Neuwahlen in Japan rücken Fiskal- und Inflationsrisiken in den Fokus

Japans Ministerpräsidentin Sanae Takaichi plant vorgezogene Neuwahlen. Raphaël Gallardo, Chefvolkswirt bei Carmignac, ordnet die politischen Motive ein und erklärt, warum Investoren steigende Defizite, Inflationsrisiken und Auswirkungen auf Anleihen, Aktien und den Yen erwarten. Carmignac | 15.01.2026 08:00 Uhr
Raphaël Gallardo, Chefvolkswirt bei Carmignac / © e-fundresearch.com / Carmignac
Raphaël Gallardo, Chefvolkswirt bei Carmignac / © e-fundresearch.com / Carmignac

Japans Ministerpräsidentin Sanae Takaichi will ihre Macht durch vorgezogene Wahlen sichern. Sie wird voraussichtlich kommende Woche, zu Beginn der diesjährigen Parlamentssitzung am 23. Januar 2026, das Unterhaus auflösen, berichten japanische Medien. Takaichi dürfte dies demnach am kommenden Montag bekanntgeben. In Erwartung eines Sieges des Regierungslagers bei der für Februar erwarteten Neuwahl schloss die Tokioter Börse zuletzt auf einem Rekordhoch.

Raphaël Gallardo, Chefvolkswirt beim französischen Asset Manager Carmignac, sagt dazu: „Takaichis Schritt zielt darauf ab, die Kontrolle über die eigene Partei und ihre Koalition zu behalten, damit sie ihre langfristige Reflationsstrategie umsetzen kann. Die Märkte fürchten zu Recht, dass ihr größeres politisches Kapital auch mehr Haushaltsdefizit und Inflationsdruck bedeutet. Das hat zu einem Ausverkauf am Anleihemarkt und einem Anstieg der Aktienkurse geführt. Der Yen spiegelt die Befürchtung wider, dass die Bank of Japan von der Regierung daran gehindert wird, die Realzinsen schnell genug zu normalisieren, um diesen Inflationsdruck einzudämmen.“

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