Was lange währt, wird endlich konkret: Die Erste Group steht unmittelbar vor dem Launch ihrer ersten eigenen ETFs, wie aus einem Bericht von ETF Stream hervorgeht. Damit reagiert Österreichs größtes Bankinstitut auf die ungebrochen hohe Nachfrage im Passiv-Segment und sichert sich als erster heimischer Player eine Position im kompetitiven europäischen ETF-Markt.
Fokus auf globale Kernmärkte
Zum Start setzt sie auf zwei Kernbausteine im Aktienbereich: globale Aktien und US-Aktien:
- Erste ETF Global Equities UCITS ETF
- Erste ETF US Equities UCITS ETF
Die Wahl von UCITS-konformen ETFs und die Registrierung in Irland entsprechen dabei dem etablierten Standard für viele europäische ETF-Initiativen.
Markteintritt mit Hindernissen
Die Realisierung des ETF-Projekts war ursprünglich in Zusammenarbeit mit der „Velocity“-Plattform der Citi geplant. Diese Pläne mussten jedoch angepasst werden, nachdem Citi sein White-Label-Geschäft kurz nach dem Start wieder eingestellt und an die Carne Group übertragen hatte.
Während Mitbewerber wie die deutsche DZ Bank bereits Kooperationen mit Anbietern wie HANetf eingegangen sind, geht die Erste Group nun ihren eigenen Weg, um sich langfristig ein Stück des lukrativen Gebührenkuchens im ETF-Sektor zu sichern.
Starke Vertriebsbasis in CEE
Mit über 23 Millionen Kunden und der engen Verknüpfung zum Sparkassensektor verfügt die Erste Group über eine der schlagkräftigsten Vertriebsmaschinen in Zentral- und Osteuropa (CEE). Der geplante ETF-Start trifft damit auf eine etablierte Vertriebsplattform.
Fazit der Redaktion: Der Vorstoß der Ersten Group ist ein konsequenter Schritt. Während viele europäische Banken noch zögern, nutzt die Erste ihre starke Marke, um die Infrastruktur-Hürden des ETF-Geschäfts zu nehmen. Für den Finanzplatz Wien ist dies ein wichtiges Signal: Passives Investieren „Made in Austria“ (wenn auch via Irland) ist nun bald Realität.
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