Modern Value, KI-Revolution & die Kunst, in unruhigen Zeiten cool zu bleiben

Der Kapitalmarktstratege Heiko Böhmer ordnet den KI-Boom ein und erklärt, warum 2026 kein Jahr für Spekulanten, sondern für disziplinierte Investoren werden könnte. Im Fokus: Modern Value, starke Geschäftsmodelle, überzeugende Manager und Chancen jenseits des KI-Hypes. Shareholder Value Management AG | 04.02.2026 08:27 Uhr
Heiko Böhmer, Kapitalmarktstratege, Shareholder Value Management / © e-fundresearch.com / Shareholder Value Management AG
Heiko Böhmer, Kapitalmarktstratege, Shareholder Value Management / © e-fundresearch.com / Shareholder Value Management AG

Herzlich willkommen in der wunderbaren Welt der Aktien – und ja, ich benutze diesen Satz bewusst, denn selten war diese Welt so aufregend, so überhitzt und gleichzeitig so voller Chancen wie heute. Wenn wir über 2026 sprechen, sprechen wir über ein Börsenjahr, in dem künstliche Intelligenz die Stimmung bestimmt, in dem Anleger nach Orientierung suchen – und in dem wir Modern Value als Kompass nutzen, um die wirklich guten Unternehmen zu finden.

Was ist mit der KI-Blase?

Beginnen wir mit der Frage, die mir inzwischen wahrscheinlich häufiger gestellt wird als meiner Familie: „Heiko, sind wir in einer KI-Blase?“

Nun – in meinen Vorträgen gehen meistens nur ein oder zwei Hände hoch, wenn ich danach frage. Und das ist interessant. Denn die Kursverläufe einiger KI-Favoriten erinnern durchaus an Zeiten, die wir schon hinter uns geglaubt hatten. Aber: Eine Blase definiert sich nicht allein über hohe Bewertungen, sondern über eine völlig unrealistische Erwartungshaltung. Und genau hier wird es spannend.

Ja, KI ist gewaltig. Ja, KI wird alles verändern. Aber nein: Nicht jede Aktie wird dank KI automatisch zur Rakete, und nicht jede Rakete bleibt oben. Deshalb teilen wir unsere Investments in vier Kategorien ein: direkte Profiteure, indirekte Profiteure, KI-Optionalitäten und – mein persönlicher Favorit – die KI-Unabhängigen, die sich von dem ganzen Hype nicht aus der Ruhe bringen lassen. Rückversicherer zum Beispiel. Künstliche Intelligenz mag vieles verändern, aber sie baut keine Rücklagen und reguliert keine Großschäden. Dafür brauchen wir auch in Zukunft Menschen und robuste Geschäftsmodelle.

Hyperscaler-Boom: 500 Milliarden Investitionsvolumen in nur einem Jahr   

Doch bevor wir zu tief in die Details gehen, ein kurzer Seitenblick auf die Hyperscaler. Die investieren aktuell pro Jahr ungefähr das, was Deutschland an Sondervermögen in zwölf Jahren verteilt. 500 Milliarden Dollar – in einem Jahr. Man kann darüber streiten, ob das gesund ist. Wir nicht. Wir schauen lieber darauf, wer dabei verdient. Und das sind nicht immer die offensichtlichen Namen. Nvidia? Sicher ein hervorragendes Unternehmen. Aber was, wenn in fünf Jahren auf den Chips keine Nvidia-Logos mehr stehen, sondern die Eigenentwicklungen der Hyperscaler? Google macht es vor. Amazon macht es. Microsoft auch.

Deshalb suchen wir Unternehmen, die profitieren, ohne von einem einzigen Trend abhängig zu sein. ASML etwa, die mit ihrer Lithografie-Technologie einen Burggraben besitzen, der breiter ist als die Spree in Berlin. Oder Microsoft – nicht, weil sie das beste KI-Modell haben, sondern weil sie die Plattformen besitzen, auf denen KI eingesetzt wird. Datenschlägt Modell – das sehen wir gerade sehr deutlich.

Bei Modern Value steht der Manager im Fokus

Doch Modern Value geht viel tiefer. Wir investieren nicht in Geschäftsmodelle.
Wir investieren in Menschen. Charlie Munger nannte sie „Outsider CEOs“, und wenn es einen Begriff gibt, der Modern Value perfekt beschreibt, dann diesen. Das sind Manager, die nicht für Ruhm arbeiten, nicht für Empire Building, sondern für Ergebnis. Menschen mit eigenem Geld im Unternehmen, die somit „Skin in the Game“ haben. Menschen, die wachsen, aber diszipliniert wachsen – die nicht nach Größe streben, sondern nach Kapitalrendite.

