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Steigende Zinsen: Diese Sektoren sind am verwundbarsten

Auf welche Sektoren bei steigenden Zinsen besonders genau geachtet werden sollte und warum Notenbankpolitik im aktuellen Umfeld einem "feinen Balanceakt" gleicht, erklärt James Butterfill, Head of Research & Investment Strategy bei ETF Securities, im Interview mit e-fundresearch.com. Managers | 23.05.2017 12:00 Uhr
James Butterfill, Head of Research & Investment Strategy, ETF Securities / ©  ETF Securities
James Butterfill, Head of Research & Investment Strategy, ETF Securities / © ETF Securities
e-fundresearch.com: Herr Butterfill, ETF Securities publizierte kürzlich seinen traditionellen Triannual Multi Asset Outlook: Was waren die bedeutendsten Trends, die Sie im Vergleich zur vorhergegangenen Publikation (November 2016) identifizieren konnten? James Butterfill: Für uns war Ende 2016 die politische Unsicherheit im ersten Halbjahr 2017 der große Trend. Sie war hauptsächlich von Wahlen in Europa und der schrittweisen Erkenntnis bestimmt, dass Präsident Trump darum kämpfen muss, viele seiner Wahlversprechen zu erfüllen – was zu Volatilität bei den Währungen geführt hat. Nun beginnen wir zu beobachten, dass viele von Trumps politischen Maßnahmen verzögert werden, was eine Schwächung des US-Dollar zur Folge hat. 

Europa hat ebenfalls einige beunruhigende politische Momente erlebt, aber letztlich sehen wir, dass der Kontinent den Populismus überlebt. Der Fokus der Anleger sollte nun darauf liegen, was es für investierte Vermögen bedeutet, wenn die Zentralbanken eine Normalisierung ihrer extrem lockeren Geldpolitik der letzten neun Jahre signalisieren. Wir glauben, dass es ein feiner Balanceakt ist: Zwischen zu viel Zurückhaltung mit einer Begünstigung der Inflation, und zu starker Offensive, was die fragile wirtschaftliche Erholung in die Rezession stoßen könnte. In diesem Jahr wird es für die Notenbanken die erste wirkliche Herausforderung sein, die Geldpolitik zu normalisieren.

e-fundresearch.com: Notenbankpolitik & Zinsen spielen im aktuellen Triannual Outlook eine wichtige Rolle – unter anderem haben Sie in diesem Zusammenhang untersucht, welche Segmente unter Zinsanstiegen besonders leiden könnten. Zu welchen Erkenntnissen sind Sie hierbei gekommen?

ETF Securities hat Unternehmen identifiziert, die für einen Zinsanstieg am verwundbarsten sind, indem wir auf Firmen mit der größten Schuldenlast geachtet haben. Als Folge sind wir vorsichtig gegenüber UK Large Caps und US Small Caps.

James Butterfill: ETF Securities hat Unternehmen identifiziert, die für einen Zinsanstieg am verwundbarsten sind, indem wir auf Firmen mit der größten Schuldenlast geachtet haben. Als Folge sind wir vorsichtig gegenüber UK Large Caps und US Small Caps. Das Vereinigte Königreich hat eine substantielle Verschlechterung seiner „interest cover ratio“ gesehen – einem Maßstab für die Fähigkeit von Unternehmen mit ausstehenden Schulden umzugehen – die von 9x im Jahr 2012 auf nur 3,4x heute gefallen ist. Alles unter 1,5x spricht für ein ungesundes Unternehmen, das darum kämpfen muss, seine Schulden zu bewältigen. Der FTSE 100 weist eine niedrigere „interest cover ratio“ auf als der FTSE 250, wobei innerhalb dessen der Immobilien- und Rohstoff-Sektor besonders verletzlich erscheint.

