Take Two: OECD senkt globale Wachstumsprognose, Märkte weiterhin volatil

Die OECD warnt, dass der Nahostkonflikt das Weltwachstum bremst und die Inflationserwartungen steigen lässt. Schwächere PMI-Daten aus den USA, der Eurozone und Großbritannien deuten auf eine Abkühlung hin, während Japans Teuerung auf 1,3% sinkt. Die Märkte bleiben volatil, zugleich wächst bei Deeskalation Rallye-Potenzial. BNP Paribas Asset Management | 01.04.2026 08:47 Uhr
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Alles Wichtige auf einen Blick 

Wie die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) in ihrem jüngsten Ausblick schreibt, hat sich ihre Prognose für das Weltwirtschaftswachstum durch den Nahostkonflikt verschlechtert. Zugleich sind ihre Inflationserwartungen gestiegen. Für 2027 rechnen die OECD-Volkswirte nach zuvor 3,1% jetzt nur noch mit 3,0%. Für 2026 halten sie aber an ihrer Prognose von 2,9% fest. Die erwartete Inflationsrate in den zur G20 zusammengeschlossenen führenden Industrieländern und Emerging Markets wurde für das laufende Jahr um 1,2 Prozentpunkte auf 4,0% aufwärts korrigiert. Allerdings warnte die OECD davor, dass eine längere Störung des Ölmarktes „zu einer weitaus gravierenderen Situation“ führen könnte. Weltweit waren die Märkte letzte Woche erneut sehr volatil. So gab der MSCI World NR Index in der Woche bis zum Börsenschluss am Donnerstag um 1,5% nach*.

Nachrichten aus aller Welt 

Wie die jüngsten Einkaufsmanagerdaten belegen, hat die schwierige weltpolitische Lage im März die Konjunktur in einer Reihe wichtiger Volkswirtschaften gebremst. In den USA ging der von S&P Global erhobene Composite-Index von 51,9 im Februar auf ein 11-Monats-Tief von 51,4 zurück, blieb damit jedoch oberhalb der Wachstumsschwelle von 50 Punkten. Die Unternehmen meldeten eine leichte Abschwächung der Auftragseingänge sowie höhere Preise infolge des Ausbruchs des Irankonflikts. Der Gesamt-PMI für den Euroraum sank von 51,9 auf 50,5 Punkte, den niedrigsten Stand seit zehn Monaten. Auch der britische PMI brach in der Vorabschätzung ein – von 53,7 auf 51,0 Punkte und damit auf ein 6-Monats-Tief.

Zahl im Fokus: 1,3%

In Japan hat sich die Jahresinflation von 1,5% im Januar auf 1,3% im Februar abgekühlt, den niedrigsten Wert seit März 2022. Die überraschend niedrige Gesamtinflationsrate war größtenteils auf eine Stabilisierung der Lebensmittelpreise und eine Verlängerung der Beihilfen für Strom und Gas zurückzuführen. Auch die unter Ausklammerung von frischen Lebensmitteln ermittelte Kerninflationsrate gab nach – von 2% auf 1,6%. Und die aufmerksam beobachtete „Kern-Kern-Inflation“, bei deren Berechnung neben frischen Lebensmitteln auch Energie ausgeschlossen werden, fiel von 2,6% auf 2,5%. Zudem verlor im März die Konjunktur an Fahrt. Dies zeigt der Rückgang des japanischen Gesamt-PMIs auf 52,5 Punkte (von 53,9 im Vormonat). 

Grafik der Woche

Die aktuelle Positionierung der Anleger verrät, dass sich der Markt in einem Spannungsfeld zwischen Aufschwunghoffnungen und Vorsicht bewegt. Beispielsweise ist die eher weniger pessimistische Stimmung bei gleichzeitiger Ausweitung der Absicherungspositionen ein Hinweis darauf, dass die Anleger auf der Hut bleiben und eine allmähliche Normalisierung des Börsenklimas abwarten. Aus dieser verhaltenen Positionierung könnte sich ein erhebliches Potenzial für eine Marktrallye auf Grundlage möglicher Impulse einer Deeskalation im Nahostkonflikt ergeben – schließlich sind an Märkten mit hohen Absicherungspositionen oft steile Kursanstiege zu beobachten, wenn sich die Befürchtungen legen und diese Positionen aufgelöst werden. Auf die kurzfristige Volatilität könnte eine Erholung folgen, sobald sich der Markt wieder stärker auf den fundamentalen Wachstumstrend konzentriert, der zumindest bislang weiter Bestand hat.

Wissenswert: 

Zettajoule: Das Zettajoule ist eine Maßeinheit für extrem große Mengen Energie. Während ein Joule für die Menge an Energie steht, die bei einer Leistung von einem Watt Strom in einer Sekunde umgesetzt wird, entspricht ein Zettajoule einer Milliarde Billionen Joule – einer Zahl mit 21 Nullen. Wie aus einem aktuellen Bericht der Weltorganisation für Meteorologie hervorgeht, lag die Erwärmungsrate der Ozeane in den beiden zurückliegenden Jahrzehnten bei rund 11,0 bis 12,2 Zettajoule und hat sich damit gegenüber dem Zeitraum zwischen 1960 und 2005 mehr als verdoppelt. Dies und weitere Anzeichen wiesen darauf hin, dass das Klima auf unserem Planeten stärker aus dem Gleichgewicht geraten ist als zu jedem anderen Zeitpunkt seit Beginn der Messungen.

Das bringt die Woche

Am Montag macht die Bank of Japan das Meinungsbild auf ihrer letzten Zinssitzung publik. Die endgültige Schätzung des britischen BIP-Wachstums im 4. Quartal wird am Dienstag vorgestellt. Ebenfalls am Dienstag erscheint eine Vorabschätzung der Eurorauminflation im März, gefolgt von der aktuellsten Arbeitslosenquote der Währungsgemeinschaft, die am Mittwoch erwartet wird. Am Freitag schließlich kommen die endgültigen PMIs für Japan, China und die USA sowie US-Arbeitsmarktdaten heraus.

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*In US-Dollar gerechnet. Quelle: FactSet, Daten per 26. März 2026.

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