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Welche Folgen hat das Ende der quantitativen Lockerung?

Wenn der US-Notenbankpräsident Ben Bernanke spricht, hören die Märkte zu − und reagieren. Die Staatsanleihen-Renditen schossen in die Höhe, und die globalen Aktienmärkte sanken, nachdem Bernanke am 19. Juni dieses Jahres einen Plan skizzierte, wonach die Fed ihre monatlichen Anleihenkäufe im Verlauf dieses Jahres und bis etwa Mitte 2014 langsam zurückfahren könnte. Natixis Investment Managers | 30.09.2013 12:44 Uhr

Experten von Natixis Global Asset Management stellen sich die Frage: Wie geht es nun in den kommenden Monaten weiter?

Jörg Knaf, Managing Director Northern Europe Natixis Global Asset Management

Die übertriebene Reaktion auf ein mögliches Ende der Anleihenkäufe durch die US Notenmarkt zeigt wieder einmal, wie empfindlich Investoren auf makro-ökonomische Schlagzeilen reagieren. Statt zu versuchen, die Ereignisse durch eine Market-Timing oder Risk-On/Risk-Off Strategie zuvorzukommen, wären Anleger besser beraten, sich mit einem breit gestreuten, diversifizierten, stets investierten Portefeuille am Aufschwung zu beteiligen. Denn die Vergangenheit hat immer wieder gezeigt, dass der Markt tendenziell nach oben geht. Also Tapering hin oder her, es ist besser, investiert zu bleiben, denn auch in diesem Fall hat sich der Markt wieder erholt.

Philippe Waechter, Chefvolkswirt, Natixis Asset Management

Während der Sitzungen im Juni traf die US-Notenbank (Fed) die Entscheidung, ihr Anleihen-Ankaufprogramm zurückzufahren (‚Tapering’). Diese ist Bestandteil der quantitativen Lockerung (QE), welche die Fed im Dezember 2008 begann, um die Zinsen niedrig zu halten und die Wirtschaft nach der Finanzkrise zu stimulieren. Allerdings werden Strategieschwenks großer Zentralbanken von den Märkten fast immer als übereilt angesehen.

Nach unserer Einschätzung, verfolgt die Fed mit ihrer Ankündigung einen zweistufigen Ansatz, um nicht womöglich Notfallmaßnahmen ergreifen zu müssen, die die globalen Märkte in Aufruhr versetzen könnten. Ben Bernanke hatte klargemacht, dass das Ankaufprogramm in der ersten Phase zunächst wahrscheinlich irgendwann im letzten Quartal dieses Jahres zurückgefahren wird. Damit wollte er die Auswirkungen des Strategieschwenks abfedern. Später würden die Ankäufe dann gestoppt, sobald die Arbeitslosigkeit auf sieben Prozent gefallen ist. Das sollte nach Einschätzung der Fed irgendwann Mitte 2014 der Fall sein. In der dann folgenden zweiten Phase, wenn die Arbeitslosigkeit bei 6,5 Prozent liegt, könnte die Fed ihre kurzfristigen Leitzinsen (die sogenannte ‚Fed funds rate’) erhöhen.

Insgesamt gehen wir davon aus, dass der Prozess zur Beendigung der ultralockeren Geldpolitik wahrscheinlich mindestens zwei Jahre erfordern wird. Ob der von der Fed neu definierte Schwellenwert zum Tragen kommt, hängt natürlich entscheidend davon ab, ob die US-Wirtschaft sukzessive in die Gleichgewichtsphase (‚Equilibrium’) zurückkehrt.

Bank von England kündigt potenzielle Ausstiegsstrategie an

Nach der Fed änderte im August auch die Bank von England ihre Aussagen zur Geldmarktpolitik. Sie reagierte damit auf diverse Konjunkturindikatoren, nach denen sich die Lage in Großbritannien stärker verbessert hat als erwartet. Die Philosophie der Bank von England entspricht weitgehend dem Ansatz der Fed: Die sinkenden Abwärtsrisiken für die Wirtschaft und das Ende der ultralockeren Geldpolitik sollten genau aufeinander abgestimmt sein. Als Ausstiegsdatum nannte die Bank von England das Jahr 2016.

