Ölpreis: Der neue Angstgegner der Märkte - Monika Rosen ordnet ein

Seit dem Ausbruch des Krieges im Iran haben die Märkte nur mehr einen Angstgegner: den Ölpreis! Da die Straße von Hormus derzeit, zumindest für westliche Tanker, de facto unpassierbar ist, stellt sich die Frage nach dem „wie hoch und wie lange“? Wie hoch steigt der Ölpreis noch, und wie lange bleibt er dann auf diesem Niveau? Die Antworten darauf entscheiden nicht nur über die weitere Entwicklung von Zinsen und Aktienmärkten, sondern auch über das Schicksal der Republikaner bei den US-Kongresswahlen im Herbst. Höchste Zeit also für einen neuen RosenCorner, bevor noch mehr Öl ins Feuer gegossen wird. Markets | 09.03.2026 08:29 Uhr
Monika Rosen / © e-fundresearch.com / Roland Rudolph
Monika Rosen / © e-fundresearch.com / Roland Rudolph

Seit dem Kriegsausbruch im Iran dreht sich an den Märkten fast alles um den Ölpreis. Wo stehen wir da aktuell?

In der Vorwoche hat der Ölpreis in den USA 35% zugelegt, das war der stärkste Anstieg seit 1983! Gleichzeitig ist die Straße von Hormus derzeit, zumindest für westliche Tanker, de facto unpassierbar. Die Anrainerstaaten am Persischen Golf haben bereits begonnen, ihre Ölförderung zu drosseln, weil ihre Lager voll sind und sie das Öl nicht wie gewohnt per Schiff weitertransportieren können. Derzeit haben diese Länder kollektiv ihre Fördermenge um rund 140 Millionen Fass reduziert, das entspricht dem weltweiten Verbrauch von eineinhalb Tagen. Gleichzeitig hat China beispielsweise begonnen, Öl zu horten. All das hat nur eines zur Folge, nämlich steigende Ölpreise. Einige Investmenthäuser schätzen, dass der Ölpreis bis auf 150 Dollar steigen könnte, wenn die Straße von Hormus noch ca. 3 Wochen gesperrt bleibt. Dass eine derartige Kriegsdauer keineswegs unwahrscheinlich ist, zeigt sich auch auf den Prognoseplattformen. Auf Polymarket wird ein Waffenstillstand im Iran Krieg derzeit mit einer Wahrscheinlichkeit von nur 24% taxiert.

Wie sehen die Prognosen für Zinsen und Märkte aus?

Durch den gestiegenen Ölpreis droht natürlich auch ein deutliches Anziehen der Inflation, was Zinssenkungen in den USA in weite Ferne rücken lässt. Wenn der Ölpreis weiter steigt und eventuell mehrere Monate um die 100 Dollar oder darüber notiert, könnte die US-Inflation nach einer Schätzung von Goldman Sachs auf 3% steigen.

Bis jetzt haben die Ereignisse im Iran Krieg keine wirklich irreversiblen Auswirkungen im Bereich der Energieversorgung. Das könnte sich aber schlagartig ändern, sollte die lokale Förder-Infrastruktur massiv beschädigt werden. Wenn der Iran beispielsweise beginnt, die Straße von Hormus zu verminen, könnte das die langfristigen Folgen für den Ölpreis und damit für die Märkte nochmals deutlich verschärfen.

An den Aktienmärkten gibt es in der aktuellen Gemengelage nur wenige Gewinner, hervorzuheben sind Rüstungsaktien und Ölwerte.

Monika Rosen, e-fundresearch.com Gastautorin & Vizepräsidentin der Österreichisch-Amerikanischen Gesellschaft

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Über die e-fundresearch.com Gastautorin:

Monika Rosen war über 20 Jahre Chefanalystin einer österreichischen Großbank. Als Vizepräsidentin der Österreichisch-Amerikanischen Gesellschaft ist sie weiterhin gefragte Spezialistin zu allen Finanzthemen.

Über den RosenCorner:

Im RosenCorner bietet Monika Rosen ab sofort regelmäßig auf e-fundresearch.com internationale Perspektiven und klare Kante. Als Vizepräsidentin der Österreichisch-Amerikanischen Gesellschaft und erfahrene Finanzmarkt-Expertin liefert sie ihre Einschätzungen zu Markt, Wirtschaft und globalen Entwicklungen.

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