Gesundes Aktienumfeld in den USA: Warum Anleger weiter zuversichtlich bleiben können

Bruno Lamoral, Portfoliomanager für institutionelle Mandate bei DPAM, skizziert seine Erwartungen bis zum Jahresende. DPAM | 28.10.2025 08:57 Uhr
Bruno Lamoral, Portfolio Manager Institutional Mandates bei DPAM / © e-fundresearch.com / DPAM
Bruno Lamoral, Portfolio Manager Institutional Mandates bei DPAM / © e-fundresearch.com / DPAM

Nach acht Zinssenkungen gehen die Märkte davon aus, dass die EZB ihren Lockerungszyklus abgeschlossen hat. Für die Fed werden dagegen vier Zinssenkungen in den kommenden zwölf Monaten eingepreist. Der Fed-Vorsitzende Powell hat öffentlich festgestellt, dass weniger neue Arbeitsplätze geschaffen werden. Dies wirkt sich bisher kaum auf die Arbeitslosenquote und das Lohnwachstum aus, Angebot und Nachfrage halten sich auf dem Arbeitsmarkt derzeit die Waage.

Keine Rezession absehbar

Auch wenn sich der US-Arbeitsmarkt weiter abschwächen dürfte, sollte die Gesamtwirtschaft in naher Zukunft nicht in die Rezession abkippen. Die jüngste Berichtssaison hat überdies gezeigt, dass die Stärke der US-Unternehmen nicht auf den Tech-Sektor begrenzt ist; positive Gewinnrevisionen gibt es weit darüber hinaus. Entsprechend breit fiel zuletzt der Kursaufschwung aus – mit Ausnahme der Basiskonsumgüter werden alle US-Sektoren derzeit über ihrem gleitenden 200-Tage-Durchschnitt gehandelt. Das Umfeld für Aktien halten wir für gesund und ausgewogen.

Zölle treiben Inflation mit Verzögerung

Risiken bestehen nicht zuletzt in der Preissteigerung, die in den USA in den kommenden Monaten zunehmen wird, da sich die Zölle zunehmend auf die Warenpreise auswirken. Ausländische Exporteure absorbieren nur etwa 10 bis 20% dieser Zölle; den Großteil der Belastung tragen US-Unternehmen und -Verbraucher. Sind die vor Einführung der Zölle gekauften Lagerbestände abgebaut, werden die Auswirkungen für den Endverbraucher deutlicher werden.

Dies könnte dazu führen, dass die Fed trotz zunehmender Inflation die Zinsen senkt, was zu einer steileren Zinsstrukturkurve führen könnte. Sollte die Rendite 10-jähriger US-Anleihen wieder über 4,5% steigen, dürften die Aktienbewertungen erneut unter Druck geraten.

Die inflationären Auswirkungen sollten jedoch nur vorübergehend und Marktrückgänge angesichts der soliden mittelfristigen Liquiditätsaussichten begrenzt bleiben.

Von Bruno Lamoral, Portfolio Manager Institutional Mandates bei DPAM

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