Tech-Aktien sind nicht mehr Everybody’s Darling - warum?
Das neue Jahr hat für die Börsianer unruhig begonnen. Die Kursausschläge bei Edelmetallen oder Bitcoin waren schon rekordverdächtig, aber zuletzt geriet auch der Aktienmarkt in den Strudel hinein. Wie nicht anders zu erwarten, sticht ein Sektor besonders hervor, nämlich Technologie. Insbesondere Software Aktien stehen derzeit am Pranger, einige Werte haben allein heuer bis zu 30% verloren. Hier geht derzeit die „KI Angst“ um: man fürchtet, Softwareanbieter könnten durch die neue Technologie quasi über Nacht ihr Geschäftsmodell verlieren. Was bisher im Rahmen von langfristigen Serviceverträgen regelmäßig Erträge in die Kasse spülte, kann die KI in Sekundenschnelle und zu einem Bruchteil der Kosten darstellen. Kein Wunder, dass die Anleger da zuerst verkaufen und dann die Fragen stellen.
Gibt es bei diesem Verkaufsdruck auch Gewinner?
Durchaus. Seit etwa drei Monaten kommt es zu einer klassischen Sektor-Rotation, und zwar aus den Wachstums- in die Value Aktien. Letztere, die man auch als Old Economy Werte bezeichnen könnte, weisen zwar ein geringeres Wachstumspotenzial auf, sind aber auch günstiger bewertet. Nach der Tech-Mania der letzten Jahre trifft das derzeit umso mehr zu. In die Kategorie der Old Economy fallen Sektoren wie Öl, Bergbau oder nicht-zyklischer Konsum. Diese drei Branchen haben seit Jahresbeginn rund 15% und mehr zugelegt, während Tech-Aktien leicht, aber doch im Minus sind. Und obwohl Value Aktien schon seit rund drei Monaten besser laufen als die Technologie, scheint das Ende der Fahnenstange noch nicht erreicht. Immerhin hat die Old Economy rund 15 Jahre an Underperformance aufzuholen. Ein Warnsignal sollte man aber nicht übersehen, nämlich die Gewinnprognosen: laut Bloomberg erwarten die Analysten für amerikanische Value Aktien heuer einen Gewinnanstieg von rund 6%, vs. über 27% für Wachstumswerte. Eine gewisse Konvergenz in der Performance kann also durchaus anhalten, ein dauerhafter Favoritenwechsel scheint hingegen deutlich unwahrscheinlicher.
Monika Rosen, e-fundresearch.com Gastautorin & Vizepräsidentin der Österreichisch-Amerikanischen Gesellschaft
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Über die e-fundresearch.com Gastautorin:
Monika Rosen war über 20 Jahre Chefanalystin einer österreichischen Großbank. Als Vizepräsidentin der Österreichisch-Amerikanischen Gesellschaft ist sie weiterhin gefragte Spezialistin zu allen Finanzthemen.
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Im RosenCorner bietet Monika Rosen ab sofort regelmäßig auf e-fundresearch.com internationale Perspektiven und klare Kante. Als Vizepräsidentin der Österreichisch-Amerikanischen Gesellschaft und erfahrene Finanzmarkt-Expertin liefert sie ihre Einschätzungen zu Markt, Wirtschaft und globalen Entwicklungen.
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