Vom Jahresbeginn bis zu seinem Höchststand hat der Index um fast 120% zugelegt, und koreanische Titel lagen sogar um mehr als 250% im Plus. Auch nach dem jüngsten Minus von 15,6% ist der Index seit Januar noch um 85% gestiegen.
Die jüngsten Verluste griffen kaum auf andere Märkte über. Amerikanische Hardware- und Halbleiteraktien gaben in den letzten Wochen nur um 5,8% nach – und verzeichnen noch immer 36% Gewinn seit Jahresbeginn.
Amerikanische Softwareaktien verloren unterdessen etwas an Wert. Weltweit haben Aktien außerhalb des Technologiesektors leicht zugelegt – und das trotz steigender Zinsen und der erneuten Eskalation im Nahen Osten (Abbildung 1).

What goes up, must come down – oder doch nicht?
Platzt jetzt die Technologieblase? Viele Anleger fragten sich das nach dem dramatischen Einbruch von Emerging-Market-Technologieaktien. Wir bezweifeln das und sehen eher technische als fundamentale Ursachen. Nach dem starken Kurs- und Gewinnanstieg kommt die hohe Volatilität nicht unerwartet.
Nach Angaben der koreanischen Börse verkaufen ausländische Anleger seit Februar Aktien, vermutlich, weil sie ihre Portfolios anpassen und Gewinne realisieren wollen. Im Mai und Juni nahmen die Verkäufe dann kräftig zu. Deshalb ist der Won auch gefallen.
Koreanische Privatanleger übernahmen diese Aktien allerdings gerne. Und amerikanische ETFs verzeichneten das ganze Jahr über (außer im Mai) Zuflüsse. Im Juli sind sie schon jetzt höher als in jedem der letzten sechs Monate.
Zum Ausverkauf könnte durchaus die Beliebtheit gehebelter ETFs beigetragen haben.
Mit ihnen können Anleger ihre Gewinne (aber auch ihre Verluste) problemlos verdoppeln – und das an einem Markt, dessen Wert sich bereits verdoppelt hat. Das kann leicht als Zeichen für Übertreibungen, wenn nicht für Irrationalität, gedeutet werden.
Mit einem verwalteten Vermögen von zeitweise 33 Milliarden US-Dollar waren diese Fonds sehr populär. Und doch ist keinesfalls sicher, dass sie den Stimmungsumschwung ausgelöst haben.
Als die Kurse Ende März kräftig zu steigen begannen, kam es zu Abflüssen. Zuflüsse gingen hingegen eher mit fallenden Kursen einher, etwa im März nach Beginn des Irankrieges und dann noch zwei Mal im Juni (Abbildung 2).
Die anhaltenden Verluste im Juli zeigen, dass die Kapitalströme nicht die Marktrichtung bestimmen. Offensichtlich rechnen noch immer viele Anleger mit einer Erholung.

Das größte Risiko für den Markt wären Anzeichen für nachlassende Investitionen. Aber das Gegenteil scheint der Fall. Die jüngsten Kursverluste von Alphabet nach den Quartalszahlen hatten vor allem mit den geplanten höheren Investitionen zu tun, zumal die Gewinne über den Erwartungen lagen.
Es gibt auch nichts für pessimistischere Analysten. Seit dem Kurshoch Ende Juni legen die Gewinnerwartungen weiter zu. Abbildung 3 zeigt die Entwicklung bei Unternehmen, deren Gewinnschätzungen in den letzten 30 Tagen geändert oder überprüft wurden.
Da die Hyperscaler jetzt mehr Investitionen ankündigen, könnten die Gewinnerwartungen für 2027 wieder steigen. Bei den Erwartungen für 2026 ist das aufgrund von Kapazitätsengpässen nicht unbedingt der Fall.

Auch die Bewertungen könnten Verkäufe auslösen. Hohe Bewertungen allein sind aber meist kein Grund für eine Marktkorrektur. Es muss noch etwas anderes hinzukommen.
Beim Höchststand Ende Juni betrug das erwartete KGV des MSCI Emerging Markets Technology Hardware & Equipment Index 11,3, bei einem Langfristdurchschnitt von 13,9. Selbst da war es unterdurchschnittlich, und jetzt ist es sogar noch niedriger.
Das KGV des Halbleiterindex lag mit 15,8 hingegen über dem Durchschnitt von 13,6. Heute liegt es bei 14,2, sodass der z-Score (also die Standardabweichung vom Mittelwert) nur 0,3 beträgt. Angesichts der guten Wachstumsaussichten für den Sektor scheinen die Bewertungen keineswegs übertrieben – und schon gar nicht irrational.
Von Daniel Morris, Chief Market Strategist und Co-Head des Investment Insight Centre bei BNP Paribas Asset Management
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Performancedaten/Quellen: FactSet, BNP Paribas Asset Management, Stand 24. Juli 2026, falls nicht anders angegeben. Die Wertentwicklung der Vergangenheit ist kein Hinweis auf künftige Erträge.