Welche Befürchtungen stecken hinter dem Anstieg im Ölpreis?
US Präsident Trump hat zuletzt seine Rhetorik in Richtung des Iran deutlich verschärft. Das Land hätte, so Trump, noch maximal 10 bis 15 Tage, um einem Nuklear-Deal zuzustimmen, dann droht er mit „schlimmen Dingen“. Worin die bestehen könnten, lässt sich am Aufmarsch der USA in der Golfregion ablesen. Die Militärpräsenz der Amerikaner in der Region befindet sich auf dem höchsten Stand seit 2003. Die Teilnehmer auf der Prognoseplattform Polymarket geben einem Szenario, wonach bis Ende März ein US Militärschlag gegen den Iran erfolgt, eine Wahrscheinlichkeit von über 60%. Die Ölmärkte blicken indes gebannt auf die Straße von Hormus. Durch diese Meerenge fließen täglich über 30% der per Schiff transportierten Ölmenge. Das macht sie zu einem hoch kritischen Nadelöhr für die internationale Energieversorgung. Kein Wunder also, dass der Iran immer wieder mit einer Sperre der Straße von Hormus droht. Ebenso wahr ist aber, dass es dazu bisher nie wirklich kam. Denn eine derartige Maßnahme wäre einerseits nur schwer durchzusetzen und würde außerdem dem Iran selbst massiv schaden.
Wie sieht die Prognose für den Ölpreis aus?
Das kurzfristige Handelsgeschehen wird sicher von der Entwicklung im Mittleren Osten dominiert. Viel wird davon abhängen, ob es überhaupt zu einem Militärschlag kommt und wie heftig und langwierig dieser ausfällt. Andererseits ist ein hoher Ölpreis im weiteren Jahresverlauf auch nicht im Sinne von US Präsident Trump. In den USA finden Anfang November Kongresswahlen statt, und da tut sich keine Regierung einen Gefallen, wenn die Benzinpreise im Vorfeld steigen. Abgesehen von den geopolitischen Spannungen gibt es aber keine Hinweise auf eine Angebotsverknappung beim Rohöl. Die OPEC hat schon im Vorjahr schrittweise die Fördermengen erhöht. Dazu kommt jetzt das Angebot aus Venezuela, das seit dem Einschreiten der USA tendenziell ebenfalls steigt. Die Deutsche Bank prognostiziert für 2026 einen durchschnittlichen Brent-Preis von etwas über 60 Dollar je Fass. Nächstes Jahr soll der Durchschnittspreis dann auf 65 Dollar steigen.
Monika Rosen, e-fundresearch.com Gastautorin & Vizepräsidentin der Österreichisch-Amerikanischen Gesellschaft
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Monika Rosen war über 20 Jahre Chefanalystin einer österreichischen Großbank. Als Vizepräsidentin der Österreichisch-Amerikanischen Gesellschaft ist sie weiterhin gefragte Spezialistin zu allen Finanzthemen.
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