Angesichts dieser Strategie wird nun allgemein damit gerechnet, dass auch die Europäische Zentralbank (EZB) in den kommenden Monaten ihre Ausstiegsstrategie formulieren dürfte.

Welche Auswirkungen hat dies auf den Rest der Welt?

In den letzten Monaten waren die Auswirkungen dieser Ankündigungen vor allem in den Schwellenländern spürbar. Durch Mittelabflüsse und Währungsabwertungen gegenüber dem US-Dollar sind aus unserer Sicht die Schwellenländer heute anfälliger als früher. Diese Umkehr der Kapitalflüsse zu einer Zeit, in der die Fed ihre Position ändert, ist schmerzhaft für diese Länder, die sich - allen voran China - in den letzten Jahren sehr schnell entwickelt haben und deren Wirtschaften aktuell anfällig sind. Jetzt besteht daneben auch das Risiko, dass die von der Fed geschaffene Situation den Handel mit den Schwellenländern künftig belastet.

US-amerikanische Notenbank unterstützt vorerst weiterhin Anleihenkäufe. Ist die Fed weiterhin glaubwürdig?

Auf der jüngst abgehaltenen Sitzung der Fed war das unverändert zu wenig dynamische  weltweite Wirtschaftswachstum das wichtigste Thema. Deshalb hat die Fed − entgegen vorheriger Ankündigungen − beschlossen, die Zinsen auf dem derzeitigen Niveau zu belassen und auch den Zeitpunkt für eine Drosselung der Anleihenkäufe zu verschieben.

Aus unserer Sicht müssen wir uns deshalb von der Vorstellung verabschieden, dass die USA stets die Rolle der weltweiten Konjunkturlokomotive übernehmen kann, von deren Wachstum die anderen Regionen profitieren können. Wir rechnen vielmehr damit, dass das weltweite Wachstum auf absehbare Zeit schwach bleiben wird. Dies dürfte sich zudem negativ auf eine allmähliche Erholung der europäischen Wirtschaft auswirken. In einem solchen Umfeld befürworten wir auch nicht, dass die Notenbanken einen strikten finanzpolitischen Kurs einschlagen sollten.

Wir sind der Meinung, dass insgesamt die Dramaturgie der letzten Wochen von Ben Bernanke und der Fed unsinnig und vermutlich kostspielig war. Ist diese auf einen übertriebenen Optimismus in Washington zurückzuführen? Oder wurde diese von einer exzessiven Kommunikation ausgelöst? Oder waren hier persönliche Motive ausschlaggebend, nämlich dass Ben Bernanke die Krise noch vor seinem Amtsende abschließen wollte?

Es stellt sich jetzt natürlich die Frage nach der künftigen Glaubwürdigkeit der Fed und ihrer weiteren Führungsrolle in der Welt.

James Balfour, Senior Macro Strategy Analyst Loomis, Sayles & Company

Das Ende der quantitativen Lockerung wird allgemein mit dem jüngsten Anstieg der Zinsen in Verbindung gebracht. Diese höheren Zinsen beeinflussen wahrscheinlich sowohl die Kapitalmärkte als auch das Wirtschaftswachstum, wobei allerdings der Einfluss in den unterschiedlichen Ländern der Welt unterschiedlich stark ausfällt. Vermutlich passen sich die Märkte und Wirtschaften in den stärkeren Regionen relativ schnell an höhere Zinsen an, nachdem diese sich erst einmal stabilisiert haben. Länder mit weniger stabilen Wirtschaften, zu denen auch viele Schwellenländer zählen, werden wahrscheinlich größere Schwierigkeiten haben.