Ein Paradebeispiel dafür ist Diploma, ein Unternehmen, das Mission-Critical-C-Teile vertreibt. Dinge, die billig aussehen, aber teuer werden, wenn sie fehlen. Dazu gehören viele kleine Bauteile z.B. bei Flugzeugen. Die müssen extrem hohe Standards erfüllen und sind deshalb sehr teuer. Doch in Bezug auf die Gesamtkosten spielen einzelne Schrauben oder Federn keine große Rolle.

Daraus resultiert ein stabiles Geschäftsmodell: 14 Prozentorganisches Wachstum, vier Übernahmen im letzten Quartal – und all das, ohne die typische Konzernbürokratie, die gute Ideen zuverlässig ausbremst. Diploma zeigt, wie Modern Value funktioniert: hohe Kapitalrenditen, niedrige Verschuldung, diszipliniertes Wachstum – und ein Management, das verstanden hat, dass Kultur kein weiches Thema ist, sondern ein Wettbewerbsvorteil. Und ja, KI spielt auch hier eine Rolle. Aber nicht als Risiko. Als Verstärker. Als Werkzeug. Als Beschleuniger. Gute Unternehmen werden durch KI besser. Mittelmäßige Unternehmen werden schneller entlarvt.

Natürlich gibt es Risiken. Natürlich gibt es Klumpen an den Börsen. Natürlich kann man die MSCI-Leiter nicht bis in den Himmel verlängern. Aber es gibt auch Wachstumsinseln. Rückversicherer etwa, die nach Jahren boomender Prämien jetzt in eine Phase fallen, in der die Marktpreise wieder anziehen könnten. Oder Qualitätsaktien, die nach heftigen Rotationen günstig geworden sind – ein Geschenk für diejenigen, die geduldig bleiben.

2026 – das Jahr der Chancen für Investoren 

2026 wird ein Jahr der Chancen. Das gilt nicht für Spekulanten, sondern vielmehr für Investoren. Und Modern Value ist dabei kein Trend. Es ist eine Disziplin, ein stetiger Prozess und ein Versprechen an die Investoren: Mehr Ertrag bei weniger Risiko. Wer das versteht, muss KI nicht fürchten – sondern kann sie souverän nutzen. Wir tun das in unserer Investment-Watchliste, mit der wir all unsere Mandate bestücken. Ob Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen oder Frankfurter UCITS-ETF – Modern Value: Wir leben Aktien für unsere Kunden nach der Modern Value-Strategie für den stetigen Vermögensaufbau mit Aktien.

Von Heiko Böhmer, Kapitalmarktstratege bei Shareholder Value Management

Weitere beliebte Meldungen:

Performanceergebnisse der Vergangenheit lassen keine Rückschlüsse auf die zukünftige Entwicklung eines Investmentfonds oder Wertpapiers zu. Wert und Rendite einer Anlage in Fonds oder Wertpapieren können steigen oder fallen. Anleger können gegebenenfalls nur weniger als das investierte Kapital ausgezahlt bekommen. Auch Währungsschwankungen können das Investment beeinflussen. Beachten Sie die Vorschriften für Werbung und Angebot von Anteilen im InvFG 2011 §128 ff. Die Informationen auf www.e-fundresearch.com repräsentieren keine Empfehlungen für den Kauf, Verkauf oder das Halten von Wertpapieren, Fonds oder sonstigen Vermögensgegenständen. Die Informationen des Internetauftritts der e-fundresearch.com AG wurden sorgfältig erstellt. Dennoch kann es zu unbeabsichtigt fehlerhaften Darstellungen kommen. Eine Haftung oder Garantie für die Aktualität, Richtigkeit und Vollständigkeit der zur Verfügung gestellten Informationen kann daher nicht übernommen werden. Gleiches gilt auch für alle anderen Websites, auf die mittels Hyperlink verwiesen wird. Die e-fundresearch.com AG lehnt jegliche Haftung für unmittelbare, konkrete oder sonstige Schäden ab, die im Zusammenhang mit den angebotenen oder sonstigen verfügbaren Informationen entstehen. Das NewsCenter ist eine kostenpflichtige Sonderwerbeform der e-fundresearch.com AG für Asset Management Unternehmen. Copyright und ausschließliche inhaltliche Verantwortung liegt beim Asset Management Unternehmen als Nutzer der NewsCenter Sonderwerbeform. Alle NewsCenter Meldungen stellen Presseinformationen oder Marketingmitteilungen dar.

Melden Sie sich für den kostenlosen Newsletter an

Regelmäßige Updates über die wichtigsten Markt- und Branchenentwicklungen mit starkem Fokus auf die Fondsbranche der DACH-Region.

Der Newsletter ist selbstverständlich kostenlos und kann jederzeit abbestellt werden.