Die Diagnose fällt bemerkenswert einheitlich aus: Das über Jahre verlässliche 60/40-Portfolio verliert seine Stabilisierungsfunktion, seit Aktien und Anleihen wieder gemeinsam fallen. Zugleich liefert das höhere Zinsniveau über die Cash-Besicherung wieder einen echten Renditebeitrag — ein struktureller Rückenwind, den es in der Nullzinsphase nicht gab.
Bei der Frage nach dem „Wie" trennen sich die Wege: von marktneutralen Equity-Long/Short- und Event-Strategien über Convertible Arbitrage und Trendfolge bis zu Long-Volatility-Ansätzen und Rohstoffen im „Superzyklus". Worauf die Manager bei der entscheidenden Korrelationskennziffer achten — und welches Subsegment sie jetzt aufstocken — zeigen die exklusiven Statements im folgenden Slider.
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„0,8 reicht nicht": Worauf es bei der Korrelation ankommt
Der schärfste gemeinsame Nenner: Eine niedrige Korrelation allein genügt nicht. Als Gruppe seien Liquid Alts bis zu 0,8 mit dem Aktienmarkt korreliert — für eine echte Dekorrelation brauche es 0,3 oder weniger, rechnet Tungsten TRYCON vor. Warburg Invest schärft nach: Eine niedrige Korrelation tauge nichts, wenn daraus in guten Marktphasen dauerhafte Performancenachteile entstehen. Diversifikation und ein positiver Performancebeitrag müssten zusammenkommen.
Wo die Häuser jetzt zugreifen — von Merger Arbitrage bis Long Volatility
Bei den favorisierten Subsegmenten zeigt sich die Heterogenität der Anlageklasse. First Private und FERI setzen auf marktneutrale Equity-Long/Short- und Event-Strategien — gestützt auf einen Rekord-Dealflow bei M&A im ersten Halbjahr 2026. Swisscanto/ZKB favorisiert Convertible Arbitrage und Alternative-Beta-Ansätze, Eurizon die Risikoarbitrage. Janus Henderson wiederum rückt Trendfolge, Rohstoffe im „Superzyklus" und — kontrarian — Long-Volatility-Strategien in den Fokus, deren „Prämien" angesichts rekordtiefer impliziter Volatilitäten attraktiv seien.
Was bei der Managerselektion den Ausschlag gibt
Einigkeit herrscht darüber, dass die Wirkung von Liquid Alts an der Managerselektion hängt. Genannt werden konsistente Performance, Transparenz und Risikomanagement (Swisscanto/ZKB), empirisch belegbare, reproduzierbare Renditequellen (Warburg) sowie — als distinktives Kriterium — ein substanzielles Eigeninvestment der Fondsmanager (FERI). Der gemeinsame Tenor: Liquid Alternatives steigen vom taktischen Beiwerk zum strategischen Portfoliobaustein auf — getragen von einem veränderten Marktregime statt von kurzfristiger Volatilität.
e-fundresearch.com #AssetAllocationForum: Die Teilnehmer der aktuellen Ausgabe im Überblick
| Name | Position | Haus |
|---|---|---|
| Pablo Hess & Michael Günther | KI-Entwickler & Portfoliomanager | Tungsten TRYCON |
| Martin Brückner | CIO | First Private Investment Management |
| Stefan Ewald | Leiter Solutions | Warburg Invest |
| Carlo Castronovo | Portfolio Manager, Diversified Alternatives Team | Janus Henderson Investors |
| Dr. Thomas Maier | Head of Hedge Funds | FERI AG |
| Roger Rüegg | Leiter Multi-Asset | Swisscanto/ZKB |
| Enzo Foschi, CFA | Head of Investment Solutions | Eurizon Capital SGR |
| Amadeo Alentorn | Investmentmanager Systematic Equities | Jupiter Asset Management |
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