Investitionen in saubere Energie steigt 2025 auf rund 2,2 Billionen USD

2025 gilt als Wendepunkt für den Cleantech-Sektor: Steigende Stromnachfrage durch Elektrifizierung, KI und Reshoring, sinkende Zinsen sowie veränderte energiepolitische Rahmenbedingungen prägen die Perspektiven für Energie, Infrastruktur und Ressourceneffizienz. DNB Asset Management | 17.12.2025 12:04 Uhr
Christian Rom, Portfoliomanager bei DNB Asset Management / © e-fundresearch.com / DNB Asset Management
Christian Rom, Portfoliomanager bei DNB Asset Management / © e-fundresearch.com / DNB Asset Management

2025 markierte trotz politischer Unsicherheiten nach der US-Wahl den Wendepunkt für den Cleantech-Sektor. Bessere regulatorische Rahmenbedingungen und eine stark steigende Stromnachfrage durch Elektrifizierung, Reshoring und KI haben die Erholung beschleunigt. Sinkende langfristige Zinsen verbessern zudem die Planungssicherheit für neue Projekte.

Mit Blick auf die Zukunft betrachten wir unsere drei Schlüsselthemen Energie, Elektrifizierung und Ressourceneffizienz nach wie vor als zentral und relevant für die sich entwickelnde Weltwirtschaft.

Eine stärker polarisierende Welt fördert Bestrebungen zur Deglobalisierung. Das hat einen enormen Bedarf an Infrastrukturinvestitionen in der westlichen Welt zur Folge, um nach Jahrzehnten der Abhängigkeit von China eine Rückverlagerung der Fertigung und Verarbeitung von Ressourcen zu ermöglichen. KI könnte dabei ein Wegbereiter sein.

Summe der Investitionsausgaben von Hyperscalern im Vergleich zum Strombedarf von Rechenzentren als Anteil am gesamten Strombedarf in den USA und weltweit von 2019 bis zur Prognose für 2030

KI braucht mehr als Rechenleistung

Die Skalierung von KI erfordert jedoch ebenfalls massive Infrastrukturinvestitionen. Eine der wichtigsten Einschränkungen für Rechenzentren scheint die Zeit bis zur Stromversorgung zu sein. Netzunabhängige mobile Gasmotoren mit Speichermöglichkeiten sind derzeit eine der bevorzugten Lösungen, da bestehende Kernkraftwerke bereits neu vertraglich gebunden und aufgerüstet wurden und die Auftragsbestände für Gasturbinen bis zum Ende des Jahrzehnts gefüllt sind. Deutlich wird auch, dass die alternde Netzinfrastruktur mit dem Anstieg der Anträge auf Netzanschlüsse, den sich ändernden Lastprofilen, dem wachsenden Anteil intermittierender erneuerbarer Energien und dem erneuten Anstieg der Last nur schwer fertig wird. Die Investitionen in das Stromnetz müssen in den nächsten zehn Jahren erheblich steigen. Dies wird jedoch nicht ohne Diskussionen über die Finanzierbarkeit vonstattengehen.

Höhere Investitionen der US-Versorgungsunternehmen aufgrund des steigenden Strombedarfs von 2014 bis 2029

Weltweite Energieinvestitionen der IEA in saubere Energie und fossile Brennstoffe zwischen 2015 und 2025

Energiepolitik im Wandel

Im letzten Jahr ist immer deutlicher geworden, dass die Energiepolitik der kommenden Jahre eine „All-of-the-Above”-Strategie erfordert, die auch erneuerbare Energien umfasst.

Die Lernkurven für Solar-, Wind- und Speichertechnologien werden im Laufe der Zeit zu einer weiteren Kostensenkung für diese Technologien führen, da sie weiter skaliert werden. Der Übergang könnte durch die gestiegenen Kapitalkosten und die schwächere politische Unterstützung (zumindest in den USA) verlangsamt worden sein. Dies wird jedoch wahrscheinlich zu höheren wirtschaftlichen Produktivitätsverlusten aufgrund des Klimawandels führen, dessen Auswirkungen stärker zu spüren sein werden, wodurch das Wachstum wieder beschleunigt wird. Die Märkte für saubere Technologien sind heute größer und vielfältiger, die Technologien sind ausgereifter und kostengünstiger und die legislative Unterstützung ist weiterhin stark (zumindest außerhalb der USA). Wir sind nach wie vor zuversichtlich, dass die Energiewende nicht aus der Bahn geworfen wurde und die Voraussetzungen für einen weiteren Marktanteil sauberer Technologien weiterhin gegeben sind.

Von Christian Rom, Portfoliomanager bei DNB Asset Management

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