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Im Interview: Schwellenländer als Brexit-Profiteur?

Alles eine Frage der Perspektive? Warum Schwellenländer von den Folgen eines Brexits profitieren könnten, diskutierte e-fundresearch.com im Interview mit Anthony Cragg, Fondsmanager des Wells Fargo (Lux) Worldwide Fund-Emerging Markets Equity Income Fund: Managers | 17.08.2016 21:00 Uhr
Anthony Cragg, Managing Director bei Wells Fargo Asset Management & Senior Portfolio Manager des Wells Fargo (Lux) Worldwide Fund-Emerging Markets Equity Income Fund / ©  Wells Fargo
Anthony Cragg, Managing Director bei Wells Fargo Asset Management & Senior Portfolio Manager des Wells Fargo (Lux) Worldwide Fund-Emerging Markets Equity Income Fund / © Wells Fargo
e-fundresearch.com: Was sind die größten Risiken für das Geldanlageklima im Rest des Jahres 2016 und welche Auswirkungen haben sie auf Schwellenländer sowie insbesondere den chinesischen Aktienmarkt?
"Es mag merkwürdig erscheinen, positiv von einem negativen Ereignis wie dem Brexit zu sprechen, aber letztlich ist Geldanlage eine Frage von Relativitäten (...)"
Anthony Cragg: Ich bin der Meinung, dass die größten Risiken (siehe die Auflistung unten) weiterhin die gleichen sind. Eine positive Entwicklung ist aber, dass diese Risiken abnehmen:
  1. Ein Risiko ist eine harte Landung in China, die jedoch zunehmend unwahrscheinlich wirkt.
  2. Auch ein Einbruch des Ölpreises ist ein Risiko. Niedrige Preise sind zwar wahrscheinlich allgemein gut für die Schwellenländer, doch ein steiler Rückgang hat sehr negative Folgen für ölproduzierende Unternehmen zum Beispiel in Brasilien und Russland.
  3. Ein weiteres potenzielles Risiko liegt in einer drastischen Verlangsamung des Wirtschaftswachstums in den USA. Derzeit sieht die Entwicklung hier nicht überwältigend positiv aus, doch mit Sicherheit steuert die US-Wirtschaft auf nichts zu, was einer Rezession ähneln würde.

Hinzu kommt als jüngstes Beispiel für ein bedeutendes Risiko natürlich der Brexit. Ich persönlich bin der Meinung, dass er Risiken für Großbritannien und in geringerem Ausmaß auch für den Rest Europas bedeutet, dass die negativen Auswirkungen auf die Schwellenländer jedoch recht begrenzt sind. In Bezug auf die relative Asset-Allokation dürfte er für sie sogar Vorteile haben. Es mag merkwürdig erscheinen, positiv von einem negativen Ereignis wie dem Brexit zu sprechen, aber letztlich ist Geldanlage eine Frage von Relativitäten – man muss entscheiden, was mehr und was weniger attraktiv ist. Großbritannien und Europa halte ich nach dem Brexit für weniger attraktiv, wohingegen Schwellenländer insbesondere in Asien an Attraktivität gewonnen haben. Wegen der Risiken machen wir uns keine großen Sorgen –wenn überhaupt, nehmen sie ab, auch wenn es sie natürlich immer noch gibt. 

e-fundresearch.com: Glauben Sie, dass Aktien auf asiatischen Schwellenmärkten in der aktuell herrschenden Marktstimmung als vergleichsweise "sicherer Hafen" angesehen werden? Welche Regionen dürften sich besser entwickeln als andere?

Anthony Cragg: Ich denke, dass Europa und Großbritannien unter Anlegern jetzt weniger als sicherer Hafen wahrgenommen werden, Asien aber stärker. Bestätigt wird das durch die recht stetigen Kapitalzuflüsse, die zuletzt zu beobachten waren, zum Beispiel rund 1 Milliarde Dollar an Netto-Zuflüssen in die asiatischen Aktienmärkte bis Ende Juli. Die Schwellenländer sind wieder gefragt, weil sie Wachstum bieten. Allein China macht 35 Prozent des weltweiten Wachstums aus.

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Natürlich behauptet niemand, dass die Schwellenländer frei von politischen Risiken wären. Es gab den jüngsten Putschversuch in der Türkei, politische Unruhen in Nigeria und politische Turbulenzen in Brasilien, um nur einige zu nennen. Trotzdem sieht es sehr danach aus, dass Asien derzeit als sicherer Hafen wahrgenommen wird. Denn dort gibt es aktuell nur sehr wenige politische Themen, die uns Sorgen bereiten würden.

e-fundresearch.com: Mit Blick auf die konkreten Regionen, die sich Ihrer Ansicht nach besser entwickeln dürften als andere: Können Sie einzelne Länder nennen, die derzeit als besonders solides Investments wahrgenommen werden?

"Ebenfalls positiv bewerten wir die Philippinen – dieser Markt ist sehr klein, aber gut."

