Die Ratingagentur Scope hat ihr Fondsrating-Update für Juli 2026 veröffentlicht und dabei 7.333 Produkte neu bewertet. Das Verhältnis von Auf- und Abstufungen fiel mit 260 Verbesserungen zu 269 Verschlechterungen nahezu ausgeglichen aus. Unter der Oberfläche dieser Symmetrie verbergen sich jedoch deutliche Ausschläge, die das gespaltene Marktbild des ersten Halbjahres widerspiegeln.
Schroder-Goldminen-Fonds: 46,9 % pro Jahr über drei Jahre, und trotzdem Gegenwind
Zu den prominentesten Aufsteigern zählt der Schroder ISF Global Gold, der sich nach einem halben Jahr mit B-Rating nun mit der Bestnote A schmücken kann. Der Fonds investiert in die weltweit bedeutendsten Goldminengesellschaften, viele davon mit Hauptsitz in Kanada, darunter Barrick Mining, Agnico Eagle Mines und Kinross Gold. Über drei Jahre legte er nach Scope-Angaben um 46,9 % pro Jahr zu, während die Vergleichsgruppe „nur“ auf 40,1 % p.a. kam, allerdings bei einer außergewöhnlich hohen Volatilität von 34,9 % p.a. Bemerkenswert ist das Timing: Der Sprung auf die Bestnote honoriert den mehrjährigen Track Record, obwohl Rohstoff- und Goldminen-Peergroups im Juni zu den größten Verlierern gehörten.
Eleva European Selection: 11 % p.a. über fünf Jahre und der Sprung auf A
Ebenfalls auf A verbessert hat sich der Eleva European Selection Fund von Portfoliomanager Eric Bendahan, der seine eigene Investmentboutique 2014 gründete. Über fünf Jahre erzielte der Fonds 11,0 % p.a. gegenüber 6,9 % p.a. der Peergroup. Bendahan setzt bei der Aktienauswahl ausschließlich auf Fundamentaldaten und bezeichnet sich als opportunistischen Investor ohne Vorliebe für einzelne Sektoren, Länder, Anlagestile oder Unternehmensgrößen.
ACATIS Value Event: Von A oder B seit 2013 auf die Note D
Am anderen Ende der Skala steht ein Name mit langer Erfolgshistorie: Der ACATIS Value Event Fonds trägt seit diesem Monat erstmals die Note D, nachdem der flexible Mischfonds seit dem ersten Scope-Urteil 2013 durchgehend mit A oder B bewertet worden war. Ausschlaggebend ist eine schwache Einjahresbilanz mit einem leichten Verlust von 0,7 %, während die Peergroup ein zweistelliges Plus von 13,4 % erzielte. Das Portfolio kombiniert Value Investing mit einer Event-Orientierung und hält derzeit rund 70 % Aktien sowie etwa ein Viertel in Zinspapieren.
Peergroup-Bild: Gesundheit und US-Nebenwerte vorn, Rohstoffe hinten
Auf Peergroup-Ebene bestätigt der Juni das Bild einer Rotation. An der Spitze standen mit Zuwächsen von gut 7 % Fonds für US-Nebenwerte und den Gesundheitssektor, während Indien-Aktienfonds nach Monaten der Schwäche in die Gruppe der Top-Performer zurückkehrten. Auffällig war zudem, dass sich Renten-Peergroups unter die zehn stärksten Gruppen schoben, allen voran Schwellenländeranleihen, deren Gewinne Scope vor allem auf die Spread-Einengung gegenüber Anleihen aus entwickelten Märkten und robustere Fundamentaldaten der aufstrebenden Volkswirtschaften zurückführt. Die drei schwächsten Gruppen entstammten hingegen sämtlich dem Rohstoffbereich, ergänzt um alternative Energien und deutsche Nebenwerte, die nach dem starken Mai rund die Hälfte ihrer Gewinne wieder abgaben. Auch der chinesische Aktienmarkt zählte im Juni zu den Nachzüglern.
Scope Fondsrating-Update Juli 2026, Scope Fund Analysis GmbH. Die Rating-Auswertung umfasst 7.333 aktualisierte Fonds, die Übersicht der Upgrades hat den Stand 09.07.2026 (Quelle: ScopeExplorer). Performance- und Risikokennzahlen laut Scope.
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