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Schweden: „Investierst du schon oder überlegst du noch?“

Angelehnt an einen bekannten Werbeslogan eines schwedischen Möbelhaus könnte man schon die Frage stellen, warum (noch) nicht mehr Investoren in Skandinavien tätig sind. Denn unsere Serie hat gezeigt: Die Nordics strotzen zum Teil vor Kraft, die Vikinger sind wieder da. Und das trifft besonders auf die mit 10,5 Millionen und einem BIP von über 511 Mrd. US Dollar (Stand 2016) größte skandinavische Volkswirtschaft zu: Schweden. Das Land der Elche, Seen und Wälder hat sich in den letzten Jahren wirtschaftlich enorm gewandelt und bildet den Abschluss unserer kleinen Nordics-Reihe. DNB Asset Management | 25.10.2017 12:48 Uhr
Nordic-Serie: Schwedische Wirtschaft mit hohen Wachstumsraten / ©  Fotolia.de
Nordic-Serie: Schwedische Wirtschaft mit hohen Wachstumsraten / © Fotolia.de

Entgegen mancher Vorurteile sind die Schweden sehr produktiv. Sie kommen auf ein BIP pro Einwohner von 46.900 Euro (Stand 2016). In Deutschland beträgt der gleiche Wert nur 38.100 Euro, der Durchschnitt der 28 EU-Staaten liegt sogar nur bei 29.000 Euro. Die schwedische Volkswirtschaft ist insgesamt stark vom Export geprägt. Die Liste ihre bekannten und weltweit agierenden Konzerne kann sich sehen lassen: ABB (Technologie, Energieversorgung), Ericsson (Telekomausrüster), SKF (Wälzlager, Mechatronik) sowie bekannte Konsummarken wie H&M, IKEA, Volvo und Electrolux (Küchengeräte) sind nur einige Beispiele. Wichtige Handelspartner Schwedens sind neben Deutschland vor allem die nordischen Länder und die USA. Insgesamt gibt es ca. 900 deutsche Unternehmen in Schweden; mehr als 1200 schwedische Firmen haben sich in Deutschland niedergelassen. „Deutschland ist Schwedens wichtigster Handelspartner und steht für etwa 10 Prozent des schwedischen Exports und 17 Prozent des Imports. Die schwedische Wirtschaft beschäftigt in Deutschland insgesamt etwa 200 000 Menschen“, unterstreicht Hagen-Holger Apel, Diplom-Volkswirt und Portfoliomanager bei DNB Asset Management, die Bedeutung Deutschlands.  

Dipl. Volkswirt Hagen-Holger Apel, Senior Portfolio Manager, DNB Asset Management
Dipl. Volkswirt Hagen-Holger Apel, Senior Portfolio Manager, DNB Asset Management

Besonders vorteilhaft wirkt sich auf die schwedische Volkswirtschaft die hohe Erwerbsbeteiligung von Frauen aus. Das Ausbildungsniveau der Bevölkerung ist insgesamt hoch, die Bereitschaft in gutes Personal zu investieren ebenfalls. Auch Forschung und Entwicklung stehen hoch im Kurs bei den Unternehmen. Hinzu kommt, dass die Besteuerung von Unternehmen relativ moderat ist. „Für Anleger aus dem Euroraum können schwedische Aktien eine gute Portfolio-Diversifizierung leisten. Das liegt vor allem daran, dass das Land nicht der Eurozone angehört. Gewinnt der Euro gegenüber der schwedischen Krone an Wert, ist das gut für die stark exportorientierte Wirtschaft Schwedens, die viele Waren in die Eurozone liefert“, so Apel. Auch aus diesem Grund hat die schwedische Riksbank (Zentralbank) ähnlich dem Kurs der EZB durch eine expansive Geldpolitik und niedrige Zinsen den Außenwert der Krone in den letzten Jahren niedrig gehalten. Das tat dem Export gut und freute viele Schweden, die sich so recht günstig Wohneigentum finanzieren konnten. Das hat zu einem Immobilienboom und deutlich steigenden Preisen im Dienstleistungsbereich geführt. Möglich war das durch eine historische niedrige Inflation, die 2014 gerade einmal bei 0.21% lag und auch in den Folgejahren niedrig blieb (2015: 0,7%, 2016: 1,14%). Für dieses Jahr ist eine Teuerungsarte von 1,43% prognostiziert, die Tendenz ist aber klar steigend.