Anthony Cragg: Ich denke, dass wir derzeit insgesamt ein gesünderes Umfeld haben, weil die Chancen deutlich gleicher verteilt sind als vor einem Jahr. Damals haben wir Asien recht deutlich gegenüber fast allen anderen Regionen bevorzugt, und in Bezug auf Brasilien und Russland waren wir sehr negativ eingestellt. Aktuell haben wir die Untergewichtung dieser beiden Länder beendet. Darüber hinaus gab es zuletzt eine breitere Ansammlung an Chancen rund um die Welt als in den vergangenen Jahren. Trotzdem ist der überwältigend größte Teil unserer Anlagen in Asien investiert, wo uns China und Indien immer noch gefallen. Auch in Indonesien sehen wir massives Potenzial, denn das Land hat soeben ein Steueramnestieprogramm initiiert, das sehr vorteilhaft für es ist. Ebenfalls positiv bewerten wir die Philippinen – dieser Markt ist sehr klein, aber gut. Insgesamt sind für uns derzeit viele Chancen auf der ganzen Welt zu erkennen.

e-fundresearch.com: Welche Auswirkungen hat der Brexit auf Ihre Anlagestrategie?

Anthony Cragg: Meiner Meinung nach sorgen die unerwarteten Folgen des Brexit dafür, dass Anleger Europa im Vergleich zu den Schwellenmärkten neu bewerten, und dieser Vergleich fällt zugunsten der Schwellenländer aus. Eine offensichtlich stärker positive Wirkung gibt es bei den Zinsen: Viele gehen nach dem Brexit davon aus, dass sie noch längere Zeit niedrig bleiben werden.

e-fundresearch.com: Rechnen Sie damit, dass die Fed in diesem Jahr noch einmal die Zinsen anhebt? 

Anthony Cragg: Ich denke, dass heute mehr Analysten als zu Beginn des Jahres davon ausgehen, dass die Zinsen für längere Zeit niedrig bleiben werden. Die Zinsen in Japan, der Schweiz und Deutschland sind sogar negativ, was extreme Liquiditätsbedingungen erkennen lässt. Es gibt hier eine starke liquiditätsgetriebene Rally, und ich glaube nicht, dass sich daran in näherer Zukunft etwas ändern wird. Das Szenario mit niedrigen Zinsen, das in den Industrienationen zu beobachten ist, kommt den Schwellenländern bereits in vielerlei Hinsicht zugute. Das Gleiche gilt für die internen Probleme der Industrienationen, die sie sich ebenfalls selbst zuzuschreiben haben.

e-fundresearch.com: Haben Sie in den vergangenen sechs bis zwölf Monaten irgendwelche Änderungen an Ihren Strategien vorgenommen und warum?

Anthony Cragg: Ja, wir haben unsere Untergewichtung von Russland und Brasilien deutlich verringert. Wir sind weiterhin sehr massiv in Asien engagiert, aber dies waren die beiden wichtigsten Veränderungen. In Brasilien waren die Grundlage dafür politische Entwicklungen wie die Suspendierung von Präsidentin Dilma Rousseff. Diese sind am Markt sehr positiv aufgenommen worden und signalisieren unserer Meinung nach einen Wendepunkt für das Land. Brasilien schlägt die richtige Richtung ein, aber wir würden sagen, dass es einen weiten Weg vor sich hat und damit noch ganz am Anfang steht. In der Zwischenzeit hat der Markt kurzfristig wahrscheinlich überreagiert: Bis Ende Juli hat er um 60,9 Prozent zugelegt. Auch wir würden sagen, dass sich die politische Lage in Brasilien verbessert hat, aber ein Anstieg um 60,9 Prozent ist eine starke Reaktion, und wir sind nicht sicher, ob die Verbesserung wirklich so deutlich war. Es ist ja nicht so, dass in Brasilien über Nacht plötzlich alles perfekt geworden wäre. Die Wirtschaft steckt immer noch in erheblichen Schwierigkeiten.

e-fundresearch.com: Zu Beginn des Jahres gab es Sorgen rund um China. Glauben Sie, dass Anleger Schwellenmärkte und China inzwischen wieder positiver sehen?

Anthony Cragg: Wir glauben, dass diese Sorgen enorm übertrieben sind und waren. China ist die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt und extrem unterbewertet. Für Portfoliomanager wird es jeden Monat stärker zu einer extremen Positionierung, hier eine sehr niedrige Gewichtung zu haben. Wenn man einen derart großen Markt verpasst, hat man ein Problem.

Inzwischen sehen wir, dass Geld nach Asien zurückkehrt, wobei es in den letzten Monaten das stärkste Wachstum bei ertragsorientierten Anlagen auf den Schwellenmärkten gegeben hat. Zu Beginn des Jahres umfasste unser gesamtes verwaltetes Vermögen weniger als 1,1 Milliarden Dollar, jetzt sind es 1,65 Milliarden Dollar. Zudem erwärmt sich die Stimmung der Anleger zunehmend für die Schwellenländer und die Jagd nach Rendite. In einer Welt ohne Rendite bieten Schwellenmärkte eine Absicherung nach oben und eine robuste Dividendenrendite. Ein Beispiel dafür ist Taiwan.

e-fundresearch.com: Vielen Dank für das Gespräch, Herr Cragg!

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