Die US-Notenbank wird den Leitzins bei ihrer Sitzung im Juli höchstwahrscheinlich unverändert lassen und damit die derzeitige Pause bei der geldpolitischen Straffung verlängern.
Die jüngsten Inflationsdaten haben den Druck für eine sofortige Zinserhöhung gemildert und geben den Entscheidungsträgern zusätzliche Zeit, die Auswirkungen von Zöllen, Energiepreisen und der allgemeinen Wirtschaftslage zu bewerten.
Der Ton dürfte jedoch unverändert bleiben oder sogar noch restriktiver werden. Mehrere Fed-Vertreter äußern weiterhin Besorgnis über die anhaltende Inflation, die seit mehr als fünf Jahren über dem Zielwert von 2% liegt. Der erneute Anstieg der Ölpreise trägt nicht dazu bei, diese Befürchtungen zu zerstreuen.
Wir sehen ein wachsendes Risiko für Gegenstimmen zugunsten einer Zinserhöhung, was die Spaltungen innerhalb des Ausschusses vertiefen und die Möglichkeit einer weiteren Straffung im weiteren Verlauf des Jahres offenhalten würde. Wir rechnen nur mit einer einzigen Zinserhöhung zum Jahresende, doch die Risiken deuten eindeutig auf eine stärkere Straffung hin.
Die Märkte werden sich weniger auf die Zinsentscheidung selbst als vielmehr auf die Leitaussagen der Fed konzentrieren, insbesondere auf etwaige Signale bezüglich des Septembers und des Gleichgewichts zwischen Inflationsrisiken und Wirtschaftswachstum.
Von Paolo Zanghieri, Senior Economist bei Generali Investments
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