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High Yield Experte "Pepper" Whitbeck: "Marktumfeld bleibt günstig"

Wir leben in turbulenten Zeiten: Die internationalen Handelskonflikte haben sich im Laufe dieses Jahres verschärft und die Zinsstrukturkurve von US-Staatsanleihen ist invers. Das Marktumfeld könnte besser sein – und dennoch hat der US High Yield Markt in den ersten neun Monaten 2019 über 11 Prozent zugelegt. AXA Investment Managers | 08.11.2019 10:30 Uhr
Carl ‚Pepper‘ Whitbeck, Global Head of High Yield and US Active Fixed Income bei AXA Investment Managers (AXA IM) / © AXA Investment Managers
Carl ‚Pepper‘ Whitbeck, Global Head of High Yield and US Active Fixed Income bei AXA Investment Managers (AXA IM) / © AXA Investment Managers

Carl ‚Pepper‘ Whitbeck, Global Head of High Yield and US Active Fixed Income bei AXA Investment Managers (AXA IM) bleibt weiterhin optimistisch: „Obwohl die Rezessionsrisiken höher zu sein scheinen als vor der Inversion der Zinskurve, glauben wir, dass das Marktumfeld für Investments in Hochzinsanleihen sowohl aus fundamentaler als auch aus technischer Sicht weiterhin günstig ist.“

Dafür führt der Experte mehrere Gründe an: Zum einen seien Emittenten von Hochzinsanleihen mit einem gesunden Zinsdeckungsgrad weiterhin robust aufgestellt. „2018 stieg der Deckungsgrad auf das 4,5-fache, während die Fed die Zinsen anhob. Im ersten Quartal 2019 blieb er in etwa auf dem gleichen Niveau“, erläutert Whitbeck. Zum anderen erhöhte sich der Verschuldungsgrad im ersten Quartal 2019 nur leicht auf das 4,1-fache von 4,0 im Jahr 2018. „Diese Werte liegen deutlich unter den Spitzenwerten vom 5,2 im Jahr 2009 und dem jüngsten Spitzenwert von 4,6 im Jahr 2016“, sagt Whitbeck.

Die Kreditausfallraten für 2019 werden allgemein auf 2,8 Prozent geschätzt. Mit 2 Prozent im Jahr 2020 bleiben die Erwartungen niedrig. Dem gegenüber steht eine langfristige durchschnittliche Ausfallrate von 3,4 Prozent für Hochzinsanleihen. Whitbeck hält eine Betrachtung einzelner Branchen für sinnvoll: „Der jüngste Anstieg der erwarteten Ausfälle spiegelt vor allem die Schwäche von Emittenten aus dem Energie-Sektor wider, und möglicherweise macht sich das Ausfallrisiko in diesem Sektor im Hochzinsanleihen-Markt bemerkbar. Das Überangebot hat die Preise für Erdgas auf ein unhaltbar niedriges Niveau gedrückt. Dennoch stellt dies ein isoliertes Risiko dar und gilt nur für spezifische Credits, nicht für den gesamten Markt“, sagt der Experte.

Ein schnell wachsender Leveraged-Loan-Markt und die Rückzahlungen im Hochzinsanleihenmarkt hätten darüber hinaus dazu geführt, dass das Volumen von ausstehenden Hochzinsanleihen gesunken sei. „Investoren investieren ihre Kuponzahlungen wieder in High Yield, was zu einer steigenden Nachfrage führt. Dies unterstützt das positive technische Umfeld für die Anlageklasse“, so Whitbeck weiter.

Zusammenfassend hält der Experte den US-High-Yield-Markt angesichts der unterstützenden fundamentalen und technischen Merkmale für eine langfristig attraktive Investition – und das auch dann, wenn sich die internationalen Handelskonflikte weiterhin zuspitzen und die Rezessionssorgen zunehmen sollten. 

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