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DNB AM Experte über Netflix, Disney+ & Co. | Exklusiver Content entscheidet im Streaming-Krieg

Walt Disney hat aktuell seine Wachstumspläne bekannt gegeben. Bis 2024 erwartet das Unternehmen bis zu 350 Mio. Abonnenten für seine Streaming-Dienste. Disney plant darüber hinaus, seine Investitionen in Inhalte zu verdoppeln und arbeitet an etwa 35 Fernsehserien. Exklusiver Content gilt als das entscheidende Unterscheidungsmerkmal im Streaming-Krieg. Die Kinobosse leiden noch immer unter der kürzlich erfolgten Ankündigung von Warner, alle 17 neuen Filme im nächsten Jahr auf dem Streaming-Dienst HBO Max zur gleichen Zeit wie in den US-Kinos zu veröffentlichen. DNB Asset Management | 28.12.2020 14:13 Uhr
Mikko Ripatti, Senior Client Portfolio Manager bei DNB Asset Management / © DNB
Mikko Ripatti, Senior Client Portfolio Manager bei DNB Asset Management / © DNB

Die jüngste Studie von Ampere Analysis über den US-amerikanischen und europäischen Markt für Abonnement-Video-on-Demand (SVOD) zeigt, dass der durchschnittliche US-Haushalt mittlerweile im Schnitt vier verschiedene Abonnement-Videodienste nutzt. Zum Vergleich: In den fünf größten westeuropäischen Ländern haben die Streaming-Haushalte im Durchschnitt zwei Dienste.

„Die Pandemie, nationale Lockdowns und die Einführung neuer, von den Studios unterstützter Abo-Dienste haben den Trend zum parallelen Nutzen verschiedener Abo-Streaming-Dienste beschleunigt“, erläutert Mikko Ripatti, Senior Client Portfolio Manager bei DNB Asset Management. Inzwischen gibt es in den USA und den großen westeuropäischen Märkten mehr als 400 Millionen Abonnements für Streaming-Dienste. Aber das Debüt von Diensten wie HBO Max, Peacock und Disney+ und der damit verbundene Rückzug der Studios bei der Lizenzierung von Film- und Fernsehrechten an Dritte bedeutet, dass die Verbraucher zunehmend mehrere Produkte abonnieren müssen, um Zugang zu allen Fernseh- und Filmen zu haben, die sie sehen wollen. Während also der Durchschnittshaushalt nun mehr Dienste abonniert, um auf zusätzliche aktuelle Inhalte zugreifen zu können, bedeutet der Rückzug der Studios bei der Lizenzierung von Film- und Fernsehrechten an Dritte, dass einige Angebote schrumpfen.

Da sich der Wettbewerb verschärft und langjährige Lizenzvereinbarungen auslaufen, wird sich dieser Trend vermutlich fortsetzen. Dies bedeutet, dass für die Nutzer die Möglichkeit nur einen oder zwei Streaming-Dienste zu bezahlen und auf alle wichtigen TV-Sendungen und Filme zuzugreifen, zunehmend an Bedeutung verliert. 

Alexios Dimitropoulos, Research Manager bei Ampere Analysis, kommentiert: „2020 war ein unglaubliches Jahr für Abo-Video-on-Demand. Die Pandemie hat zu einem massiven Wachstum der Abonnementzahlen geführt, und die neuen Dienste, die in diesem Jahr gestartet sind, haben beeindruckende Kundenzahlen verzeichnet. Die Verbraucher werden Zugang zu mehr hochwertigen Inhalten als je zuvor haben, da neue und bestehende Dienste mehr Originalinhalte produzieren. Da die Studios jedoch ihre Direct-to-Consumer-Strategie fortsetzen, neigt sich das goldene Zeitalter des Zugangs zu preiswerten Inhalten seinem Ende zu.“

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