Ostrum-Stratege Botte: Inversion der US-Renditekurve stützt paradoxerweise Aktien

Ein labiles Gleichgewicht an den Märkten diagnostiziert Axel Botte, Marktstratege beim französischen Investmenthaus Ostrum Asset Management, in seinem letzten „MyStratWeekly“ vor der Sommerpause. Eine extreme Short-Positionierung bei risikobehafteten Vermögenswerten dürfte beim geringsten Anzeichen einer geldpolitischen Lockerung ins Gegenteil umschlagen. Natixis Investment Managers | 27.07.2022 11:24 Uhr
Axel Botte, Marktstratege beim französischen Vermögensverwalter Ostrum Asset Management / © e-fundresearch.com / Natixis Investment Managers
Axel Botte, Marktstratege beim französischen Vermögensverwalter Ostrum Asset Management / © e-fundresearch.com / Natixis Investment Managers

Botte: Die Short-Positionierung von Hedgefonds auf S&P 500-Futures, beispielsweise, ist auf dem gleichen Niveau wie zum Zeitpunkt der schlimmsten Pandemie im Frühjahr 2020. Die Zentralbanken halten an ihrer harten Inflationspolitik fest und erhöhen die Zinssätze auf den meisten Sitzungen stärker als erwartet. Sie fahren auf Sicht, so dass ihre Kommunikation obsolet erscheint.

Dieses Kräftemessen trägt dazu bei, dass die Renditekurven immer flacher werden, was schließlich zur befürchteten Inversion des Spreads zwischen den 2- und 10-jährigen US-Renditen führte. Das Paradoxe daran ist, dass der Rückgang der Renditen langfristiger Anleihen trotz der derzeitigen Konjunkturabschwächung als stabilisierende Kraft für Aktien wirkt.

Der Ausgang dieses Kräftemessens wird von mehreren Faktoren abhängen, darunter die Toleranz der Zentralbanken gegenüber einer Rezession. Christopher Waller deutete in seiner Rede im Juni an, dass die Fed einen Anstieg der Arbeitslosigkeit in Richtung 4,25 % ohne weiteres in Kauf nehmen würde, um die Inflationserwartungen zu begrenzen. Obwohl sich der Rückgang der Benzinpreise bereits in einigen Preiserhebungen bei Unternehmen und Haushalten niederschlägt, bleiben die Lohnforderungen hoch. So liegt der Lohnanstieg für Personen, die in den letzten 12 Monaten den Arbeitsplatz gewechselt haben, im Median bei +7,9 Prozent. Die Verhandlungsmacht der Arbeitnehmer könnte trotz der jüngsten Anpassung der Preiserwartungen die Inflation anheizen. Die Märkte reagieren auf kleinste marginale Veränderungen, während die Zentralbanken nur ein ungefähres Niveau an Inflation anstreben. Die Neutralität der Geldpolitik ist ebenfalls schwer zu bestimmen. Die derzeitigen Zinssätze sind jedenfalls weit davon entfernt, die Nachfrage der privaten Haushalte nach Krediten in den Vereinigten Staaten zu bremsen.“

Das vollständige „MyStratWeekly“ der Tochter von Natixis Investment Managers finden Sie hier im englischen Original. Das Thema der Woche widmet sich der Frage, ob die Märkte im Fall Italien nicht zu blauäugig sind: „Seltsamerweise scheint es, dass trotz der schlechten Performance in letzter Zeit das spezifische Risiko der italienischen Politik nicht wirklich berücksichtigt wird. Anders ausgedrückt: Im Falle einer bösen Überraschung ist das Risiko hoch, dass italienische Vermögenswerte viel stärker leiden.“

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