Crash bei Edelmetallen: Wird aus Silber jetzt Blech? Monika Rosen ordnet ein

Die Edelmetalle sind im neuen Jahr nichts für schwache Nerven. Auf eine schier astronomische Rallye folgte – zumindest bei Silber – der größte Tagesverlust seit 1980! Aber warum kehren die Anleger den Metallmärkten so unvermittelt den Rücken, nachdem sie in den Tagen und Wochen davor gekauft hatten, als gäbe es kein Morgen? Und was hat das alles mit dem designierten neuen Fed-Chef Kevin Warsh zu tun? Trinken Sie einen Kräutertee zur Beruhigung und lesen Sie den neuen RosenCorner! Markets | 02.02.2026 13:17 Uhr
Monika Rosen / © e-fundresearch.com / Roland Rudolph
Monika Rosen / © e-fundresearch.com / Roland Rudolph

Was führte zum Absturz der Edelmetalle?

Im Brennpunkt des Interesses stand einmal mehr der Silberpreis. Nach einem fast irrationalen Anstieg (über 60% allein seit Jahresbeginn 2026!) knickte Silber am 30. Jänner um mehr als 30% ein. Das ist der größte Tagesverlust seit 1980, man kann also ohne Übertreibung von einer Jahrhundertbewegung sprechen. Viele Analysten machen vor allem die Nominierung von Kevin Warsh als Nachfolger von Jerome Powell an der Spitze der US Notenbank für den Crash verantwortlich. Warsh gilt, trotz seiner jüngsten Bekenntnisse für eine Zinssenkung, als vergleichsweise restriktiv. Er hat sich in der Vergangenheit wiederholt gegen geldpolitische Lockerungsschritte ausgesprochen, vor allem die Anleihenkäufe der Fed sieht er kritisch. Damit gilt er als relativ konservative Wahl für die Powell Nachfolge, was einige Sorgen bezüglich der Unabhängigkeit der Fed zerstreut hat. Das hat den massiven Zuflüssen in die Edelmetalle bis zu einem gewissen Grad die Berechtigung entzogen.

Gibt es daneben auch technische Gründe für den Verkaufsdruck?

Davon ist auszugehen. Einerseits nahmen viele Anleger Gewinne mit, was die Abwärtsbewegung verstärkt hat. Darüber hinaus erholte sich der Dollar, und auch das tat den Preisen für Gold und Silber nicht gut. Auch hier wird die Nominierung von Warsh eine gewisse Rolle gespielt haben. Wenn die zukünftige Geldpolitik der USA restriktiver ausfällt als zuletzt erwartet, stützt das den Dollar. Experten gehen gerade beim Dollar aber nicht von einer dauerhaften Trendwende nach oben aus. Vielmehr sehen sie eine kurzfristige Erholung, die grundsätzlich etwas schwächere Tendenz der US Währung sollte erhalten bleiben.

Was ist mit den anderen Risiko-Anlageklassen?

Es fällt auf, dass sich die Aktienmärkte (zumindest bis jetzt) dem Abwärtssog einigermaßen entziehen können. Nicht so allerdings Bitcoin. Die Kryptowährung ist am Wochenende unter die Marke von 78.000 Dollar gefallen. Vom Hoch im Oktober hat sie über 30% eingebüßt. In Summe kann man also schon feststellen, dass die Anleger zunehmend vorsichtiger agieren. Nach den drastischen Anstiegen der letzten Monate wäre es kein Wunder …

Monika Rosen, e-fundresearch.com Gastautorin & Vizepräsidentin der Österreichisch-Amerikanischen Gesellschaft

Über die e-fundresearch.com Gastautorin:

Monika Rosen war über 20 Jahre Chefanalystin einer österreichischen Großbank. Als Vizepräsidentin der Österreichisch-Amerikanischen Gesellschaft ist sie weiterhin gefragte Spezialistin zu allen Finanzthemen.

Über den RosenCorner:

Im RosenCorner bietet Monika Rosen ab sofort regelmäßig auf e-fundresearch.com internationale Perspektiven und klare Kante. Als Vizepräsidentin der Österreichisch-Amerikanischen Gesellschaft und erfahrene Finanzmarkt-Expertin liefert sie ihre Einschätzungen zu Markt, Wirtschaft und globalen Entwicklungen.

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