Wir sind davon überzeugt, dass die quantitative Lockerung und die damit verbundene Suche nach Renditen in den vergangenen Jahren dazu geführt haben, dass zu viele Anlagegelder in die Schwellenländer geflossen sind. Zudem haben die Schwellenländer auch von dem lang anhaltenden, außergewöhnlichen chinesischen Wachstum profitiert und viele Regierungen dieser Länder haben während der guten Zeiten irgendwann vergessen, für künftiges Wachstum zu planen. Viele dieser Länder sehen sich jetzt mit Inflation konfrontiert, während die Zinsen steigen und die ausländische Nachfrage und Investments einbrechen. Die nötige Anpassung ist für manche je nach den lokalen Gegebenheiten sehr viel schwieriger als für andere. Die restriktivere Finanzpolitik könnte im Übrigen auch an Europa nicht spurlos vorübergehen.

Wann könnte die Fed die kurzfristigen Zinsen erhöhen?

Hier teilen wir nicht die an den Kursen abzulesende Einschätzung des Marktes. Der Markt geht offenbar davon aus, dass die Fed Anfang 2015 die Zinsen erhöht, aber wir vermuten, dass dies erst viel später im Jahr der Fall sein wird. Wir rechnen damit, dass sich das Wachstum langsam verbessert und die Inflation recht lange moderat bleibt. Und unabhängig davon, wer zum neuen Notenbankpräsidenten ernannt wird, bleibt es wegen der niedrigen Löhne und des schwachen Beschäftigungswachstums wahrscheinlich bei der aktuellen Politik ungewöhnlich niedriger Zinsen.

Welche Auswirkungen auf die Anleihenmärkte wären denkbar?

Derzeit reagieren die Anleihenmärkte auf die allmähliche Abkehr der Fed von der quantitativen Lockerung, die Annahme stärkeren Wachstums und den Führungswechsel in der Fed. Wenn die Märkte diese Nachrichten verdaut haben, orientieren sich die Zinsen vermutlich stärker an den Prognosen für künftiges Wachstum. Die Bonitätsaufschläge sinken wahrscheinlich wieder, wenn sich die erste Aufregung gelegt hat. Neue Investments können künftig zu höheren Renditen getätigt werden, und die Marktverwerfungen haben weltweit neue Anlagechancen geschaffen.

Was bedeuten steigende Zinsen für Anleger?

Nach unserer Meinung ist ein langsamer und stetiger Zinsanstieg für Wirtschaften und Märkte generell einfacher zu verkraften als ein abrupter. Natürlich war der jüngste Zinsanstieg in den USA relativ abrupt. Da die Zinsen aber von künstlich niedrigen Niveaus gestiegen sind, hat das vermutlich nicht dieselben Auswirkungen wie etwa ein Zinsanstieg, mit dem höhere Inflation unter Kontrolle gebracht werden soll. Stattdessen beruht der Zinsanstieg nach unserem Dafürhalten auf stärkerem Wachstum und der stabileren Konjunktur in den USA, die sich moderat auf das US-Wachstum und die Preise für Vermögenswerte auswirken dürften.

Im Ausland führen steigende US-Zinsen meist auch weltweit zu höheren Zinsen, und in Ländern mit weniger solidem Wachstum ist die Gefahr für das Wirtschaftswachstum und die Vermögenspreise am größten. Das kann Anlagechancen für Anleiheninvestoren schaffen, weil die Auswirkungen steigender Zinsen über die verschiedenen Wirtschaften hinweg nicht einheitlich sind.

Über Natixis Global Asset Management, S.A.

