Frank Fischer über Trump: Viel Getöse, viele Chancen, viel erreicht

US-Präsident Trump sorgt mit Zollpolitik und geopolitischem Druck erneut für starke Schwankungen an den Börsen. Frank Fischer ordnet die jüngsten Turbulenzen ein, beleuchtet strategische Verschiebungen in der Weltwirtschaft und erklärt, warum europäische Qualitätsaktien trotz Risiken attraktiv bleiben. Shareholder Value Management AG | 26.01.2026 08:29 Uhr
Frank Fischer, Vorstandsvorsitzender und CIO bei Shareholder Value Management AG / © e-fundresearch.com / Shareholder Value Management AG
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Trump hat die Weltbörsen in der vergangenen Woche mal wieder durcheinandergewirbelt. Zollandrohung hier, Rücknahme dort. Aktienkurse runter, dann wieder rauf. Wir werden uns daran gewöhnen müssen.

Trump: Viel Getöse, aber auch einiges erreicht

Denn der US-Präsident kennt nur eine Währung: Wirtschaftlichen Druck, um seine Interessen – und die der USA - durchzusetzen. Und in der Grönlandfrage scheint er ja auch wieder Erfolg gehabt zu haben. Auch wenn noch nicht alle Details klar sind, in einem Interview mit CNBC zeigte Trump aber auf, in welche Richtung es gehen wird: Als zentrale Inhalte deutete er eine Beteiligung der USA an Mineralrechten sowie eine Einbindung Grönlands in das geplante Raketenabwehrsystem „Golden Dome“ an. Sollte es dazu kommen, kann das Fazit nur lauten: Viel Getöse, aber Trump hat auch wieder einiges erreicht.

Steht ein Umbau der Weltwirtschaft bevor?

Dabei ist ein langfristiges Ziel zu erkennen, denn die strategischen Ziele, die geopolitisch immer mehr in den Fokus geraten, sind etwa die Tiefsee, die Arktis, der Weltraum, der Cyberspace oder auch das internationale Finanzsystem. Diese Bereiche sind Trump wichtig, denn sie entscheiden über den Zugang zu Ressourcen, die Gestaltung technologischer Standards und die Sicherung geopolitischer Macht. Hier zeichnet sich aber auch ein Umbau der Weltwirtschaft ab. Nicht heute, aber die Richtung scheint vorgegeben. Und hier werden vor allem die USA und China tonangebend sein. Und Europa?

Europa hat hier nur eine Nebenrolle. Aber: Europas Wirtschaft steht gar nicht mal so schlecht da, denn Künstliche Intelligenz, massive Kapitalzuflüsse und strategische Großübernahmen sorgen für neue Dynamik, während die Tech-Konzerne unseren Kontinent als nächsten Hebel für Wachstum, Automatisierung und Marktneuausrichtung ins Spiel bringen. So etwa Nvidia-Chef Huang, der Europa große KI-Chancen einräumt. Wie heißt es doch immer so schön: „Die Zukunft hat gerade erst begonnen.“ Das gilt auch für Europa.

Kapitalrendite als Schlüsselfaktor

Das sehen wir genauso, denn wir sind und bleiben vorerst in europäischen Aktien übergewichtet. Unser Aktien-Kompass ist dabei klar auf eine hohe Kapitalrendite ausgerichtet, da hohe Renditen auf das eingesetzte Kapital langfristig jede rein kurzfristige Bewertungschance schlagen. In einem Umfeld, das von hoher Staatsverschuldung und Inflationsrisiken geprägt ist, dient diese Kennzahl als ultimativer Beweis für die Qualität eines Geschäftsmodells und dessen strukturelle Wettbewerbsvorteile. Nur Unternehmen, die so ihre Ertragskraft stabil halten, können den Zinseszinseffekt voll ausschöpfen und als ‚Modern Value‘-Anker in einem unsicheren Marktumfeld fungieren. Das sind etwa Unternehmen wie Diasorin, der Darmstädter Merck-Konzern, oder auch Computacenter aus unserem Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen und dem Frankfurter UCITS-ETF – Modern Value.

KI – und dann?

Klar wird das KI-Thema die Börsen weiter dominieren. Doch die Bäume wachsen auch an der Börse nicht in den Himmel. Das Jahr könnte somit etwas Ernüchterung bei dem Thema Nummer eins bringen. Nicht alle Aktien, die derzeit im KI-Hype etwas an Bodenhaftung verloren haben, werden den Höhenflug fortsetzen. Dann sollte wieder die Zeit der Qualitätsaktien kommen. Also für Unternehmen mit soliden Geschäftsmodellen, stabilen Erträgen, echten Burggräben und einem Geschäftsverlauf, der auch ohne Hype funktioniert. Das sind Unternehmen wie die Allianz, Microsoft, Münchener Rück – oder wie die oben erwähnten Perlen aus der zweiten Reihe.

Risiken lauern an allen Ecken und Enden

Klar, Risiken lauern aller Orten. Die hohen Staatsverschuldungen rund um den Globus. Dann die fortlaufenden geopolitischen Spannungen. Und Trump wird die Börsen auch weiterhin auf Trapp halten. Aber: so schnell geht die Welt nicht unter. Die meisten Unternehmen stehen grundsolide da und haben sich für die Zukunft bestens aufgestellt. Auch in Europa.

Von Frank Fischer, Vorstandsvorsitzender und CIO bei Shareholder Value Management AG

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