Zuvor waren sie aber lange schwach gewesen, schon seit 2010. Anleger fragen sich daher, ob der jüngste Aufschwung ein Strohfeuer ist oder ob er wie 1987 und 2001 länger anhält (Abbildung 1).

Um das zu beantworten, hilft eine Analyse der Gründe für die zuletzt hohen Erträge. Vor allem in zwei Phasen lagen Emerging-Market-Aktien vorn (Abbildung 2).
Da war zunächst 2025, ausgelöst vor allem durch allgemeinen Einzelhandel in China (zu dem auch Onlinehändler zählen) sowie interaktive Medien und Dienstleistungen (einschließlich Suchmaschinen, soziale Medien und Onlinenetzwerke). Diese Aktien lagen 2026 deutlich hinten. In Abbildung 2 haben wir sie zusammen mit Softwarewerten und IT-Dienstleistern zur Kategorie „Software“ zusammengefasst.

Im zweiten Zeitraum waren vor allem Hardware- und Halbleiterwerte stark. Sie liegen trotz des Ausverkaufs ab Ende Juni dieses Jahr noch immer um etwa 45% im Plus.
Chinesische A-Aktien haben wir den Hardwarewerten zugeordnet, da hierzu einige der größten chinesischen KI- und Robotikfirmen zählen.
Die übrigen Emerging-Market-Aktien entwickelten sich ähnlich wie Industrieländerwerte.
So gesehen könnten Emerging-Market-Aktien vor allem dann weiter vorn liegen, wenn sich der chinesische Onlinehandel oder interaktive Medienwerte erholen – oder wenn Hardware- und Halbleiterwerte weiter steigen.
Für chinesische Softwareaktien sprechen ihre Bewertungen, die etwa halb so hoch sind wie die ihrer amerikanischen Pendants. Abschläge sind hier aber keine Seltenheit. Wie stets garantieren niedrige Bewertungen noch keine hohen Erträge.
Besser ist sicherlich der Ausblick für Hardware- und Halbleiterwerte, da hier mit einem anhaltend hohen Gewinnwachstum zu rechnen ist. Die letzten Quartalszahlen waren sehr gut und übertrafen meist die Erwartungen.
Die Prognosen werden nach oben revidiert. Zwar gibt es berechtigte Zweifel an der mittelfristigen Rentabilität der enormen Investitionen der amerikanischen Hyperscaler. Für Emerging-Market-Technologieunternehmen, die wichtigsten Profiteure, dürfte das kurzfristig aber nicht relevant sein.
Die Hyperscaler dürften einstweilen weiterhin viel Geld ausgeben, unabhängig davon, was der Markt davon hält.
Von Daniel Morris, Chief Market Strategist und Co-Head des Investment Insight Centre bei BNP Paribas Asset Management
Weitere Analysen finden Sie im Artikel Picks, shovels and deep value: A re-examination of emerging market equities von Zhikai Chen, Head of Asia and Global Emerging Markets Equities.
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Performancedaten/Quellen: Bloomberg, FactSet, BNP Paribas Asset Management, Stand 3. September 2026, falls nicht anders angegeben. Die Wertentwicklung der Vergangenheit ist kein Hinweis auf künftige Erträge.