State Street Chefstratege Hentov: Bricht die Nahost-Feuerpause die KI-Dominanz?

Dr. Elliot Hentov, Chief Macro Policy Strategist bei State Street Investment Management, zieht Halbjahresbilanz 2026: warum die Feuerpause in Nahost die extreme KI-Konzentration aufbrechen könnte und der Markt wieder breiter wird, weshalb Großinvestoren US-Anleihen meiden, US-Aktien aber weiter kaufen — und wohin zwischen Rohstoffen, Private Markets und einem Cash-Polster die Allokation fließt. Managers | 03.07.2026 10:12 Uhr
Dr. Elliot Hentov, Chief Macro Policy Strategist bei State Street Investment Management / © e-fundresearch.com / State Street Investment Management
Dr. Elliot Hentov, Chief Macro Policy Strategist bei State Street Investment Management / © e-fundresearch.com / State Street Investment Management

Zur Halbzeit 2026 stand der Markt monatelang unter einem einzigen Diktat: der KI-Konzentration. Dr. Elliot Hentov, Chief Macro Policy Strategist bei State Street Investment Management, sieht genau das nun kippen — ausgelöst ausgerechnet durch die Deeskalation in Nahost, die er gegenüber e-fundresearch.com Januar (damals mit Blick auf Venezuela) als Teil einer „neuen Weltordnung“ beschrieben hatte. Im Gespräch mit e-fundresearch.com-Chefredakteur Simon Weiler erklärt er, warum mit dem Kriegsrisiko auch der Zwang zur Hochkonzentration verschwindet — und wo das Kapital stattdessen hinfließt.

e-fundresearch.com: Im Januar haben Sie den Venezuela-Konflikt als „ersten Dominostein einer neuen Weltordnung“ bezeichnet. Wie sehr hat sich das Weltgefüge nach den Ereignissen rund um Iran verändert — und was sind die wichtigsten Takeaways des ersten Halbjahrs?

Elliot Hentov: Zunächst zur Geopolitik: Die Ereignisse bestätigen vor allem einen Trend, über den wir seit Jahren sprechen — die Weltordnung ist fragmentiert, harte Regeln und rote Linien fehlen. Auch die Feuerpause in Nahost ändert daran wenig; einen...