Fed: Kevin Warsh wird eine Lockerung der Geldpolitik anstreben

Der mögliche Fed-Vorsitz unter Kevin Warsh könnte laut Analyse eine lockerere Geldpolitik mit mehreren Zinssenkungen einleiten. Im Fokus stehen dabei veränderte Inflationsmaßstäbe, produktivitätsbedingte Argumente und mögliche Folgen für die künftige Ausrichtung der US-Notenbank. PGIM | 30.04.2026 08:44 Uhr
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Berichte über die Einstellung der Ermittlungen des US-Justizministeriums wegen Baukostenüberschreitungen bei der Federal Reserve haben die mögliche Bestätigung von Kevin Warsh als nächstem Fed-Vorsitzenden sowie die künftige Ausrichtung der US-Geldpolitik weiter vorangetrieben. Auf der Grundlage von Warshs Aussage vor dem Bankenausschuss des Senats in der vergangenen Woche haben wir unsere Einschätzungen zu einer möglichen Fed unter Warsh in drei Kategorien unterteilt, darunter geldpolitische Reaktionsfunktionen, Inflationserwartungen und die künftige Zusammensetzung des Fed-Vorstands.

Warshs Aussage stützt unsere Einschätzung, dass er im Falle seiner Bestätigung in den kommenden 12 Monaten eine Lockerung der Geldpolitik durch mehrere Zinssenkungen anstreben könnte – wobei die ersten beiden Senkungen um jeweils 25 Basispunkte möglicherweise bereits im vierten Quartal erfolgen könnten. Seine Begründung könnte auf einer Bewertung der Auswirkungen von KI auf die Produktivität, einer subtilen Verlagerung des Inflationsfokus sowie der Tatsache beruhen, dass andere FOMC-Mitglieder die Geldpolitik bereits als restriktiv ansehen. Zudem könnte Warsh versuchen, die Bilanzsumme der Fed zu reduzieren, ungeachtet regulatorischer Anforderungen und der Nachfrage nach Reserven. 

Darüber hinaus könnte das doppelte Mandat der Fed – Preisstabilität und maximale Beschäftigung – dazu führen, dass sie die Gesamtinflation weiter herunterspielt und den Fokus möglicherweise auf weniger volatile Inflationsmaße wie den „Trimmed Mean“ der privaten Konsumausgaben (PCE) verlagert. Nachteile des „Trimmed Mean“ sind seine langsame Reaktion auf den Inflationsanstieg nach der COVID-Pandemie sowie Regeln, die bei Verwendung dieses Maßes als Input im Allgemeinen auf höhere und nicht auf niedrigere Zinssätze hindeuten. Es könnte ebenfalls eine Inflations-„Toleranzbreite“ entstehen, beispielsweise von 2–2,25 %, im Gegensatz zum derzeit von der Fed angegebenen Inflationsziel von 2 %. 

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