In den USA haben sich kleinere Unternehmen und Large Caps bei der Fähigkeit der Zinsabdeckung auseinander bewegt. Real-Estate-Investment-Trusts (REITS) bilden die offensichtliche Unternehmensgruppe, die innerhalb des S&P 500 für Zinsanhebungen verwundbar ist. Aber auch der Öl- und Gassektor erscheint schwach, vor allem nach einem Jahr sehr niedriger Ölpreise. Wir haben außerdem herausgefunden, dass in Europa die „interest cover ratio“ auf viel gesündere Levels gestiegen ist. Verbunden mit der niedrigen Verschuldungsrate der Haushalte legt das eine viel geringere Verwundbarkeit der Region für Zinserhöhungen nahe.

e-fundresearch.com: Welche weiteren Risiken konnten Sie im Rahmen des Triannual Outlooks lokalisieren?

Wir glauben (...), dass ein „Taper-Wutanfall“ 2.0 heuer unwahrscheinlich ist, weil vorsichtige Schritte der Zentralbanken und bessere Kommunikation das Risiko von Verwerfungen an den Märkten verringern werden.

James Butterfill: Mit den Zinsrisken besteht auch das Risiko der Wiederholung des Jahres 2013, als die Fed erstmals eine Eingrenzung des Quantitative Easing diskutiert hatte. Wir glauben aber, dass ein „Taper-Wutanfall“ 2.0 heuer unwahrscheinlich ist, weil vorsichtige Schritte der Zentralbanken und bessere Kommunikation das Risiko von Verwerfungen an den Märkten verringern werden. Folgerichtig erwarten wir, dass der Euro profitiert, nachdem die Europäische Zentralbank den Erwerb von Assets in diesem Jahr beenden wird.

Die Förderung und Produktion von Rohstoffen wurde unter dem Aspekt von Umweltbedenken hervorgehoben, speziell in den Emerging Markets. Einige Schwellenländer scheinen auch gewillt zu sein, auf Wirtschaftswachstum durch die Ausbeutung von Ressourcen zu verzichten, um die Umweltbilanz zu verbessern. Als Konsequenz könnten mit einem geringeren Angebot die Preise für Metalle steigen. China ist der größte Produzent von Aluminium und die Philippinen der wichtigste Förderer von Nickel, wobei beide Metalle dem Risiko von Angebotsdefiziten als Resultat der neuen Umweltpolitik unterliegen. In China könnten Schließungen in der Aluminiumproduktion sechs Prozent der globalen Kapazität während des Winters aus dem Markt nehmen. Was ausreichen könnte, um die weltweite Aluminium-Bilanz in ein Defizit zu kippen. In den Philippinen repräsentieren mögliche Minenschließungen, die gerade ausgefochten werden, nahezu acht Prozent des globalen Angebots.

e-fundresearch.com: Aus Investorenperspektive: Worin bestehen die derzeit interessantesten Anlagechancen, die Sie im Rahmen Ihrer Publikation ausfindig machen konnten?

Aktuell gefällt uns das Risiko-Ertragsverhältnis von Platin über das Jahr hinweg. Abgesehen von offensichtlich günstigen Fundamentaldaten auf der Angebotsseite hinken die Platinpreise anderen Edelmetallen in den vergangenen paar Jahren hinterher.

James Butterfill: Aktuell gefällt uns das Risiko-Ertragsverhältnis von Platin über das Jahr hinweg. Abgesehen von offensichtlich günstigen Fundamentaldaten auf der Angebotsseite hinken die Platinpreise anderen Edelmetallen in den vergangenen paar Jahren hinterher. Wir glauben, dass die Fundamentalzahlen des Angebots den aktuellen physischen Bestand unterschätzen und somit die Angebotsdefizite überschätzen könnten. Es gibt eine Reihe von Variablen, die Platin beeinflussen: Gold, den Südafrikanischen Rand, Schwellenländer-Aktien und die globale Industrieproduktion. Bezieht man all das ein, so sieht unser Basisszenario den fairen Preis für Platin heuer auf 1020 US-Dollar pro Feinunze steigen. Das würde einen anständigen Zuwachs von sechs Prozent gegenüber den gegenwärtigen Levels bedeuten.

e-fundresearch.com: Vielen Dank für das Gespräch, Herr Butterfill!

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