Globale Wachstumsprognosen positiv – Ängste waren übertrieben

Globale Wachstumsprognosen hellen sich auf: Trotz geopolitischer Turbulenzen, nachlassendem Ölpreisschock und hoher Inflation müssen Anleger vorerst keinen neuen Straffungszyklus der Zentralbanken fürchten. Columbia Threadneedle Investments | 08.07.2026 16:14 Uhr
Anthony Willis, Senior Economist bei Columbia Threadneedle Investments / © Columbia Threadneedle Investments
Anthony Willis, Senior Economist bei Columbia Threadneedle Investments / © Columbia Threadneedle Investments

Die Finanzmärkte haben sich zunächst beruhigt. Wie es jetzt weitergeht, hängt vor allem von der Inflation und den Zentralbanken ab. Aber auch davon, wie widerstandsfähig das globale Wachstum ist – denn die geopolitischen Turbulenzen halten an, zuletzt mit erneutem Säbelrasseln zwischen den USA und dem Iran.

Ölpreisschock lässt nach – kein Straffungszyklus nötig
Zuerst ging der Markt von aggressiven Zinserhöhungen infolge der steigenden Ölpreise aus. Zwischenzeitlich ging der Ölpreis jedoch wieder Richtung 70 US-Dollar pro Barrel, was den Druck auf den Energiemärkten zwischenzeitlich verringert hat. Die Inflation scheint sich in den Vereinigten Staaten ebenfalls vorerst bei 4,0 Prozent stabilisiert zu haben. Die Gesamtinflation ist damit zwar gestiegen, doch insgesamt scheint sich der Ölpreis nicht so deutlich auf die Preise ausgewirkt zu haben wie befürchtet.

Anleger müssen also keinen weiteren Straffungszyklus fürchten, obwohl die Inflation weiterhin zu hoch ist. Die Auswirkungen des Ölschocks lassen aber nach und die Wirtschaft konnte die jüngsten Störungen abfangen. Angesichts der fragilen Lage im Nahen Osten bleibt Energie jedoch ein zentraler Unsicherheitsfaktor.

Zentralbanken schinden Zeit
All das spiegelt sich auch in den Markterwartungen wider. In den USA wird eine Zinserhöhung seitens der Federal Reserve eingepreist – allerdings erst im Dezember. Für Unsicherheit sorgt dagegen das Herangehen des neuen Vorsitzenden Kevin Warsh. Doch das Wachstum ist robuster als befürchtet, wodurch keine sofortigen Maßnahmen nötig sind.

Die Europäische Zentralbank hat die Zinsen dagegen bereits angehoben und es wird ein weiterer Zinsschritt erwartet. Sollten die Daten auch weiterhin zeigen, dass der Energieschock kein dauerhaftes Inflationsproblem verursacht, dürften sich diese Erwartungen jedoch wieder ändern. Die Bank of Japan hingegen geht ihren eigenen Weg und normalisiert ihre Geldpolitik. Hier halten wir eine weitere Zinsanhebung bis Ende des Jahres für möglich.

Weniger schlimm als gedacht
Für die Zentralbanken hängt also alles vom Einfluss der Energiepreise auf die Inflation ab. Bisher sind jedoch keine Zweitrundeneffekte zu beobachten – die Zentralbanken müssen nicht präventiv handeln, sondern können sich vorerst eine abwartende Haltung erlauben. Eine Lockerung der Geldpolitik ist zwar sehr unwahrscheinlich, doch die Ängste vor einem Straffungszyklus waren unberechtigt.

Das Wachstum war in den letzten drei Monaten gedämpft. Global dürfte es sich im weiteren Jahresverlauf aber gut entwickeln – vor allem, wenn sich die Zentralbanken nicht zu weiteren Erhöhungen gezwungen sehen und die Märkte weiterhin robust sind. Anleger sollten jedoch weiterhin vorsichtig sein: Die Inflation könnte hartnäckig bleiben, insbesondere falls die Ölpreise steigen oder der inländische Preisdruck stärker wird. Das Basisszenario ist jedoch konstruktiver als bisher.

von Anthony Willis, Senior Economist bei Columbia Threadneedle Investments 

Weitere beliebte Meldungen:

Performanceergebnisse der Vergangenheit lassen keine Rückschlüsse auf die zukünftige Entwicklung eines Investmentfonds oder Wertpapiers zu. Wert und Rendite einer Anlage in Fonds oder Wertpapieren können steigen oder fallen. Anleger können gegebenenfalls nur weniger als das investierte Kapital ausgezahlt bekommen. Auch Währungsschwankungen können das Investment beeinflussen. Beachten Sie die Vorschriften für Werbung und Angebot von Anteilen im InvFG 2011 §128 ff. Die Informationen auf www.e-fundresearch.com repräsentieren keine Empfehlungen für den Kauf, Verkauf oder das Halten von Wertpapieren, Fonds oder sonstigen Vermögensgegenständen. Die Informationen des Internetauftritts der e-fundresearch.com AG wurden sorgfältig erstellt. Dennoch kann es zu unbeabsichtigt fehlerhaften Darstellungen kommen. Eine Haftung oder Garantie für die Aktualität, Richtigkeit und Vollständigkeit der zur Verfügung gestellten Informationen kann daher nicht übernommen werden. Gleiches gilt auch für alle anderen Websites, auf die mittels Hyperlink verwiesen wird. Die e-fundresearch.com AG lehnt jegliche Haftung für unmittelbare, konkrete oder sonstige Schäden ab, die im Zusammenhang mit den angebotenen oder sonstigen verfügbaren Informationen entstehen. Das NewsCenter ist eine kostenpflichtige Sonderwerbeform der e-fundresearch.com AG für Asset Management Unternehmen. Copyright und ausschließliche inhaltliche Verantwortung liegt beim Asset Management Unternehmen als Nutzer der NewsCenter Sonderwerbeform. Alle NewsCenter Meldungen stellen Presseinformationen oder Marketingmitteilungen dar.

Melden Sie sich für den kostenlosen Newsletter an

Regelmäßige Updates über die wichtigsten Markt- und Branchenentwicklungen mit starkem Fokus auf die Fondsbranche der DACH-Region.

Der Newsletter ist selbstverständlich kostenlos und kann jederzeit abbestellt werden.