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Nachhaltigkeitsfonds: DNB AM Fondsmanager Sigurdsen über "grünen Etikettenschwindel"

Noch bis zum 14. Dezember findet die UN-Klimakonferenz in Kattowitz statt. Auch in der Investmentbranche spielt das Thema Nachhaltigkeit eine große Rolle, was sich in der zunehmenden Anzahl an Nachhaltigkeitsfonds widerspiegelt. „Es ist nicht alles grün, was mit dem Label ‚nachhaltig’ versehen wird“, bringt es Jon Sigurdsen, leitender Portfoliomanager im Bereich erneuerbare Energien bei DNB Asset Management, auf den Punkt. DNB Asset Management | 07.12.2018 12:03 Uhr
Jon Sigurdsen, Portfoliomanager, DNB Asset Management / © DNB Asset Management
Jon Sigurdsen, Portfoliomanager, DNB Asset Management / © DNB Asset Management
Die alljährliche UN-Klimakonferenz findet dieses Mal in Polen statt. Vom 2. bis 14. Dezember treffen sich fast 200 Staaten in Kattowitz, um die Welt grüner zu machen. Die Erfolgschancen des mittlerweile 24. Gipfeltreffens sind jedoch gering. Enttäuschte Deutschland bereits im Vorfeld die Erwartungen? Gilt Gastgeber Polen nicht gerade als Vorreiter in Sachen Klimaschutz? Laut Weltgesundheitsorganisation WHO liegen 33 der 50 bedenklichsten europäischen Smog-Städte in dem Ostsee-Staat.

Genauer hinschauen gilt es auch mit Blick auf die Investmentbranche, wo das einst so zarte Pflänzchen der Nachhaltigkeitsfonds zu einem kaum mehr durchdringbaren Urwald mutiert ist. „Es ist nicht alles grün, was mit dem Label ‚nachhaltig’ versehen wird“, bringt es Jon Sigurdsen, leitender Portfoliomanager im Bereich erneuerbare Energien bei DNB Asset Management, auf den Punkt. Anleger finden in ihren Fonds immer wieder Aktien von Firmen vor, die nur vorgeben, nachhaltig zu handeln. Kurzum: „Greenwashing“ ist längst salonfähig geworden. Zwei Beispiele: 

Viele Nachhaltigkeitsfonds investieren in Amazon, weil der Online-Riese immense Gewinne erwirtschaftet, aber nur wenig direkte CO2-Emissionen ausstößt. „Für uns hat das weniger mit Nachhaltigkeit zu tun, weil Amazon Zusteller und Partnerfirmen rund um den Globus schickt, die  wiederum für Emissionen verantwortlich sind“, gibt Jon Sigurdsen zu bedenken. Coca-Cola ist ein weiteres Beispiel. „Der Brausehersteller hat seine Distribution ausgelagert“, betont der DNB-Fondsmanager, „doch die Welt wird nicht grüner, wenn andere Firmen die CO2-intensive Logistik übernehmen.“ 

Die kaum mehr zu überblickende Bandbreite der mittlerweile mehr als 1600 Fonds, die allein in Europa unter dem Prädikat „nachhaltig“ unter die Anleger gebracht werden, sorgt bei vielen Investoren für Verwirrung – zumal Transparenz und Mindeststandards häufig auf der Strecke bleiben. „Anleger sollten genau hinsehen, in welche Titel ein Fonds investiert“, rät DNB-Nachhaltigkeits-Experte Jon Sigurdsen, „ein Blick auf die zehn größten Positionen im Portfolio kann Aufschluss darüber geben, wie ‚Grün’ der Fonds tatsächlich ist.“ Ein Anhaltspunkt könnten auch Produkte sein, die mit dem Siegel des Branchenverbandes nachhaltiger Unternehmen, kurz FNG ausgezeichnet wurden.

Performanceergebnisse der Vergangenheit lassen keine Rückschlüsse auf die zukünftige Entwicklung eines Investmentfonds zu. Wert und Rendite einer Anlage in Fonds können steigen oder fallen. Anleger können gegebenenfalls nur weniger als das investierte Kapital ausgezahlt bekommen. Auch Währungsschwankungen können das Investment beeinflussen. Beachten Sie die Vorschriften für Werbung und Angebot von Anteilen im InvFG 2011 §128 ff. Die Informationen auf www.e-fundresearch.com repräsentieren keine Empfehlungen für den Kauf, Verkauf oder das Halten von Wertpapieren, Fonds oder sonstigen Vermögensgegenständen. Die Informationen des Internetauftritts der e-fundresearch.com Data GmbH wurden sorgfältig erstellt. Dennoch kann es zu unbeabsichtigt fehlerhaften Darstellungen kommen. Eine Haftung oder Garantie für die Aktualität, Richtigkeit und Vollständigkeit der zur Verfügung gestellten Informationen kann daher nicht übernommen werden. Gleiches gilt auch für alle anderen Websites, auf die mittels Hyperlink verwiesen wird. Die e-fundresearch.com Data GmbH lehnt jegliche Haftung für unmittelbare, konkrete oder sonstige Schäden ab, die im Zusammenhang mit den angebotenen oder sonstigen verfügbaren Informationen entstehen.

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