Der Energieschock hat die Inflations- und Zinserwartungen in die Höhe getrieben. Allerdings finden die höheren Inflations- und Zinsraten nicht in einem Vakuum statt, und angesichts der verstärkten Fokussierung auf Energiesicherheit sowie der Tatsache, dass erneuerbare Energien im aktuellen Zinsumfeld nach wie vor äußerst wettbewerbsfähig sind, sehen wir die erneuerbaren Energien weiterhin in einer guten Position.
Aktuell sehen wir Chancen bei Anbietern von Engineering-Software, denn seit die KI auch Ängste schürt, haben alle Softwarewerte eine Neubewertung erfahren. Wir sind der Ansicht, dass diese Art von Software eine hohe Kundenbindung aufweist, da sie in hochspezialisierten Umgebungen mit proprietären Daten und hohen Anforderungen an Zuverlässigkeit und Sicherheit eingesetzt wird und Industriesoftware für die Verbraucher in der Regel nur einen geringen Teil der Kosten ausmacht. Wir haben kürzlich Positionen in Unternehmen wie PTC Inc. und Bentley Systems aufgebaut (im Laufe des Jahres hatten wir auch in Dassault investiert, diese Position jedoch inzwischen aufgelöst). Diese Unternehmen sind stark, verfügen über klare Wettbewerbsvorteile und weisen im historischen Vergleich sowie im breiteren Kontext des Anlageuniversums attraktive Bewertungen auf. Unser Gesamtengagement in diesem Thema beträgt derzeit etwa 2 % des Fondsvermögens.
Weitere Bereiche, in denen wir angesichts sich verbessernder Branchentrends Aufwärtspotenzial sehen, sind Wärmepumpen, Baustoffe und Smart Grids. Hier halten wir Positionen in differenzierten Unternehmen mit starken Marktpositionen, darunter beispielsweise Nibe, Kingpan, Beijer Ref und Itron, die zusammen rund 14 % des Fonds ausmachen.
Mobile Gasmotoren mit Speicherkapazität gegen Engpässe bei Rechenzentren
KI beeinflusst bereits den Strombedarf und Investitionsentscheidungen. Die Zeit bis zur Stromversorgung ist einer der größten Engpässe beim Ausbau von Rechenzentren. Daher gehören netzunabhängige mobile Gasmotoren mit Speicherkapazität derzeit zu den bevorzugten Lösungen, da bestehende Kernkraftwerke bereits neu vertraglich geregelt und leistungsmäßig aufgerüstet wurden und die Auftragsbücher für Gasturbinen bis zum Ende des Jahrzehnts gefüllt sind. Dies verdeutlicht zudem, dass die alternde Netzinfrastruktur Schwierigkeiten hat, mit der steigenden Zahl umfangreicher Netzanschlussanträge, sich ändernden Lastprofilen, dem wachsenden Anteil intermittierender erneuerbarer Energien und dem erneuten Anstieg der Last umzugehen. Die Investitionen in das Stromnetz müssen im nächsten Jahrzehnt deutlich steigen, was jedoch Diskussionen über die Finanzierbarkeit nach sich ziehen wird.
Wir halten mehrere Titel mit Engagement in diesem Themenbereich, darunter führende Unternehmen aus den Bereichen Halbleiter für die Stromumwandlung (Monolithic Power und On Semi), Sensoren und Steckverbinder (Amphenol), Kabel (Prysmian) sowie Anbieter von Elektrogeräten wie Schneider Electric bis hin zur Stromerzeugung (Orsted und EDPR) und Batteriespeicher (CATL). Insgesamt liegt das Engagement in diesem Themenbereich bei über 25 %.
Niedrigere Preise eröffnen neue Möglichkeiten für Solar- und Speicheranlagen, gewerbliche Energielösungen und neue Flexibilitätsmodelle, doch in Teilen der Wertschöpfungskette, in denen die Markteintrittsbarrieren gering sind, ist auch ein Margendruck zu beobachten. Der Einsatz von Batteriespeichern hat in den letzten Jahren erheblich zugenommen. Laut Volta stiegen die BESS-Installationen im Jahr 2025 gemessen an der Leistung um 79 % im Vergleich zum Vorjahr, wobei 40 % der weltweit kumulierten BESS-Kapazität allein im Jahr 2025 installiert wurden. Dieses Wachstum wurde durch stark sinkende Kosten, förderliche Speicherpolitik und das Entstehen neuer Märkte vorangetrieben, während sich die Produktleistung weiter verbessert hat. Andererseits hat die Überkapazität bei Solarmodulen zu starken Preisrückgängen geführt. Differenzierte Technologie- und Dienstleistungsanbieter dürften am meisten davon profitieren.
Gewinner, Verlierer und globale Dynamik


Am auffälligsten ist vielleicht, dass Brennstoffzellen sowie Taiwan und Korea (viele kleinere Anbieter von Elektrogeräten) aufgrund der positiven Impulse durch KI und Rechenzentren eine sehr starke Entwicklung verzeichnet haben. Wir sehen nicht unbedingt einen starken Wettbewerbsvorteil für einige dieser Unternehmen, die plötzlich um 30–50 % gewachsen sind, im Vergleich zu Unternehmen, die im Laufe der Zeit um 5–10 % gewachsen sind. Zudem gibt es viele andere Akteure, die relativ ähnliche Produkte anbieten. Wir betrachten diese Bereiche daher als risikoreicher und konjunkturabhängiger. Wir sind davon überzeugt, dass unser Wettbewerbsvorteil eher auf unserem fundierten, bottom-up-orientierten Fundamentalanalyseprozess beruht als auf unserer Fähigkeit, den „nächsten großen Trend“ vorherzusagen.
China stellt sowohl einen wirtschaftlichen Vorteil als auch ein strategisches Risiko dar. Seine Größe senkt die Kosten für nachgelagerte Entwickler und Verbraucher, doch die Konzentration führt zu Handels- und Lieferkettenabhängigkeiten sowie zu Preis- und Überangebotsrisiken. Chinesische Unternehmen wie BYD und CATL zeichnen sich zudem durch Innovationsstärke aus, gestützt durch fortschrittliche Elektrofahrzeug- und Batterietechnologien, hochintegrierte Fertigungsprozesse und sich rasch verbessernde Produktplattformen. Beide Unternehmen sind in unserem Portfolio vertreten.
von Christian Rom, Portfoliomanager bei DNB Asset Management
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