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Frank Fischer über die Gewinner bei steigender Inflation

Shareholder Value Management AG | 25.05.2021 11:00 Uhr
Frank Fischer, CEO & CIO der Shareholder Value Management AG / © e-fundresearch.com / Shareholder Value Management AG
Frank Fischer, CEO & CIO der Shareholder Value Management AG / © e-fundresearch.com / Shareholder Value Management AG

Kolumne von Frank Fischer, CEO & CIO der Shareholder Value Management AG

Lawrence „Larry“ Summers ist ein alter Haudegen der Finanzpolitik. Der Harvard-Professor beriet schon die US-Präsidenten Bill Clinton und Barack Obama. Sein Wort hat noch immer Gewicht. Vor allem wenn er die Ausgabenpolitik der Biden-Regierung kritisiert. Erst vor Kurzem wetterte er erneut und warnte vor „ökonomischer Überhitzung, Inflation der Vermögenspreise und Schuldenexzessen“. Er hatte dabei auch die ultra-lockere Geldpolitik der US-Notenbank Federal Reserve im Visier, die für eine „gefährliche Selbstgefälligkeit“ an den Finanzmärkten sorge. Wenn die Fed dann ihre Geldpolitik ändere, würde dies enormen Schaden anrichten.

Manche Ökonomen erwarten eine Inflationsrate von bis zu 8 Prozent

Steigende Inflation und damit möglicherweise steigende Zinsen sind aktuell das Damokles-Schert über den Märkten. Die Verbraucherpreise haben in den USA zuletzt um 4,2 Prozent angezogen. Und wenn die Ökonomen von Nordea Capital Markets Recht behalten, steigt die Inflationsrate in den USA in diesem Jahr noch auf bis zu 8 Prozent, bevor sie dann wieder auf rund 4,5 Prozent fallen wird. Das wäre immer noch sehr hoch. Auf jeden Fall zu hoch, als dass die amerikanische Notenbank es sich leisten könnte, nicht zu reagieren. Aber ihr neues “Average Inflation Targeting Framework” erlaubt es der Fed, die Inflationsrate für eine gewisse Zeit auch über das 2-Prozent-Ziel hinausschießen zu lassen, bevor sie Straffungsmaßnahmen einleitet. Damit ist eine gewisse Überhitzung möglich, was natürlich die Inflation beschleunigen würde.

Und auch in der EU hat die Teuerungsrate bereits angezogen. Noch liegt sie zwar unter 2 Prozent, aber die meisten Volkswirte rechnen mit einem Anstieg auf bis zu 3 Prozent. Die große Preisfrage ist jedoch, wie hartnäckig diese Inflation sein wird und wie lange wird sie andauern wird. Wir erwarten eher einen „Inflationsbuckel“, wie der ehemalige EZB-Chef Mario Draghi dieses Phänomen schon 2007 nannte. Ein kurzes Aufflammen der Inflation – und dann ist wieder alles beim Alten. Doch durch die verschiedenen Geschwindigkeiten in Europa beim Überwinden der Pandemie kann dieses „kurze Aufflammen“ durchaus eine Weile dauern. Denn erst, wenn wieder die Geschäfte aufhaben, die Lieferketten wieder funktionieren und die benötigten Vorprodukte und Rohstoffe wieder uneingeschränkt verfügbar sind, wird der Preisdruck geringer. Es könnte also im Verlauf des Jahres noch zu einem größeren Rückschlag an den Märkten kommen; die Volatilität ist heute schon sehr hoch, wie man an den Tagesverläufen im DAX sehr gut ablesen kann.

Wie Anleger von steigenden Preisen profitieren

Uns schreckt das aus zweierlei Gründen nicht: Erstens waren Anleger in Zeiten steigender Inflation in der Vergangenheit gut beraten, auf günstig bewertete Value-Substanzwerte zu setzen. Ausschlaggebend für die Kursrichtung sind vorrangig die Renditen am Anleihemarkt. Steigen diese, schlagen Substanzwerte in der Regel den Gesamtmarkt. Neben dieser Eigenschaft lässt auch die günstige Bewertung Substanzwerte interessant erscheinen. Der Abschlag zu Growth-Titeln liegt gemessen am Kurs-Gewinn-Verhältnis für die Gewinne der kommenden zwölf Monate im Schnitt bei 50 Prozent und damit nahe den Rekordständen des vergangenen Jahres.

