiensegmente zu selektieren. Europäische und partiell japanische Aktien könnten dabei im Vorteil sein: Beide Regionen zeigten moderate Bewertungen und sind aufgrund zyklischer Sektorenprofile in einem inflationären Umfeld relativ resistent. Doch auch große Technologiewerte könnten aufgrund hoher Gewinnstärke und robuster „Pricing Power“ erneut positiv überraschen. 

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