"Der Markt stürzt sich weiterhin mit einem solchen Heißhunger auf US-Aktien, dass nunmehr ein echtes Risiko der Unbekömmlichkeit der verschlungenen Mengen besteht. Die amerikanischen Börsen werden als sicherer Hafen angesteuert und „Digitalwerte“ jeder Couleur wahllos gekauft. Vieles deutet jedoch darauf hin, dass die digitale Welt früher oder später neuem Regulierungsdruck von außen ausgesetzt sein wird. Oder aber sie erschafft sich ihre eigenen Regeln, damit ihr nicht angesichts des zunehmenden Misstrauens bezüglich der Nutzung persönlicher Daten, ihre Kundenbasis entgleitet. Als sicherer Hafen haben die von Rekord zu Rekord eilenden US-Börsen heute mehr Anziehungskraft als Gold. Das Verhältnis des Besitzes von Goldinstrumenten (ETFs und Futures-Kontrakte) zur Börsenkapitalisierung des S&P 500 ist mit 0,5% niedrig wie zuletzt im vorigen Jahrzehnt. Dollar- (oder besser: Donald-)Werte werden von einer Vielzahl internationaler Fonds in übertriebenen Mengen gehalten. Zwar zeigt das Politchaos um den italienischen Haushalt, wie schwierig es für ausländische Investoren ist, den Kauf europäischer Titel zu wagen. Trotzdem ist das Potenzial für eine künftige Rotation zwischen Value/Europa und Wachstum/USA nicht zu unterschätzen. Als genial hat sich der amerikanische Präsident darin erwiesen, den größten Werttransfer von europäischen und Schwellenländer-Kapitalisierungen auf die amerikanische Börsenkapitalisierung zu organisieren – mehr als einige Tweets und die wiederholte Androhung eines Handelskriegs brauchte er hierzu nicht. Doch sobald die Anleger diesen faulen Zauber durchschauen, werden sie sich wieder auf Vermögenswerte besinnen, die auf den ersten Blick vielleicht schwieriger zu analysieren sind, dafür aber echtes Potenzial bergen. "
Igor de Maack, Fondsmanager, DNCA
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