Natixis Global Asset Management, S.A. zählt bezogen auf das verwaltete Vermögen zu den 15 größten Vermögensverwaltern weltweit.(1) Seine verbundenen Vermögensverwaltungs-gesellschaften offerieren Anlageprodukte, die darauf abzielen, das Vermögen und die Altersvorsorgeanlagen institutioneller und privater Anleger zu vergrößern und zu schützen. Über sein unternehmenseigenes Vertriebsnetz werden Produkte seiner verbundenen Unternehmen weltweit gebündelt und vertrieben. Natixis Global Asset Management vereint das Fachwissen mehrerer spezialisierter, in Europa, den Vereinigten Staaten und Asien ansässiger Anlageverwalter, die ein breites Spektrum an Aktien-, Renten- und alternativen Anlagestrategien anbieten.

Mit Firmenzentralen in Paris und Boston verwaltete Natixis Global Asset Management per 30. Juni 2013 ein Anlagevolumen von 602,5 Milliarden Euro.(2) Natixis Global Asset Management gehört zu Natixis, einer in Paris börsennotierten Tochtergesellschaft von BPCE, der zweitgrössten Bankengruppe Frankreichs. Zu Natixis Global Asset Management gehören unter anderem folgende sogenannte Boutiquen: Absolute Asia Asset Management, AEW Capital Management, AEW Europe, AlphaSimplex Group, Aurora Investment Management, Capital Growth Management, Caspian Private Equity, Darius Capital Partners, Gateway Investment Advisers, H2O Asset Management, Hansberger Global Investors, Harris Associates, IDFC Asset Mangement Company, Loomis, Sayles & Company, Natixis Asset Management, Ossiam, Reich & Tang Asset Management, Snyder Capital Management, Vaughan Nelson Investment Management, und Vega Investment Managers. Weitere Informationen finden Sie unter www.ngam.natixis.com.

Zum weltweiten Vertriebsnetz von Natixis Global Asset Management gehört die NGAM S.A., eine durch die CSSF zugelassene Luxemburger Verwaltungsgesellschaft mit einer Zweigniederlassung in Deutschland, NGAM S.A. (HRB-Nummer 88541, Im Trutz Frankfurt 55, Westend Carrée, 7. Stock, 60322 Frankfurt am Main).

Die hier genannten Informationen sind ausschließlich zu Informationszwecken publiziert  und beinhalten kein Angebot für Finanzdienstleistungen oder Anlageberatung.

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(1) Cerulli Quantitative Update: Global Markets 2012 ranked Natixis Global Asset Management, S.A. as the 13th largest asset manager in the world based on assets under management as of December 31, 2011.

(2) Assets under management (AUM) may include assets for which non-regulatory AUM services are provided. Non-regulatory AUM includes assets which do not fall within the SEC’s definition of ‘regulatory AUM’ in Form ADV, Part 1.

Performanceergebnisse der Vergangenheit lassen keine Rückschlüsse auf die zukünftige Entwicklung eines Investmentfonds zu. Wert und Rendite einer Anlage in Fonds können steigen oder fallen. Anleger können gegebenenfalls nur weniger als das investierte Kapital ausgezahlt bekommen. Auch Währungsschwankungen können das Investment beeinflussen. Beachten Sie die Vorschriften für Werbung und Angebot von Anteilen im InvFG 2011 §128 ff. Die Informationen auf www.e-fundresearch.com repräsentieren keine Empfehlungen für den Kauf, Verkauf oder das Halten von Wertpapieren, Fonds oder sonstigen Vermögensgegenständen. Die Informationen des Internetauftritts der e-fundresearch.com AG wurden sorgfältig erstellt. Dennoch kann es zu unbeabsichtigt fehlerhaften Darstellungen kommen. Eine Haftung oder Garantie für die Aktualität, Richtigkeit und Vollständigkeit der zur Verfügung gestellten Informationen kann daher nicht übernommen werden. Gleiches gilt auch für alle anderen Websites, auf die mittels Hyperlink verwiesen wird. Die e-fundresearch.com AG lehnt jegliche Haftung für unmittelbare, konkrete oder sonstige Schäden ab, die im Zusammenhang mit den angebotenen oder sonstigen verfügbaren Informationen entstehen.

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