Fed: Entspannter US-Arbeitsmarkt und gute Wachstumszahlen könnten zu Zinserhöhungen führen

Daleep Singh, Chief Global Economist und Head of Global Macroeconomic Research bei PGIM Fixed Income, sieht die US-Wirtschaft weiterhin robust: Ein stabiler Arbeitsmarkt, solides Wachstum und anhaltend hohe Inflation könnten die Fed zu einem restriktiveren geldpolitischen Kurs veranlassen. PGIM | 11.06.2026 08:46 Uhr
Daleep Singh, Chief Global Economist und Head of Global Macroeconomic Research bei PGIM Fixed Income / © e-fundresearch.com / PGIM
Daleep Singh, Chief Global Economist und Head of Global Macroeconomic Research bei PGIM Fixed Income / © e-fundresearch.com / PGIM

Der besser als erwartet ausgefallene Beschäftigungsbericht für Mai lieferte ein weiteres Zeichen für die wirtschaftliche Dynamik der US-Wirtschaft. Die Arbeitsmarktlage erscheint relativ stabil und es sind nur wenige Anzeichen für eine nachlassende Konjunktur zu erkennbar. Das stimmt mit unserem wirtschaftlichen Basisszenario einer Überhitzung überein sowie unserer über dem Konsens liegenden BIP-Prognose von 2,3 % für das Jahr 2026 sowie unserer Prognose einer erhöhten Kern-Konsuminflation von 3,0 % bis zum vierten Quartal.

Obwohl die Kerninflationsindikatoren nur minimale Auswirkungen des Ölschocks zeigen, bleiben Frühindikatoren für die Inflation, wie der Erzeugerpreisindex PPI und Indikatoren für den Druck auf die globalen Lieferketten, weiterhin recht robust. Dies deutet darauf hin, dass die Risiken für unsere Inflationsprognose nach oben gerichtet sind, da davon auszugehen ist, dass die Inflation für den Rest des Jahres über 3 % bleiben wird.

Ein solides Wachstum, ein stabiler Arbeitsmarkt und eine hohe Inflation deuten auf einen restriktiveren Kurs der US-Geldpolitik hin. Neben den oben genannten Wirtschaftsindikatoren ist es zudem wahrscheinlich, dass auch der geschätzte neutrale Zinssatz gestiegen ist. Dies könnte die Fed möglicherweise dazu veranlassen, darauf zu achten, dass die Inflationserwartungen ins Wanken geraten und die Glaubwürdigkeit ihrer Politik untergraben könnten. Zudem diskutieren immer mehr Vertreter der Fed die Möglichkeit von Zinserhöhungen und verweisen dabei auf eine Vielzahl von Gründen.

Während Warsh das Amt des Vorsitzenden in einer gespaltenen Fed antritt, könnte er politischen Rückhalt für eine Straffung der Geldpolitik erhalten, indem er andeutet, dass vorsorgliche Zinserhöhungen die langfristigen Zinsen im Rahmen halten und damit möglicherweise die Nachfrage auf dem Immobilienmarkt stützen könnten. Zudem könnten Zinserhöhungen in diesem Jahr mögliche Zinssenkungen im Jahr 2027 folgen.

Von Daleep Singh, Chief Global Economist und Head of Global Macroeconomic Research bei PGIM Fixed Income

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