Alles Wichtige auf einen Blick
Die Staatsverschuldung der USA hat letzte Woche einen Rekordwert von 40 Billionen US-Dollar erreicht. Zur Beruhigung der volatilen Anleihemärkte kündigte das Finanzministerium eine Verdoppelung des Volumens der Rückkäufe langlaufender Staatsanleihen an. Inflationssorgen und die Pattsituation in Nahost haben die Renditen dreißigjähriger US-Staatspapiere auf Mehrjahreshochs getrieben. Auch in Frankreich, Deutschland und Japan legten die Renditen kräftig zu. Die Ölpreise zogen ebenfalls an. Unterdessen ging aus dem Protokoll der jüngsten Sitzung der US-Notenbank Fed hervor, dass die Währungshüter Zinsanhebungen als notwendig erachten, wenn die Inflation hoch bleibt. Zwar stimmten sie im Juli mehrheitlich dafür, die Zinsen stabil bei 3,5% bis 3,75% zu halten, doch drei Mitglieder des zwölfköpfigen Gremiums favorisierten eine Straffung um 25 Basispunkte.
Nachrichten aus aller Welt
Japans Wirtschaft ist im 2. Quartal um 1,1% p. a. gewachsen und damit langsamer als im Vorquartal (2,1%). Auch der von Analysten erwartete Zuwachs um 2% wurde verfehlt. Das überraschend starke Exportplus konnte den Rückgang der Binnennachfrage nicht ausgleichen. Zugleich legte die japanische Jahresinflation im Juli auf 1,9% zu – ihren höchsten Stand seit Jahresanfang. Im Juni hatte sie bei 1,6% gelegen. Verstärkt wird die Teuerung von den infolge des Kriegs in Nahost gestiegenen Energiepreisen.
Zahl im Fokus: 2,9%
Die Euroraum-Jahresinflation hat sich von 2,8% im Juni auf 2,9% im Juli erhöht, was den Markterwartungen entsprach. Die größten Inflationstreiber waren die Kosten von Energie und Dienstleistungen. Die ohne die besonders schwankungsanfälligen Preise für Lebensmittel, Energie, Alkohol und Tabak erhobene Kerninflationsrate legte von 2,4% auf 2,5% zu. Die Marktteilnehmer gehen zunehmend davon aus, dass die Europäische Zentralbank ihre Zinsen in den kommenden Monaten erhöhen wird, um die Inflation auf die angestrebten 2% zurückzuführen.
Grafik der Woche
Bei der Anhörung im April zu seiner Bestätigung als neuer Fed-Chef beschrieb Kevin Warsh die zur Inflationsmessung verwendete Kernrate der privaten Konsumausgaben (PCE) als eine „grobe Schätzung“ aktueller Trends. Ein solcher Näherungswert reiche Warsh zufolge nicht mehr aus. Heutzutage sei es entscheidend, beurteilen zu können, ob die Inflation in der gesamten Wirtschaft steigt oder vor allem in einigen wenigen Bereichen. Eine wichtige Aufgabe der von ihm eingesetzten Arbeitskreise besteht deshalb auch in der Festlegung besserer Kennzahlen für die Kerninflation. Ein Beispiel für diesen Ansatz sind Kennzahlen auf Basis von getrimmten Mittelwerten, die extreme Preisbewegungen herausfiltern. Dazu gehört insbesondere die „Trimmed Mean PCE“-Rate, an der sich die Dallas Fed orientiert. Im Juni lag sie bei 2,2%, während die Kern-PCE-Rate 3,3% betrug.

Wissenswert
WAICO: China hat die Organisation für internationale Zusammenarbeit im Bereich der künstlichen Intelligenz, kurz „WAICO“, gegründet – eine ehrgeizige globale Initiative für die Entwicklung und Steuerung von KI. Die kürzlich auf einer Konferenz in Shanghai angekündigte Allianz zählt 29 Mitgliedstaaten und wird als Versuch gewertet, einen Gegenentwurf zu den für viele Verbraucher in Ländern mit niedrigeren Einkommen unerschwinglichen US-Technologien und proprietären Modellen zu etablieren, deren Quellcode, Architektur und interne Gewichtungen das Eigentum eines bestimmten Unternehmens sind und nicht öffentlich zur Verfügung stehen. Ein weiteres Ziel von WAICO ist die Bereitstellung einer Plattform für einen faireren und gleichberechtigteren Zugang zur KI-Entwicklung und zu quelloffenen KI-Modellen im Globalen Süden.
Das bringt die Woche
Am Dienstag werden für Deutschland das BIP-Wachstum im 2. Quartal sowie der Ifo-Geschäftsklimaindex veröffentlicht. Am Mittwoch geben die USA eine zweite Schätzung ihres BIP-Wachstums im 2. Quartal bekannt; die vorherige Schätzung hatte auf 1,5% p.a. gelautet. Am Donnerstag beginnt das jährliche Wirtschaftssymposium in Jackson Hole, das in diesem Jahr unter dem Motto „Finanzielle Innovationen: Auswirkungen auf den Zahlungsverkehr und die Geldpolitik“ steht. Am Freitag gibt Kanada BIP-Zahlen für das 2. Quartal bekannt.
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