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Nachrangige Finanzanleihen bewegen sich strukturell zwischen klassischer Fremdfinanzierung und Eigenkapital und bieten dafür ein entsprechendes Risiko-/Renditeprofil und eine höhere Rendite als vorrangige Anleihen. Im Gespräch mit der e-fundresearch.com Redaktion spricht François Lavier, Head of Financial Subordinated Debt bei Lazard Frères Gestion, über die fundamentale Verfassung des europäischen Finanzsektors, die Implikationen aktueller geopolitischer Risiken und mögliche strukturelle Veränderungen durch künstliche Intelligenz.
e-fundresearch.com: Herr Lavier, können Sie die Anlageklasse der nachrangigen Finanzanleihen kurz erläutern?
François Lavier: Mit nachrangigen Finanzanleihen investieren wir in spezifische Teile der Kapitalstruktur von Banken und Versicherungsunternehmen. Wir stellen also weder Eigenkapital zur Verfügung, wir sind keine Aktionäre dieser Institute, noch finanzieren wir die Bilanz im Sinne eines vorrangigen Fremdkapitalgebers. Stattdessen sind wir in der Mitte der Kapitalstruktur positioniert und erhalten dadurch einen höheren Spread bzw. eine attraktivere Rendite als klassische Anleihegläubiger. Im Vergleich zu Aktionären ist die erwartete Rendite zwar niedriger, dafür profitieren wir vom hybriden Charakter zwischen Eigenkapital und klassischem Fremdkapital. Diesen Ansatz verfolgen wir seit vielen Jahren erfolgreich und führen ihn konsequent fort.
e-fundresearch.com: Wie beurteilen Sie angesichts der jüngsten Entwicklungen im Nahen Osten den Ausblick für den Finanzsektor?
François Lavier: Vor den geopolitischen Turbulenzen rund um den Iran war der Finanzsektor sehr gesund: hochprofitabel, mit hohen Eigenkapitalrenditen, sehr gut kapitalisiert und ohne nennenswerte Qualitätsprobleme. Wir erwarten in den kommenden Monaten und Quartalen eine Fortsetzung dieser Tendenz. Natürlich kann die geopolitisch erzeugte Unsicherheit Auswirkungen haben, auch für den Finanzsektor insgesamt. Bislang sind diese aber sehr begrenzt. Sollte die Krise in den nächsten Wochen rasch gelöst werden, dürfte sie nur eine kleine Delle auf dem Weg bleiben, ohne wesentliche Folgen für den Sektor.
Unsere Einschätzung lautet: Der Sektor erzielte 2025 eine Rekordprofitabilität, und wir gehen davon aus, dass 2026 und die Folgejahre trotz der jüngsten geopolitischen Verwerfungen sogar noch besser ausfallen werden. Eine Ausnahme wäre nur denkbar, falls es in den nächsten ein bis zwei Monaten zu keiner Einigung kommt. Davon gehen wir aktuell jedoch nicht aus.
e-fundresearch.com: Welche Auswirkungen könnte der zunehmende Stress am US-amerikanischen Private-Credit-Markt auf europäische Finanzinstitute haben?
François Lavier: Wir haben dieses Thema in unserer Präsentation mit einer eigenen Folie illustriert, weil es derzeit von den Medien sehr stark aufgegriffen wird und entsprechend großes Leserinteresse findet. Unsere Sicht: Europa unterscheidet sich strukturell von den USA, und das Exposure europäischer Finanzinstitute gegenüber Private Credit ist insgesamt sehr begrenzt. Historisch haben wir nur sehr geringe Verluste in diesem Bereich gesehen. Das bedeutet nicht, dass es künftig überhaupt keine Verluste geben wird, einzelne Kreditausfälle sind möglich. Da das Exposure aber niedrig und der Track Record gut ist, sehen wir hier kein systemisches Risiko für die Finanzinstitute.
Zur Einordnung: Vor zwei Jahren stand nicht Private Credit im Fokus, sondern Commercial Real Estate, insbesondere US-amerikanische Büroimmobilien. Heute redet kaum noch jemand darüber. Die Themen wechseln; womöglich diskutieren wir in einem oder zwei Jahren bereits über etwas ganz anderes.
e-fundresearch.com: Wie sehen Sie den Einfluss von künstlicher Intelligenz auf den Finanzsektor?
François Lavier: Unsere Sicht, die wir auch mit Banken und Versicherungen diskutieren, ist zweigeteilt.
Kurzfristig sehen wir vor allem Produktivitätsgewinne. Finanzinstitute können mit weniger Ressourcen mehr leisten und Kosten senken. Es gibt zahlreiche Beispiele, wie KI die Profitabilität von Banken und Versicherungen durch geringere Kosten verbessern dürfte.
Langfristig sind die Fragen offen: Wir wissen heute nicht, wie sich der Sektor strukturell verändert. Denkbar wäre, dass Wettbewerb aus Bereichen außerhalb der klassischen Finanzinstitute zunimmt, dass also Anbieter in Segmente vordringen, in denen Banken und Versicherungen bisher hohe Margen erzielen. Das könnte Druck auf die Preissetzungsmacht und die Profitabilität ausüben. Andererseits ist Wettbewerb mit Nicht-Banken nichts grundsätzlich Neues: Fintechs und Online-Banken wie Revolut sind seit Jahren am Markt. Beim Thema KI bleiben wir deshalb auf lange Sicht vorsichtig. Heute kann niemand seriös sagen, ob der Effekt am Ende positiv, negativ oder neutral ausfallen wird.
e-fundresearch.com: Wo sehen Sie aktuell die attraktivsten Chancen?
François Lavier: Was am Markt aktuell funktioniert, sind Strategien, die auf Einkommen setzen, also Carry vereinnahmen, und damit weiter von den soliden Fundamentaldaten des Sektors profitieren. Wenn man, wie wir, davon überzeugt ist, dass die Profitabilität des Finanzsektors weiter steigen wird, dann lohnt es sich, in dieser Anlageklasse engagiert zu bleiben und die hohen Renditen sowie die attraktiven Kupons der entsprechenden Instrumente weiter mitzunehmen.
Spezifische Einzelchancen, also nach Segment, Land oder Unternehmen, sehen wir derzeit kaum, weil sich die Bewertungen weitgehend angeglichen haben. Unsere Empfehlung lautet daher: breit in den Sektor investieren und die guten und erhöhten Renditen vereinnahmen.
e-fundresearch.com: Vielen Dank für das Gespräch.
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Disclaimer: Bei diesem Beitrag handelt es sich um eine entgeltliche Einschaltung in Form eines Advertorials. Die geäußerten Ansichten und Einschätzungen geben die persönliche Meinung der zitierten Person zum Zeitpunkt des Gesprächs wieder und können sich jederzeit und ohne Vorankündigung ändern. Dieser Beitrag stellt weder eine Anlageberatung noch ein Angebot oder eine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten dar. Die Wertentwicklung der Vergangenheit ist kein verlässlicher Indikator für die zukünftige Performance. Investitionen sind mit Risiken verbunden, einschließlich des möglichen Verlusts des eingesetzten Kapitals.