Zweitens – und hier kommen die Vorteile der im Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen enthaltenen Werte zum Tragen: Wir setzen auf Unternehmen mit einem starken strukturellen Wettbewerbsvorteil, was ihnen eine ausgeprägte Preissetzungsmacht gibt. Als Beispiele seien hier Visa und AB InBev, also Anheuser Busch, genannt.

  1. Visa: Das Unternehmen erhebt mit seinen Zahlungs- und Kreditkarten, wenn man so will, eine Maut („toll road“) für den B2C-Handel. Die Gebühr wird in Prozent der Transaktionshöhe erhoben und steigt damit mit dem Preis der zugrundeliegenden Güter. Damit werden die Einnahmen von Visa praktisch in Echtzeit an die Inflationsrate angepasst. Hinzu kommt: Aufgrund der sehr hohen Bruttomarge führt der Inflationseffekt nur zu einer geringen Anpassung der Kosten und damit zu einem Profitabilitätszuwachs, der die Inflationsrate übersteigt.
  2. Anheuser Busch: Konsumgüter, wie die bekannten und beliebten Biere von AB InBev, konnten historisch gesehen schon immer die Preise mehr oder weniger an die Inflationsrate anpassen, weil der Preis pro Verkaufseinheit niedrig ist und der Konsument keine Verhandlungsmacht hat. Zusätzlich profitiert Anheuser Busch aber auch davon, dass eine hohe Teuerungsrate die hohe Verschuldung „weg inflationiert“. Wir sehen hier also den gleichen Effekt wie bei Staaten, die sich bei hoher Inflation und niedrigen Zinsen ihrer Schulden entledigen, der so genannten „financial repression“. Das funktioniert im Endeffekt auch bei Anheuser Busch.

Das sind nur zwei Beispiele, wie Unternehmen auch bei steigender Inflation profitieren. Deshalb ist uns davor auch nicht bange. Sollte es zu einem größeren Rückschlag an den Märkten kommen, werden wir gerne die Chance nutzen, die von uns bevorzugten Qualitätsaktien nachzukaufen, oder ähnliche Titel neu zu erwerben.

Frank Fischer, CEO & CIO der Shareholder Value Management AG 

Performanceergebnisse der Vergangenheit lassen keine Rückschlüsse auf die zukünftige Entwicklung eines Investmentfonds oder Wertpapiers zu. Wert und Rendite einer Anlage in Fonds oder Wertpapieren können steigen oder fallen. Anleger können gegebenenfalls nur weniger als das investierte Kapital ausgezahlt bekommen. Auch Währungsschwankungen können das Investment beeinflussen. Beachten Sie die Vorschriften für Werbung und Angebot von Anteilen im InvFG 2011 §128 ff. Die Informationen auf www.e-fundresearch.com repräsentieren keine Empfehlungen für den Kauf, Verkauf oder das Halten von Wertpapieren, Fonds oder sonstigen Vermögensgegenständen. Die Informationen des Internetauftritts der e-fundresearch.com AG wurden sorgfältig erstellt. Dennoch kann es zu unbeabsichtigt fehlerhaften Darstellungen kommen. Eine Haftung oder Garantie für die Aktualität, Richtigkeit und Vollständigkeit der zur Verfügung gestellten Informationen kann daher nicht übernommen werden. Gleiches gilt auch für alle anderen Websites, auf die mittels Hyperlink verwiesen wird. Die e-fundresearch.com AG lehnt jegliche Haftung für unmittelbare, konkrete oder sonstige Schäden ab, die im Zusammenhang mit den angebotenen oder sonstigen verfügbaren Informationen entstehen. Das NewsCenter ist eine kostenpflichtige Sonderwerbeform der e-fundresearch.com AG für Asset Management Unternehmen. Copyright und ausschließliche inhaltliche Verantwortung liegt beim Asset Management Unternehmen als Nutzer der NewsCenter Sonderwerbeform. Alle NewsCenter Meldungen stellen Presseinformationen oder Marketingmitteilungen dar.

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