Venezuela – endlich attraktiv für Anleger?

Die bislang aggressivste Intervention von US-Präsident Trump in Lateinamerika hat Hoffnungen auf einen Regimewechsel in Venezuela und auf größere Investitionen US-amerikanischer Ölkonzerne in dem Land geweckt. Filipe Gropelli Carvalho, Emerging Markets Analyst bei DPAM, untersucht, ob diese Zuversicht begründet ist: DPAM | 20.01.2026 08:53 Uhr
Filipe Gropelli Carvalho, Emerging Markets Analyst bei DPAM / © e-fundresearch.com / DPAM
Filipe Gropelli Carvalho, Emerging Markets Analyst bei DPAM / © e-fundresearch.com / DPAM

Ein Regimewechsel scheint derzeit unwahrscheinlich. Die Trump-Regierung will die amtierende Präsidentin Delcy Rodríguez dazu zwingen, US-Ölfirmen eine größere Rolle im Land zuzugestehen. Darüber hinaus können die USA ihre Operationen auf andere Personen lenken, denen Drogenhandel vorgeworfen wird, wie Innenminister Cabello und Verteidigungsminister López.

Gemäß der Verfassung kann Rodríguez im Amt bleiben, wenn die Gerichte Maduros Abwesenheit weiterhin als vorübergehend einstufen. Sollte sie als dauerhaft angesehen werden, müssten Wahlen angesetzt werden, wozu das derzeitige Regime jedoch kaum bereit sein dürfte. Die USA scheinen gegen eine Machtübernahme durch die Oppositionsführerin María Corina Machado zu sein, da der Militär- und Geheimdienstapparat weiterhin zur Regierungspartei hält.

Bemühungen, den Ölsektor durch ausländische Beteiligung wieder aufzubauen, werden Jahre dauern. Die Lage bleibt unbeständig und unsicher. Investitionen würden selbst mit US-Unterstützung Zeit brauchen, um Früchte zu tragen.

Kolumbien mehr gefährdet als Mexiko

Trumps härteres Vorgehen in Lateinamerika überrascht nicht. Der Präsident widmet der Region mehr Aufmerksamkeit, da sie aufgrund innenpolitischer Themen wie Drogenhandel und Migration an Relevanz gewonnen hat. Dieses bestimmte Auftreten der USA könnte sich auch auf Mexiko und Kolumbien auswirken. Für Mexiko dürfte die Gefahr geringer sein, da Präsidentin Sheinbaum in den Beziehungen zu den USA einen kooperativeren Ansatz verfolgt. Kolumbiens Petro macht mit seiner ablehnenden Haltung gegenüber Trump aggressivere Maßnahmen der USA wahrscheinlicher. Die bevorstehenden Präsidentschaftswahlen in Kolumbien im Mai 2026 werden zu beobachten sein. Die politische Unsicherheit könnten die externen Spannungen in einer Zeit verstärken, in der der Einfluss der USA auf die Region zunimmt.

Blick voraus – auf Kolumbien

Es ist noch viel zu tun, bevor Venezuela sich erholen kann. Ungewiss bleibt, ob freie und faire Wahlen abgehalten werden können und was mit dem Sicherheitsapparat geschehen wird, der seit einem Vierteljahrhundert unter dem derzeitigen Regime operiert. Der Fokus richtet sich derzeit auf die Beziehungen der USA zu Kolumbien, besonderes vor den Präsidentschaftswahlen dort.

Von Filipe Gropelli Carvalho, Emerging Markets Analyst bei DPAM

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