Faktisch sind die realen Immobilienpreise Schwedens (vor allem in der Hauptstadt Stockholm) in den vergangenen 20 Jahren um das Vierfache gestiegen und liegen um das Doppelte über dem Durchschnitt der letzten 30 Jahre. Würde die Riksbank die Zinsen erhöhen, kämen aber die Immobilienpreise womöglich unter Druck und es könnte genau die Deflationsspirale entstehen, die man eigentlich verhindern will. „Daher steckt die Zentralbank in einer gewissen Zwickmühle. Doch nicht zuletzt die Verlängerung des Mandats des Chefs der Notenbank Stefan Ingves Ende September um weitere fünf Jahre war ein klares Signal“, so Hagern-Holger Apel. Ingves steht für eine lockere Geldpolitik, an der die schwedische Notenbank aktuell festhält. „Sie hat den Leitzins auf dem Rekordtief von minus 0,5 Prozent belassen, sich gleichzeitig aber zuversichtlicher gezeigt ob der ökonomischen Entwicklung“, so Apel weiter.  Die schwedische Wirtschaft war im zweiten Quartal vergleichsweise stark gewachsen und die Inflation übertraf zuletzt mit 2,1 Prozent sogar den Zielwert der Notenbanker.

Über das Wirtschaftswachstum Schweden können andere Industrieländer daher auch nur vor Neid erblassen. Es betrug 2015 real 4,0 % und 2016: 3,1%. Für dieses Jahr sind 2,7% prognostiziert. Für Deutschland sind 2017 dagegen nur 1,6% vorhergesagt. „Schweden hat als sehr exportorientiertes Land in den letzten Jahren die Folgen der Wirtschafts- und Finanzkrise in Europa vergleichsweise gut gemeistert. Die Rahmenbedingungen sind intakt. Treiber für das kräftige Wachstum sind vor allem der noch immer robuste Binnenkonsum, die gute Verfassung der Exportwirtschaft und gezielte öffentliche Investitionen“, so Hagen-Holger Apel. 

Auch bei den Verschuldungsquoten läuft Schweden so manchen europäischen „Musterknaben“ der Rang ab. Die Krise eines über Jahrzehnte gewachsenen und überdimensionierten Wohlfahrtsstaates ("Volksheim") in den 1990er Jahren löste eine von breitem Parteienkonsens getragene finanzpolitische Wende aus, die zur Sanierung der öffentlichen Haushalte führte. 2016 konnte die Regierung erstmals seit 2012 wieder einen Haushaltsüberschuss vermelden. Die Staatsverschuldung lag 2015 in Schweden, das bisher noch nie gegen die EU- Verschuldenskriterien verstoßen hat, bei 43,9 Prozent des BIP. 

Doch wo viel Licht ist, gibt es auch Schatten. Es existiert in Schweden eine relativ hohe verdeckte Arbeitslosigkeit infolge einer großen Zahl Langzeitkrankgeschriebener und Frührentner sowie die Jugendarbeitslosigkeit. Auch sind die Preise recht hoch, bedingt durch einige dominante große Firmen in Bereichen wie Bauwirtschaft und Lebensmittel sowie staatlicher Monopole (Alkohol). Auch die hohe Verschuldungsquote der privaten Haushalte muss genannt werden. „Dazu kommt, dass eine Arbeitsstunde 2016 mit fast 41 Euro deutlich teurer war als in Deutschland mit gut 33 Euro und dem EU-Durchschnitt mit 25,90 Euro“, gibt Apel zu bedenken. Er sieht das Land dennoch auf einem guten Weg. „Schweden profitiert von seiner starken Integration in die globalen Wertschöpfungsketten. Zusammen mit den hohen Investitionen in die Bildung, die mit 6,5% der Wirtschaftsleistung weitaus höher als zum Beispiel in Deutschland sind, ist Schweden trotz der genannten Herausforderungen für die Zukunft gut gerüstet“, ist Apel überzeugt.

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